Grenada to St.Maarten
18.11.2009 - 18.03.2010
Das halbe Jahr ist um und Erni und Rolf sind von ihrem "Geld-verdien-Urlaub" aus der Schweiz zurück.

Und was haben die beiden mitgebracht. Aha... Impression aus der Schweiz, zwei Nativs in Sonntags-Kluft auf dem Tanzboden.
Tropf, Frosch und ich haben im letzten halben Jahr auf Xantus aufgepasst, allerdings gab dies nicht besonders viel tun, da es eine ausnehmend ruhige Hurrikan Saison war.

Nun
sind sie wieder da, schneeweiss, fett und nonstop transpirierend.
Ich hab mich richtig gefreut, dass die beiden wieder kommen, war mit der Zeit schon ein bisschen langweilig. Nun aber wo sie da sind, gehen sie mir schon wieder auf die Nerven. Den ganzen Tag jammern sie rum wie heiss es hier ist, vorallem dann wenn man gerade aus Europa komme wo sich's die Grade gerade so um den Nullpunkt gemütlich gemacht hätten und man hier bei sowas um die 32 Grad körperlich arbeiten müsse. Jammer, jammer, schwitz, schwitz, so geht das knapp eine Woche bis die Arbeiten im, auf und unter dem Schiff soweit erledigt sind, dass Xantus wieder zu Wasser gelassen werden kann. Zwar ist da noch der Streifen unterhalb der Reling der noch zwei mal gestrichen werden muss aber das kann man ja auch im Wasser machen meinen die beiden. Kann man schon, wenn es nicht allzuviel Schwell hat, dummerweise hat es aber allzuviel Schwell. Rolf meint wir könnten ja in eine Bucht segeln wo es ruhiger ist, Erni aber meint dann komme wieder Salzwasser auf die Grundierung und sie könne nochmals von vorne beginnen. Wie so oft, setzt Erni ihren Kopf durch und der Streifen wir hier jetzt und sofort gestrichen und dies während Xantus schaukelt als hätte er nichts besseres zu tun. Erni robbt mit der Farbrolle bewaffnet über das Deck während sich Rolf als kardanischer Farbtray-Halter betätigt und in dieser Funktion dem Farbroller folgt. Sieht nicht besonders bequem aus wie Erni da unter der Reling durch, Kopf über am malen ist. "Währe wohl einfacher gewesen, wenn wir noch zwei Tage auf der Werft geblieben währen" "Ja mit Sicherheit, nun ist es aber zu späAUUUUUUUAAAA!!!!!!!!!!!!..... SCHEI..... !!!!!!!!! AUUU.... AUUUU... AUUUUUUUUUAAAAAAA!!!!!!!!!!!!!!!! " Mit all diesen AUUUUAS hat Erni aber noch lange nicht gesagt was sie zu sagen hat, zwischen den AUAs hört man Worte die weder gesagt noch geschrieben werden sollten. Wir warten bis Erni nicht mehr ganz so heftig flucht um höflich nachzufragen wo es denn weh tue obwohl allen klar ist, dass es die Rippe sein muss die gerade auf den Genua-Rutscher geknallt ist. Erni meint "ich will jetzt nicht darüber reden" und malt verbissen weiter. Wir versuchen nicht zu lachen was uns auch mehr oder weniger gelingt. Es gibt auch nichts zu lachen den die nächsten 6-8 Wochen werden wir damit leben müssen, dass Erni bei jeder Bewegung ein "Mmmpf.. Autsch.. Scheibe.... oder sonstige Geräusche von sich gibt. Eine kaputte Rippe die im normalen Leben schon genügend Gründe findet Schmerz-Infos ans Hirn zu senden, findet wenn sie sich auf einem Segelboot befindet um einiges mehr Gründe dies zu tun da diese Welt pausenlos irgendwie in Bewegung ist, auch Nachts.........
Zuerst geht es nach Hog Island wo wir unsere Freunde von Bagalut treffen, leider nur für ein paar Tage da diese an Weihnachten in Bequia sein wollen. Wir bleiben noch etwas auf Grenada, da wir auf ein Schiff warten, das uns eine neue Membrane für unseren Wassermacher bringen soll. Da die Wetterbedingungen im Moment nicht gerade optimal sind um von Trinidad nach Grenada zu segeln, zieht sich die Sache dann auch etwas in die Länge. Dies ist für uns aber kein Problem es gibt noch genug Arbeiten auf Xantus die erledigt werden sollten. Auch am Abend wird es nicht langweilig, da Hochsaison ist, ist auch überall etwas los. Hie und da machen wir auch einen kleinen Spaziergang wo es wie immer irgend etwas zu entdecken gibt.

Wie
zum Beispiel bei einem Spaziergang in einem Villenviertel dieses
Einladende Schild hier. Der darauf abgebildete geifernde Köter
lässt keine Fragen offen. Hier wird eindeutig vor dem Hunde
Gewarnt.

Bei diesem in der Schweiz aufgenommenen Bild wird im Gegensatz zum oberen Bild nicht vor dem Hund, sondern der Hund selbst gewarnt. Ja.. ja.. so sind sie halt die Kulturunterschiede.
Kurz vor Weihnachten kommt dann die Membrane aus Trinidad und wir können weiter. Natürlich geht es nach Carriacou wo wir all die Leute treffen wollen die wir da kennen.

So sah der Himmel an Silvester 2010 über Carriacou aus. Es ist Vollmond, wir haben sowas um die 29 Grad und der leichte Wind raschelt in den Palmen-blättern.

Direkt
unter diesem Himmel in Domis Garten ist die Temperatur noch etwas
höher. Hier wird ein Schaf auf Argentinische Art über dem
Feuer gebraten, was alle Anwesenden toll finden, mal abgesehen vom
Schaf, aber diese Schafe haben ja immer und überall was zu
meckern.

Also gemeckert hat es auf dem Grill natürlich nicht mehr. So mit der Säge von Domis Werkstatt gevierteilt und ohne Kopf meckert's sich natürlich schlecht.

Die Säge ist wieder im Einsatz, diesmal trennt sie die gegrillten Rippen voneinander. Mmmmmmm.... wie das duftet, ran an den Speck.
Hmmmm.... ja im Geschmack total lecker, aber so ein bisschen zäh..... Da ist sie, die Rache des Schafes, es ist so zäh wie.... wie...ähmmm... wieeeee......... es gibt einfach keinen Ausdruck dafür, Schuhsole währe masslos untertrieben. Bin mal gespannt ob all die anwesenden Zahnbrücken, Implantate, Plomben und sonstige zahnärztlichen Kunstwerke diesen Kau-Marathon schadlos überstehen. Vielleicht ist besagtes Schaf so zäh weil es an diesem Morgen noch friedlich auf der Wiese nebenan gegrast hat, und somit keine Zeit hatte um abzuhängen oder das Tier hat sich auf dem Grill etwas verkrampft, weil ihm seine Kumpels von der Wiese nebenan beim hemmungslosen grillen zugeschaut haben, ersteres scheint mir aber irgendwie wahrscheinlicher. Wie alles im Leben hatte natürlich auch dies sein gutes, da das abnagen einer Rippe abendfüllend war, war das warten auf Mitternacht dann auch relativ kurzweilig.

Und schon ist es soweit, zum Start ins 2010 lassen wir noch ein paar abgelaufene See-Not-Raketen in die Luft. Übrigens noch ein Tip von mir, an Silvester in Seenot zu geraten ist eine denkbar schlechte Idee, denn da werden so viele abgelaufene Seenotraketen abgefeuert, dass eine nicht abgelaufene, die als solche sowieso nicht erkannt werden würde, wohl kaum irgendwelche Aufmerksamkeit erregen würde.
So... somit wäre der Sprung ins neue Jahr geschafft und der Schiffsalltag nimmt wieder seinen Lauf. Apropos, wie soll es in unserem Schiffsalltag eigentlich weitergehen?. "Wie... was... gar nicht weiter, eher zurück, was soll das heissen?!?!?!?! das ist ja ganz was neues!" Mir gefriert mein ohnehin schon kaltes Blut ....... die beiden wollen nach Hause....., was im Klartext bedeutet, dass ich gefeuert bin. Zwar hab ich meinen Job noch bis wir wieder in Europa sind, aber danach werde ich arbeitslos sein, dann gibt es ganz einfach nichts mehr über Reisen zu berichten, denn die beiden wollen wieder ins ganz normale Leben einsteigen. Irgendwie bin ich aber auch froh, dass es endlich in irgend eine Richtung geht, seit Ende 2006 hängen wir nun in der Karibik rum und mittlerweile weiss ich auch nicht mehr was ich über die Inseln schreiben soll die wir zum X-ten mal besuchen.
Nun ja, dann muss ich meine Frage wohl anders stellen. Auf welchem Wege und wann soll es denn zurück nach Europa gehen? Die beiden haben beschlossen, dass wir noch bis in die Virgin Islands wollen und von da aus Ende April / Mitte Mai via Azoren ins Mittelmeer. Ja und dann ist es vorbei mit der Seglerei, das Schiff soll verkauft werden und die beiden wollen sich wieder ein Zuhause und Arbeit in der Schweiz suchen. Für diesen Entschluss gibt es massenweise Gründe, anderseits gibt es auch massenweise Gründe einfach endlos weiter zu segeln, dummerweise sind aber die Gründe die für ein beenden der Reise sprechen irgendwie vernünftiger.
Also... Atlantiküberquerung = Schiff Top Zustand = Arbeit. Na, dann ran an die Säcke ihr Säcke. Wie wär's wenn ihr endlich mal die Kurzwellenfunke einbaut, die ihr nun bereits seit zwei Jahren in irgendeiner Bilge spazieren fährt. Soll bei einer Überquerung unheimlich von Nutzen sein so ein Gerät, zum Beispiel um unterwegs Wetterbericht zu empfangen. Rolf macht sich an die Arbeit und ich staune nicht schlecht, im Umfang dieser Arbeit wird auch gleich noch die ganze Naviecke neu gestaltet. Seit Beginn unserer Reise befindet sich die Naviecke im Zustand des Provisoriums, eben solange begleitet uns eine passende Holzplatte die dazu dienen soll dieses Provisorium in eine Endversion zu verwandeln. Nun das mit dem Jahrelangen Provisorium war eigentlich gar nicht schlecht, denn in der Zwischenzeit wurde die vorhandene Elektronik mindestens einmal erneuert und einiges ist hinzugekommen. Was die Elektronischen Navigations-Hilfsmittel betrifft ist seit Beginn unserer Reise einiges neu auf den Markt gekommen wovon Rolf natürlich auch so einiges haben musste. Sind ja immer total spannend diese neuen Spielsachen. Was Rolf weniger spannend findet ist, dass all diese Spielsachen Kabel haben die irgendwie im Schiff verlegt werden müssen.

So sieht es zu Beispiel mittlerweile hinter der Naviecke aus, au Backe... all diese Kabel wollen irgendwo connected werden.
Ich meinerseits finde es eben so spannend wie aufregend, je mehr Kabel verlegt werden müssen um so spannender wird die Sache. Dies weil bei bestimmten Durchführungen wo schon beim Einzug des vor-vor-letzten Kabels eigentlich kein Platz mehr dafür war, nun nochmals ein Kabel eingezogen werden muss. Beim Bau unseres Schiffs vor 20 Jahren ist niemand auch nur ansatzweise auf die Idee gekommen, dass jemals soviel Kabel von Nöten sein könnten. Vor 20 Jahren gestaltete sich das Leben auf einem Schiff noch um einiges einfacher, dafür aber war das navigieren um einiges komplizierter. Nun es werden also wieder mal Kabel verlegt, es wird geflucht, geschwitzt und manchmal fast geheult, Tropf Frosch und ich haben somit glänzende Unterhaltung.
Übrigens Rolf hat noch mehr schöne Sachen aus der Schweiz mitgebracht, ja genau mit Kabeln dran. "Nein ich hab nicht gespottet, ist doch so oder?" O.K. irgendwann sind alle Arbeiten die wir hier in Carriacou machen wollten wo wir Domis Werkstatt benützen können gemacht und es kann weitergehen.

Zuerst mal in die Grenadines wo wir unsere Freunde von Bagalut nochmals treffen. Bei fischen, schnorcheln, essen, saufen und irgendwelchen Reggae Partys flitzt die Zeit nur so davon.
Irgendwann war die Rede davon, dass wir noch die Bahamas besuchen könnten. Mittlerweile kann davon aber überhaupt keine Rede mehr sein, wenn wir weiterhin in diesem Tempo vorwärts kommen, können wir froh sein, wenn wir es noch bis in die Virgin Islands schaffen. In Bequia verabschieden wir uns dann von unseren Freunden, nach Zwischenhalt in St. Vincent und in St. Lucia sind wir zwei Tage später in Martinique. Hier wird wieder mal gebunkert, bis die Wasserlinie von Xantus eindeutig klar macht, dass nun genügend Bier an Bord ist.
Mir ist aufgefallen, dass die Wasserlinie in Zusammenhang mit Bier so ihre ganz eigenen physikalischen Gesetze entwickelt. Wenn wir Bier bunkern, liegt das Schiff tiefer im Wasser, wird Bier konsumiert liegt das Schiff wieder höher, natürlich mit einer gewissen Zeitverzögerung wenn sich die Konsumierenden auf dem Schiff befinden, soweit scheint mir die ganze Sache auch irgendwie logisch. Warum aber nun Rolfi's persönliche Wasserlinie steigt wenn er dieses Bier konsumiert ist mir noch etwas schleierhaft. Also....... in Zusammenhang mit dem Schiff ist bunkern Plus und konsumieren Minus, bei Rolf dagegen ist konsumieren Plus. Hmmmm..... soweit so gut....und jetzt????? Rechnerisch scheint mir die Sache nicht lösbar, vielleicht sollte ich es mal mit Logik versuchen. Logisch ist, dass Rolf vom Bier einen Bierbauch bekommt und da Fett leichter ist als Wasser steigt Rolfi's persönliche Wasserlinie. Was, nein ich hab nicht gesagt, dass du einen Bierbauch hast Rolf, das sind reine Spekulationen, hier geht es um die Lösung von physikalischen Problemen.

Ist das mein Abendessen??????? Könnte es sein, dass Rolf immer noch sauer ist. Aaach... der ist aber auch empfindlich. Ähmmm... und wo ist das Bier????
Eines Morgens sieht Xantus aus als hätte er in einer Kiesgrube übernachtet, das ganze Deck ist voll von irgendwas was als Dreck bezeichnet werden könnte, bloss was für Dreck und wo kommt der her? Sahara-Staub kann das nicht sein so grau wie dieses Zeug ist, es ist irgendwie so.... so... ähmmm... so......??????? Im Wetterbericht wird "eingeschränkte Sichtweite durch Vulkanasche" gemeldet. Aha Vulkanasche ist das also, aber von welchem Vulkan? Der einzige aktive in der Umgebung ist auf Montserrat was Nordwestlich von uns liegt und der Wind kommt momentan aus Südosten, kann's also nicht sein. Die Nachrichten machen uns aber dann klar, dass das doch der Souffriere von Monserrat ist. Bei der gestrigen Eruption wurde Vulkanasche bis in 15'000 Meter Höhe geschleudert, also hinauf bis in den Jetstrem und dieser verteilt das Zeugs so wie es ihm passt.
Zu dieser Jahreszeit sind starke Winde mit nördlicher Tendenz, das was zu erwarten ist. In diesem Jahr scheint irgendwas irgendwie anders zu sein, tagelang haben wir leichte Winde aus Südost, worüber wir uns natürlich keineswegs beklagen wollen, denn das ist genau der Wind den wir brauchen um gemütlich Richtung Norden zu segeln. Nächster Halt ist die kleine Inselgruppe die im Südwesten von Guadeloupe liegt. Iles de Saintes heisst sie und jeder Tourist der Ferien auf Guadeloupe macht muss unbedingt mal die Saintes besucht haben. Wir sind nicht zum ersten mal auf und um Guadeloupe aber die Saintes haben wir bisher noch nicht besucht, müssen wir jetzt unbedingt nachholen. Es ist nicht so, dass wir sehr erpicht sind auf diese Touristen Attraktion. Aber die Vorstellung eines Tages von irgendjemandem der ganz normale Badeferien auf Guadeloupe gemacht hat und bei dieser Gelegenheit natürlich mit der Fähre auch die Saintes besucht hat, gesagt bekommen "Was!?!?!?!??? ihr seid mit dem Schiff so lange in der Karibik gewesen und habt die Iles de Saintes nicht gesehen?" "Also ich kann euch sagen, die Saintes sind ja sooooo schön und ihr ward wirklich nicht dort, also das ist natürlich schade.!!!!!" Zurück bleibt dann das blöde Gefühl irgendwas verpasst zu haben, also kommen auch wir nicht drum rum die Saintes zu besuchen, obwohl wir so viele schöne einsame Buchten kennen.

Und wie ist es auf den Iles des Saintes? Schön.... hat einfach zuviele Touristen.
Nein ehrlich gesagt macht es wieder mal richtig Spass in so einem Französischen Touristenort. Diese Souvenir Einkaufsstrassen mit all ihren Restaurants und Bars, mit Tischen und Stühlen auf der Strasse wo man mit einem Bier in der Hand die Welt passieren lassen kann, das ist die Sache schon Wert. Vor allem sollte es einem das Bier Wert sein, den dieses kostet hier etwas 3mal soviel wie sonst wo.


An diesem schönen Strand sind wir auf dieses schöne Schild hier gestossen. Also liebe Fussgänger, passt auf hier könnten Flugzeuge vorbeikommen. Für die die mit dem Badetuch am Strand in der Flugschneise liegen gilt dies natürlich nicht, sollte ein Flugzeug bis zum Wasser noch nicht mehr Höhe gemacht haben ist sowieso irgendwas faul.
Wieder mal stossen wir auf einen Bau, den Europa finanziert hat.


Diesmal ist es ein Platz........ ein Platz für ähm...... das weiss keiner so genau und weil keiner so genau weiss wozu dieser Platz gut sein soll nutzt ihn auch keiner. Wozu um alles in der Welt finanziert Europa irgendeinen Platz mit Lampen drum rum auf irgendeiner französischen Touristen Insel in der Karibik den kein Mensch nutzt? Es gibt sicher Gründe dafür, diese sind aber offensichtlich einfach nicht nahe liegend. Nun gut, man muss ja nicht alles begreifen.
Um
wieder mal was für unsere Beine zu tun laufen wir auf den Le
Chameau. Gleich zu Anfang unseres Weges sagt uns eine Tafel dass, um
und auf dem Chameau Naturschutz-Gebiet ist. Wie alle diese Tafeln ist
auch diese mit Verboten voll gepackt. Für uns kein Problem, als
Natur liebende halten wir uns natürlich an solche Vorschriften.
Schon von unserem Ankerplatz aus haben wir uns gefragt wieso auf
halber Höhe des le Chameau konstant Rauch aufsteigt, wir haben
uns irgend sowas romantisches vorgestellt wie die rauchenden
Erdhaufen eines Köhlers, was man hier in der Karibik tatsächlich
noch oft sieht. In Wirklichkeit sind es aber keine rauchenden
Erdhaufen sondern rauchende stinkende Deckhaufen wie wir feststellen
müssen, denn hier ist die Outdoor Müllverbrennung von Iles
des Saintes. Was die Verbrennung übersteht wird den Hang
hinunter in's Meer gekippt und das mitten im Naturschutzgebiet. Ich
meine wir wollen ja wirklich nicht immer alles besser wissen, aber
wäre es nicht sinnvoller gewesen wenn Europa irgendwas für
die Müllbeseitigung auf den Iles de Saintes getan hätte?
Bei all den Touristen die hier Täglich die Inseln besuchen und
von denen auch erwartet wird, dass sie ordentlich konsumieren, was
sie auch tun, liegt es auf der Hand, dass massenweise Müll
produziert wird.

Einmal auf dem Gipfel des le Chameau, haben wir eine wunderbare rundum Sicht, hier Blick auf Guadeloupe (Basse Terre)
Nach ein paar Tagen geht es weiter an die West-Küste von Guadeloupe, hier machen wir noch einen Halt bei Pigeon Island und Deshaies. In Deshaies klarieren wir aus und setzten unseren Weg nach Norden fort. Zuerst nehmen wir Kurs auf Montserrat, aber es ist tatsächlich wie der Wetterbericht angekündigt hat, es hat ordentlich Nordschwell. Bei Nordschwell bietet Montserrat keinen geschützten Ankerplatz, ebenso ist es mit Saba das wir auch noch besuchen wollten. Nun ja dann müssen wir eben darauf verzichten und direkt St. Maarten ansteuern.

Montserrat lassen wir Steuerbord liegen, Wie man sieht ist der Vulkan immer noch am brodeln.
Bei der ersten Eruption 1995 gab es nur wenige Tote, da das Gebiet um den Vulkan, inklusive der Hauptstadt Plymouth rechtzeitig evakuiert wurde. Tote gab es nur da wo die Leute ihr Hab und Gut nicht verlassen wollten. Seitdem ist die Bevölkerung auf Montserrat ständig zurückgegangen, wegen der Luftverschmutzung durch die Vulkanasche wurde das Leben auf der Insel beinahe unerträglich.1995 hatte Montserat noch eine Bevölkerung von 11'000, jetzt sind es noch sowas um die 4500. Als der Dom dann im Sommer 2003 einbrach war man der Meinung, dass der Vulkan jetzt einschlafen würde. Im Jahre 2006 wurde dann aber beobachtet, dass der Dom wieder wächst, ja und vor ein paar Wochen hat er dann auch wieder ordentlich gespuckt.
In St. Martin klarieren wir direkt auf der französischen Seite der Insel, also in Marigot ein. Auf dem Zoll müssen wir dann feststellen, dass jetzt für das einklarieren 25 Euro hingeblättert werden muss und das ankern in der Marigot Bay mit unserer Schiffsgrösse 4 Euro pro Tag kostet. Vor zwei Jahren als wir das letzte mal hier waren war das alles noch kostenlos. Da unsere Kollegen von Sy Amigo die sich vor 3 Jahren hier niedergelassen haben in der Marigot Bay wohnen und wir an deren Adresse ein Paket haben schicken lassen, bezahlen wir mal zwei Nächte Ankergebühren. Dummerweise müssen wir aber dann feststellen, dass unsere Kollegen vor ein paar Tagen in einer Hau-Ruck-Aktion auf die Holländische Seite umgezogen sind.

Nun das heisst für uns, dass wir erst mal in die Lagune umziehen müssen wo das ankern noch kostenlos ist, jedenfalls auf der Französischen Seite. Auch die Benutzung der Brücke die 3 mal Täglich öffnet ist noch Gebührenfrei.
Da eigentlich alles was wir hier erledigen müssen auf der Holländischen Seite stattfindet, schmeissen wir den Anker so nah an der Grenze wie möglich damit wir mit dem Beiboot nicht so lange Strecken zurücklegen müssen. Es ist nämlich so, dass das Schiff auf der Seite der Insel bleiben muss wo man einklariert hat, man selbst kann die Grenze die als solches gar nicht vorhanden ist so oft überschreiten wie man will. Wir scheinen im Moment genau darauf zu wohnen. Gemäss GPS Daten hat es sich Xantus genau auf der Grenzlinie bequem gemacht je nachdem woher der Wind weht wohnen wir mal auf der Französischen und mal auf der Holländischen Seite.
In der Lagune treffen wir dann auch noch auf Sy Springtime auch diese Leute kennen wir wie die SY Amigos aus unserer Brasilien Zeit, auch sie haben sich hier niedergelassen um Geld zu verdienen. Springtime erzählt uns das Bjarne auch hier ist, zwar nicht mit seinem Boot, das hat er verkauft, nein auch er ist zum Geld verdienen hier. Er arbeitet auf einer der gröseseren Luxusmotorjachten als First Ingeneer.

Bjarne besucht uns dann auch an einem freien Nachmittag mit einem Beiboot das beinahe grösser ist als unser Schiff. Hier in der Lagune von St. Martin treffen wir also wieder viele Leute die wir aus unserer Zeit in Brasilien kennen. Dies könnte daran liegen, dass St. Maarten, eine grosse Yacht-Industrie ist und somit Leute die was von Booten verstehen gute Chancen haben einen Job zu finden.
In Reisebericht 27 und 28 hab ich schon von St.Maarten/St.Martin berichtet, darin habe ich erwähnt was auf dieser Insel die in beide Richtungen gerade mal 14 Km misst so alles stattfindet. Wir sind also schon auf einiges vorbereitet, aber auf die über 20 Harleys die irgendwann an uns vorbeituckern sind wir nicht vorbereitet. Das ist doch einfach nicht zu fassen auf einer Insel von dieser Grösse die dazu auch noch nicht mal besonders viele Strassen hat, eine Ansammlung von Harleys. Nun diese Dinger sind sowieso nicht zum fahren gemacht wie dieses Exemplar im Vorgarten des Harley-Davidson Clubs zeigt.

Selbst die Clubmitglieder scheinen wohl der Meinung zu sein, dass eine Harley-Davidson eher was mit Stockanker als mit Motorrad zu tun hat.

Auf unserem Weg in wieder mal irgendein Hardware Geschäft laufen wir dann auch am Harley und Luxuswagen Geschäft vorbei. Im Laden selbst stehen unzählige Nigel-Nagel-Neue Harleys und um den Laden rum stehen all die Luxuswagen die ich hier gar nicht alle aufzählen kann. Wer um alles in der Welt kauft auf einer so kleinen Insel Harleys und solche Luxus-Karossen?

Solche
Auffahrunfälle sind zwar eher selten, aber wie diese Bilder
zeigen, passieren sie doch. Diese Seejungfrau hat es voll erwischt.

Bis jetzt war ich der Meinung, dass Seejungfrauen von der Hüfte abwärts einen Fischleib haben. Diese hier auf dem Bild gezeigte Dame hat aber einen geteilten Fischleib, was rechts und links des Bugs sichtbar ist. Ob dies nun schon vor dem Unfall so war oder ob die Theorie mit der Jungfrau anzuzweifeln ist bleibt dahingestellt. Nun ja wer will das schon so genau wissen.
Irgendwann schaffen wir es dann auch das Paket bei unseren Kollegen abzuholen. Was hat Rolfi den schönes bestellt? Aha irgendwas mit Kabeln dran. Könnte es sein, dass dieses Ding mit Kabeln dran auf dem Schiff eingebaut werden muss und dazu zusätzliche Kabel verlegt werden müssen? Genau so ist es. Ach ja da ist noch was, irgendjemand hat gesagt, dass es im Mai im Norden auch schon mal kalt sein könne, sollten wir da vielleicht mal einen Testlauf mit unserer Heizung machen? Das Thema Heizung kommt immer wieder zur Sprache , die Motivation lässt aber etwas zu wünschen übrig. Nun ja, erstens braucht es Überwindung sich mit dem Gedanken zu befassen, dass sowas wie eine Heizung in naher Zukunft nötig sein könnte und zweitens ist es einfach pervers eine Heizung bei 32 Grad im Schatten anzuschmeissen. Die Zeit vergeht mit ein bisschen am Schiff arbeiten, Heineken Regatta Partys und Happy-Hours wo das Bier einen Dollar kostet.

Die Heineken Partys sind vorbei die Kabel sind verlegt die Heizung ist getestet und wir machen uns auf den Weg zu den Virgin Islands, auch wenn das Bier in der Happy-Hour immer noch einen Dollar kostet.