Virgin Islands
19.03. - 16.05.2010
Nach dem Abendessen werden in St. Martin die Segel gesetzt und es geht los in Richtung Virgin Islands. Nach einer angenehmen Segeltour sind wir am nächsten Morgen in Virgin Gorda wo wir vor Spanish Town den Anker schmeissen. Es gibt hier Ankerbojen, diese kosten aber 25 US$, was wir für ein bisschen viel halten, nur um mal schnell das Boot anzubinden, da mühen wir uns doch lieber mit dem schlechten Ankergrund ab. Irgendwann hält der Anker dann auch und wir gehen an Land zum einklarieren. Es ist wie fast überall, die Beamten sind herablassend und unfreundlich, es müssen massenweise Formulare ausgefüllt werden und es kostet, was einem bereits ein heimisches Gefühl vermittelt. Trotzdem sind wir hoch erfreut, vor allem was die Kosten anbelangt. Im Virgin Island Cruising Guide den wir uns gekauft haben, war es uns unmöglich eindeutig zu bestimmen was das ganze denn nun kostet. Was da über die Kosten zu lesen ist, ist nicht das selbe was Rolf via Internet herausgefunden hat. Wie wir später feststellen müssen, ärgert uns jeder Dollar den wir in diesen Cruising Guide von Nancy und Simon Scott investiert haben und das jedes mal, wenn wir uns wieder dazu verleiten lassen dieses Teil in die Finger zu nehmen. Dieser Guide, der unserer Meinung nach absolut auf Charter Boote zugeschnitten ist, ist für Cruisers ein Witz, da der Cruiser nicht daran interessiert ist wo all die Bojen zu 25 US$ die Nacht und all die Marinas und Restaurants zu finden sind. Auch steht darin, dass pro Tag pro Person 4 US$ bezahlt werden muss was aber nur für Charter Boote gilt, das dem so ist, steht in dem Guide nirgendwo. Was wir tatsächlich bezahlen mit unserer Schiffsgrösse ist 15 US$ für einen Zeitraum von 1 Monat. Übrigens 1 Monat ist die maximale Aufenthaltsbewilligung.
Noch am selben Tag holen wir den Anker vom schlechten Ankergrund in der momentan eher sehr bewegten Bucht um ihn dann im North Sound von Virgin Gorda in wunderbaren Ankergrund bei ruhigem Wasser vor einem schönen Riff wieder zu schmeissen.

Hier bleiben wir erst mal ein paar Tage, dann geht es rüber nach Road Town, Tortola zum einkaufen. Trotz der vielen Ankerbojen findet man Platz zum ankern. In der Stadt stellen wir dann fest, dass obwohl die B.V.I. British sind, das Ganze einen Amerikanischen Touch hat, mal abgesehen vom Linksverkehr, und den Britischen Polizeiuniformen.
Mit der Währung nehmen es die Briten etwas lockerer, hier wird in Dollars bezahlt. Dem Thema Gallone, Amerikanisch oder Britisch sind wir nicht nachgegangen da das Bier in kleineren Einheiten verkauft wird.

Hier in der Souvenir-Einkaufsstrasse werden die Häuser schön bunt gemalt, in der Bemühung dem ganzen doch noch einen Karibischen touch zu geben. Jedenfalls sieht das hübscher aus als die Mc Donald, Kentucky Fried Chicken, Pizza Hut (natürlich alle mit drive-through) gesäumte Strasse aus der wir gerade kommen.
In einem Tourist Office holen wir uns den üblichen Stapel Papier mit Informationen über die Insel. Unter anderem befindet sich darunter ein kleines Heft in dem die Monatlichen Veranstaltungen aufgelistet sind. "He schau mal nächstes Wochenende spielen Third World bei Foxy's auf Jost van Dyke, die Jungs die irgendwann in den 70er Jahren bekannt geworden sind, machen schönen alten Reggae, da müssen wir hin." meint Rolf. O.k. wenn wir da hin müssen, müssen wir eben, also ab nach Jost van Dyke.
In Great Harbour wo wir den Anker schmeissen sind wir nicht alleine, es wimmelt nur so von Charter Booten. Es ist heiss und es hat kaum Wind, also erst mal ab ins Wasser, natürlich mit Flossen und Schnorchel. Am Ost-Eingang der Bucht befindet sich ein überraschend schönes Riff mit massenweise Fisch. Man ist umgeben von riesigen Jungfisch-Schwärmen, die sich plötzlich wie ein Vorhang auftun und man sich einem riesigen Tarpoon gegenüber sieht. Es hat nicht nur viel Kleinfisch, es hat auch unglaublich viele Tarpoone die alle gut über einen Meter lang sind. Ab und zu stürzen sich Pelikane neben einem ins Wasser so, dass man ihnen beim tauchen zusehen kann. Ich hab mal irgendwo gelesen, dass die Sehschärfe der Pelikane mit dem Alter nachlässt und sie sich dadurch in Sachen Tiefe schon mal verschätzen können. Ich hoffe nur sie verschätzen sich nicht in den Koordinaten, sonst gibt's eins auf die Birne, was wie ich mir vorstellen könnte einem den Schädel spalten würde. Nach dem Schnorcheln hängen wir im Cockpit und schauen den Charter Booten beim Bojen aufnehmen und Ankern zu, was auch nie langweilig wird.

Das ist Foxy's, jeder der die B.V.I's besucht muss unbedingt einmal hier gewesen sein, da haben wir ja Glück, dass auch wir dies nicht verpasst haben.
Obwohl wir am nächsten Morgen nicht besonders fit sind entschliessen wir uns für einen Landgang.

Bis wir dann endlich unterwegs sind ist es schon beinahe Mittag. "Oh.. schau mal, der Koch dieser Imbissbude scheint im Moment nicht viel zu tun zu haben. Oh, das ist gar nicht der Koch, das ist der Typ von gestern Abend, oh Mann wir sind schon nicht besonders fit.... aber der hier...
Oh mann, von unten sah das gar nicht so steil aus..... Aber wie es so ist, wenn man das Gefühl hat man sei gleich oben, auch wenn man eigentlich weiss, dass der Schein trügt, nimmt man dann das letzte Stück auch noch, das sich aber wie sich herausstellen wird, doppelt so lange ist, wie das bereits zurückgelegte.

So nun haben wir das lange und das doppelt so lange Stück geschafft und befinden uns auf dem höchsten Punkt. Sicht hinunter in die Great Bay und hinüber nach St. John.
Am nächsten Morgen geht es zur White Bay, auch so eine Bay wo man unbedingt mal gewesen sein muss. Wir finden sogar einen Ankerplatz aber nach zirka einer Stunde müssen wir feststellen, dass "man" vielleicht unbedingt hier gewesen sein muss "wir" aber nicht. Es ist unglaublich was hier los ist, für unseren Geschmack eindeutig zu viel. Wir überlassen unseren Ankerplatz denjenigen, für die das, was wir nicht so toll finden, einfach unentbehrlich ist und schmeissen den Anker bei Little Jost Van Dyke.
Na das sieht doch schon um einiges ruhiger aus.

Sieht genauso aus wie ein Segelkat, hat aber einfach keinen Mast, stört ja nur dieser Stecken mitten auf dem Deck. Auch sonst sieht man hier viel mehr Motorboote als sonst wo in der Karibik, ja wir sind nun mal näher bei Amerika als auch schon.

Auf der Nordseite der Insel gibt es einen Felseinschnitt durch den bei Hochwasser die Wellen mit ziemlicher Wucht in einen natürlichen Pool schlagen. Was im Pool dann diese Bubblys verursacht.

Da ist Rolf bevor eine grössere Welle reinkommt.

Und da ist Rolf während die grosse Welle reinkommt. Dieser Bubbly Pool hat wirklich Spass gemacht, ob dieser Spass dann auch die geschliffene Sonnenbrille von Rolf wert war, die jetzt irgendwo auf Grund liegt, nun darüber lässt sich streiten.
Dann geht es nochmals nach Road Town zum einkaufen, diesmal schauen wir uns die Marina an wo all die Charteboote liegen. Was wir sehen bestätigt was wir schon gehört haben, Die B.V.I's sind das grösste Charter-Revier in der Karibik. Auch wenn wir uns vorgestellt haben, dass das ziemlich viele Boote sind, müssen wir unserer Vorstellung noch ziemlich viele hinzufügen.


Buck Island ist eine Privat Insel mit einem Burg ähnlichen Wohnsitz.
Es geht weiter nach Virgin Gorda, vorbei an den Baths, zum South Sound. Also es gibt ja hier massenweise Orte wo man unbedingt gewesen sein muss, wovon die Baths die un-unbedingtesten sind. Wir aber haben die Schnauze voll von all diesen "da muss man gewesen sein" lassen die Bath's links liegen und segeln an der Ostküste zum South Sound.

Eine grosse Bucht mit vorgelagertem Riff, abgesehen von ein paar Einheimischen die bei Niedrigwasser auf dem Riff Muscheln sammeln, sind wir hier alleine. Ein guter Grund etwas länger zu bleiben.

Nächster halt Deep Bay, auch hier haben wir den Ankeplatz für uns alleine, der Strand gehört zu einem Hotel in dem kaum was los ist. Hier wird nochmals der Windsurfer ausgepackt.

Übrigens, wer hier angeln will, braucht eine Bewilligung die 45 US$ kostet. Natürlich musste Rolf eine haben, diese hat sich aber überhaupt nicht bezahlt gemacht. Beim schleppen haben wir überhaupt nichts gefangen und mit dem Angeln am Ankerplatz ist das so eine Sache. Es gibt hier zwar unglaublich viele Riff-Fische die genug depressiv sind um an die Angel zu gehen, aber leider gilt hier jede Art von Riff-Fisch als Ciguatera gefährdet. Es ist zwar einmal ein Snapper bei uns in der Pfanne gelandet, aber der Gedanke, dass dieser giftig sein könnte hat uns den Spass daran verdorben, der Fisch wollte einfach nicht so recht schmecken. Da wir uns vor der Atlantiküberquerung nicht noch eine Vergiftung holen wollten die unter Umständen noch monatelang Folgen haben kann, hat Rolf danach das Angeln am Ankerplatz aufgegeben.
Ich hab nochmals durchgelesen was ich hier über die B.V.I.s geschrieben habe und bin zum Schluss gekommen, dass man den Eindruck haben könnte, dass es uns hier überhaupt nicht gefallen hat. Dem ist aber nicht so, über Wasser ist zwar alles irgendwie künstlich aber trotzdem hübsch Unter Wasser ist es einfach genial schön, es übertrifft alles was wir in den Leeward und Windward Islands gesehen haben. Ist auch nicht sehr verwunderlich, da hier seit Jahren Ciguatera ein Problem ist, werden hier Riff-Fische weder geangelt noch gejagt. Was mit Sicherheit ein Grund dafür ist warum es hier so viele gibt und diese auch sehr zutraulich sind. Nirgendwo sonst konnten wir so viele verschiede Arten aus nächster Nähe betrachten. Was die Kosten betrifft ist es auch nicht so schlimm wie das was wir gehört haben. Abgesehen von den Klarierungs-Kosten hatten wir für das Boot keine weiteren Auslagen, es gibt noch genügend Ankerplätze die kostenlos sind. Und obwohl es hier definitiv zu viele Charter Boote gibt, ist es immer noch möglich einsame Ankerplätze zu finden. Lebensmittel sind zwar relativ teuer, aber da wir das schon vorher gehört hatten, haben wir in St. Maarten noch gebunkert und mussten hier nur Frischwaren kaufen. Positiv ist auch, dass man sich hier überall sicher fühlt, was auf einigen der Lee- und Windward Island nicht immer der Fall ist. Und eben, zum segeln ist es hier einfach herrlich, die Inseln liegen so nahe beieinander, dass man an einem Tag mehrere Ankerplätze anlaufen, in der Stadt einkaufen, eine kleine Wanderung machen und schnorcheln kann. Toll war auch, dass wir sozusagen an jedem Ankerplatz Wifi hatten. So, jetzt hab ich hoffentlich das Image wieder ein bisschen aufpoliert.
Einklarieren in St.John US Virgins. Kurz und schmerzlos, dank der US-Visa, die sich die beiden letztes Jahr in der Schweiz besorgt hatten. Kein grosser unterschied zu den BVI's, Bezahlt wird natürlich auch mit US$ und gefahren wird ebenfalls auf den linken Seite, natürlich mit links gesteuerten Amikesseln! Gemäss Donald Street Jr.'s Cruising guide, den wir seit unserer ersten Reise rumschleppen, kam das so: Als die USA die Virgin Islands von den Dänen kauften, herrschte dort Linksverkehr und dieser war meistens auf vier Beinen unterwegs. Nachdem die neuen „Eigner“ das System auf den „normalen“ Rechtsverkehr umgestellt hatten, kam es zu nicht wenigen Unfällen, weil das Esel- oder Ochsenfuhrwerk auf dem Nachhauseweg langsam aber sicher wieder auf die „normale“ linke Seite gewechselt hatte, während der „driver“ auf dem Wagen vor sich hindöste. So war es dann einfacher, wieder zum Linksverkehr zurückzukehren, als all den Ochsen und Eseln Verkehrsunterricht zu verpassen, zumal es zu dieser Zeit noch keine Multimedialen Lernsysteme mit Multiple – choice Prüfungen gab.
St John ist zum grössten Teil National Park, es gibt noch zwei Buchten wo man kostenlos ankern kann, diese sind aber so voll, dass es praktisch unmöglich ist einen Ankerplatz zu finden. Ansonsten kosten die Bojen an denen man übernachten kann 15US$ pro Nacht. Tagsüber kosten die Bojen nichts, müssen aber bis spätestens 17:00 verlassen werden. Alles ist sehr geregelt, wann man wo ankern, wo wieviel welchen Müll entsorgen, Land betreten und weiss sonst noch was darf oder nicht darf. Das ist uns alles ein bisschen zu kompliziert , wir segeln rüber nach St. Thomas, obwohl das mit dem Müll in St. Thomas genau so kompliziert ist. Auf dem Zettel den wir beim einklarieren erhalten haben steht, dass Müll aus dem Ausland speziell entsorgt werden muss, nicht nur Biomüll auch jede Verpackung die mit Esswaren aus dem Ausland in Berührung gekommen ist. Bis man eine Stelle findet wo man solchen Müll entsorgen kann, ist dieser in wasserdichten Säcken an Bord zu lagern. Irgendwelchen Müll irgendwo falsch deponieren kostet 1000US$. Dieses technisch so hochstehende Land, dass als erstes seine Flagge in den Mond gestöpselt hat, ist immer noch dabei die geographischen Gegebenheiten mit ihren Müllbergen umzugestalten, was wir technisch, für eher etwas zurückgeblieben halten.

Hier seht ihr den
Müllberg, der im Moment aktuell ist.
Wie viele von den
umliegenden Hügeln bereits zugewachsene Müllberge sind?
Wer will das schon
wissen?

So sieht es in der Benner Bay aus, alles ein bisschen „abgefackte“ Boote, die bei Niedrigwasser etwas schepps in der Gegend rumstehen, da es hier sehr untief ist.
Früher war die Lagune vor der Benner Bay noch voll von solchen Booten, vor zwei Jahren aber wurde die Lagune zum Marine Park ernannt und die ganzen "Liveabord" mussten verschwinden. Dies wussten wir als wir unseren Anker in der Lagune schmissen aber noch nicht so genau. Natürlich ragen Tafeln am Ufer aus dem Wasser auf denen steht was man hier darf und was nicht, aber es steht nirgends, dass hier Ankern verboten ist. In der Lagune vor Cas Cay ist es wunderbar, es gibt massenweise Fisch und das Wasser ist glasklar. Beim schnorcheln entdeckt Rolf eine Menge alter Moorings die offenbar von den ehemaligen "Liveabord" stammen. Im Gespräch mit einem solchen, erfährt Rolf, dass ankern hier eigentlich nicht erlaubt ist, es soll aber für ein paar Tage geduldet werden. Total ruhig und schön hier, aber irgendwie halt doch ein bisschen blöd, wenn man nie genau weiss ob man das nun darf oder nicht. Überhaupt aufgrund all der Verbotstafeln die uns immer und überall begegnen scheint uns, aus dem Land der unbeschränkten Möglichkeiten ist das Land der unbeschränkten Verbotstafeln geworden. Nicht nur beim deponieren eines Müllsacks haben wir immer irgendwie das Gefühl irgendwas falsch zu machen. Anderseits ist fraglich, ob man all die Verbotstafeln so ernst nehmen muss.

Hier zum Beispiel wieder so eine "DO NOT" Tafel. Allerdings wird diese nicht ganz ernst genommen, denn besser als mit zwei grossen Müllmulden kann man eine Ausfahrt wohl nicht blockieren.
Wenn wir schon mal hier sind, wollen wir auch die Hauptstadt von St. Thomas, Charlotte Amalie gesehen haben, obwohl uns klar ist, dass dort Tourismus pur angesagt ist. Wir haben gelesen, dass irgendwann um Ostern dieses Jahr, sechs grosse Kreuzfahrtschiffe gleichzeitig hier waren, was den Rekord von 23'000 Touristen an einem Tag zur Folge hatte. Da kommt mir doch gleich wieder das Thema Müll in den Sinn, muss Täglich ne ganze Menge sein, bei den vielen Touristen.
In der Stadt ist es so wie in anderen Zollfreien Städten wo so viele Passagierschiffe landen, obwohl St. Thomas eigentlich nicht richtig Zollfrei ist, aber irgendwie doch. Wie gesagt, elend lange Einkaufsstrassen wo man Schmuck, Elektronik, Zigaretten und Alkohol kaufen kann. Diese Einkaufsstrassen sind eigentlich recht hübsch, leider wird das Bild von den allzu vielen Touristen versaut. Ich will jetzt nicht näher drauf eingehen was für ein Bild diese Schweiss überströmten bleichen meist gut genährten Amerikanischen Touristen in ihren kurzen Hosen, weissen Turnschuhen und Träger-Shirts abgeben. Es sind nicht nur ein paar, es sind hunderte.
Da in ein paar Tagen Karneval ist, wird gerade ein Festplatz aufgebaut. Die Karussells die hier stehen stammen aus den 50er und 60er Jahren. Eines davon ist ein reines Harley Davidson Karussell.

Das ist also der Grund warum heutzutage so viele Harleys verkauft werden. Mit diesem Karussell wurde den Goofen im zarten Kindesalter das Gefühl vermittelt, irgendwann, wenn sie mal gross sind, so ein Motorrad besitzen zu müssen. Dass gut 50 Jahre vergangen sind bis dies Wirkung zeigte ist kein Wunder, denn bis man sich so ein Teil leisten kann ist einem schon das eine oder andere graue Haar gewachsen. Na, wenn das mal kein langfristig perfektes Marketing ist.

Hier werden gerade Boote auf einen Frachter geladen.
In der uns noch verbleibenden Zeit pendeln wir zwischen Cas Cay und St.James hin und her. In der Benner Bay wo man gut einkaufen kann, gibt es auch einen Buget Marine wo wir uns eine neue Ankerkette kaufen und feststellen, dass es eben doch nicht Zollfrei ist. Eigentlich ist es ein bisschen doof, wenn man gerade von St. Maarten kommt und hier eine Ankerkette kauft. Uns war schon länger aufgefallen, dass unsere Rostfreie Kette etwas Korrosion hat, waren aber der Meinung, dass diese noch lange halten würde. In den B.V.I's haben wir dann Leute auf einem Boot kennen gelernt die ebenfalls eine Niro Kette hatten die total durch-korrodiert war. Rolf hat sich dann unsere Kette etwas genauer angesehen und hat einiges an Lochfrass gefunden und beim herumnodern in diesen Löchern ist da so einiges herausgebröselt. Nun, vielleicht hätte die Kette ja noch eine Weile gehalten, aber es ist einfach ein blödes Gefühl, wenn man sich vor Anker nicht sicher fühlt.

Vor allem, wenn man so komische Wolkenbilder sieht, hätte man doch gerne eine Ankerkette, der man trauen kann.
Als wir das erste mal in St. James waren, wurden gerade Moorings ausgebracht, erstaunlicherweise kann man diese aber kostenlos benutzen. Darüber freuen wir uns natürlich, denn auch hier ist es nicht ganz einfach den Anker weder in Korallen noch Seegras zu schmeissen, was übrigens auch strikte Verboten ist und in unserem Virgin Führer bestimmt 100 mal geschrieben steht. Das macht ja auch Sinn, Korallen sind sowieso Tabu, aber ein oder zwei Büschel Seegras sind hier einfach unvermeidlich. Also es gibt jetzt neu Moorings in St. James und es sind Tafeln verankert auf denen steht wie diese zu benutzen sind, so mit "DO" und "DO NOT"

St. James ist auch ein wunderbarer Ankerplatz. Es ist praktisch unmöglich hier ins Wasser zu gehen ohne einen Eagle Ray zu sehen.
Nebst den Rochen die den Anschein haben durchs Wasser zu fliegen, gibt es aber auch unzählige Riff-Fische, und schöne Korallen. Wie ihr euch vorstellen könnt, hat man auf einer Insel mit so viel Tourismus, solche Orte nicht für sich alleine. Hier kommen Täglich mehrere Boote her, die Schnorchel-Touren anbieten. Auch auf diesen Booten sind ganz viele Menschen. Das man aus Sicherheits-Gründen mit Schwimmwesten schnorcheln geht, scheint mir auch eher Amerikanisch. Bevor die Schnorchler ins Wasser hüpfen dürfen, werden sie über Gebrauch von Flossen, Schnorchel, Maske und Schwimmweste instruiert. Die Leute schauen interessiert zu und ziehen den Gurt der Schwimmweste im Schritt tapfer fest, so dass die sonst schon eher knappe Badehose nicht mehr gesehen, vom betreffenden aber umso besser gespürt werden kann.

Wenn all die Gurte im Schritt schön fest sitzen geht's ab ins Wasser, gucken, ein bisschen kreischen wenn der grosse Baracuda vorbeischaut, zurück auf's Boot und weg sind sie. Zeitweise paddeln gegen 100 Leute im Wasser rum. Mit diesen Schwimmwesten sieht das aus, als wäre gerade ein Passagierschiff gesunken. Vor Cas Cay passiert übrigens auch jeden Tag das selbe nur kommen da die Schnorchler mit Kanus, da Boote mit Motor im hinteren Teil der Lagune verboten sind. Diese Invasionen finden aber nur zwischen 10 und 15 Uhr statt, davor und danach ist es herrlich ruhig.
Schon seit mindesten zwei Wochen studiert Rolf den Wetterbericht eingehender als sonst, denn es ist langsam Zeit die Atlantiküberquerung in Angriff zu nehmen. Bis jetzt waren aber noch eindeutig zu viele Stürme im Nord-Atlantik unterwegs, anderseits zeigt uns die Wassertemperatur, dass wir hier langsam verschwinden sollten. Noch nie, oder besser gesagt seit gemessen wird, war in der Karibik das Wasser um diese Jahreszeit so warm. Dieses zu warme Wasser ist Nährstoff für Hurrikans, die Saison könnte früher beginnen und es könnten sich mehr Hurrikans bilden als sonst. Rolf kündigt an, dass am 16 Mai die Vorhersagen nicht allzu schlecht aussehen. Natürlich kann das Wetter nicht für die ganze Überfahrt vorhergesagt werden da diese doch so 3-4 Wochen dauern wird, aber zumindest sind die Wettervorhersagen so gut, dass man die ersten 5 Tage weiss was man für Wetter haben wird. Es gibt auch längerfristige Vorhersagen, sogar bis zu 14 Tagen, auf diese sollte man sich aber lieber nicht verlassen, da sie sehr ungenau sind. Zwei Tage bevor wir starten wollen sieht es immer noch gut aus, jedenfalls was das Wetter betrifft, was nicht so ganz gut aussieht sind unsere Haus-Batterien. Eine hat den Geist aufgegeben was bedeutet, dass wir die ganze Batterie Bank erneuern müssen. O... Ohhh... jetzt wird es aber ein bisschen eng, denn wenn wir nur einen Tag später starten haben wir den für uns passenden Wind bereits verpasst. Na Leute, dann heisst es mal die Finger raus nehmen. Ausnahmsweise hören die beiden auf mich und Hektik kommt auf. Zuerst muss mal geklärt werden wo wir so schnell die passenden Batterien bekommen. Rolf telefoniert rum und wird fündig, in der Road Bay in einem Fischerladen sind welche zu haben. Damit aber die neuen Batterien eingebaut werden können, muss die Batteriebox noch etwas abgeändert werden, was Rolf noch am gleichen Tag macht. Am nächsten Morgen geht es rüber, vorerst mal in die Muller Bay vor Anker, dann mit dem Dinghy in die Road Bay. Die bestellten Batterien sind tatsächlich da und es sind sogar die richtigen. Ausgerechnet heute hat es tierisch Wind und es ist unmöglich die drei Batterien mit dem Dinghy zu transportieren, ohne dass diese vollkommen im Salzwasser gebadet werden. Rolf versucht abzuklären ob wir an der Tankstelle kurz anlegen dürfen um die Batterien einzuladen. Wir dürfen nicht, es könnte ja sein, dass genau wenn wir am Steg hängen einer kommt und Diesel will, obwohl an diesem Steg mindesten drei Boote Platz haben. Schlussendlich bewilligt uns aber die Marina, kurz an einem anderen Steg festzumachen. Ist ja immer besonders geil bei soviel Wind in einer Marina herum zu manövrieren. Wir legen ohne Schaden an, der Typ mit den Batterien wartet bereits am Steg, die Batterien werden eingeladen und es geht zurück nach St. James. Da angekommen baut Rolf die Batterien ein. Am nächsten Tag geht es nach St. Johns zum ausklariern und auf geht's zu den Azoren.