Carriacou - Grenada
17.03 - 25.05.2009
Da sind wir also wieder in Carriacou, scheint langsam zur Gewohnheit zu werden. Nun ja uns gefällt es hier, die Insel ist einfach schön, der Tourismus ist mal abgesehen von den Yachtis total zurückgeblieben, wir haben Freunde hier und wir haben ein paar Arbeiten am Schiff zu erledigen wobei uns Domis schwimmende Werkstatt die Rolf uneingeschränkt nutzen darf einen grossen Dienst erweist. Für das benutzen der Werkstatt macht Rolf diverse Reparaturen für Domi, angefangen beim Computer bis hin zum Alternator. Wenn wir hier sind, verbringt Rolf sowieso meist den ganzen Tag auf der Werkstatt, scheint ihm Spass zu machen, ist einfach wieder mal was anderes. Als erstes wird unser Dinghy in Angriff genommen, seit neustem bekommt man darin ziemlich nasse Füsse. Da es Risse in der Heckwand hat wird die Reparatur ein paar Tage dauern, für diese Zeit bekommen wir ein Ersatz Dinghy von Domi. Die Sauerei wird also auf Domis Werkstatt gemacht, Rolf hat den ganzen Tag Unterhaltung da immer viele Leute auf die Werkstatt kommen und obendrein haben wir noch ein Ersatz Dinghy.
Als nächstes ist der Deckel unserer Ankerkiste dran. Unsere Ankerkiste ist und war schon immer undicht, ich würde es einen Konstruktionsfehler nennen, so wie der Deckel gebaut ist kann's einfach nicht dicht sein. Diese undichte Ankerkiste nervt schon lange, nur hatte bislang keiner eine Idee wie man das Problem mit möglichst wenig Aufwand beheben kann. Walter hat Rolf auf die Sprünge geholfen, indem er ihm gezeigt hat wie sie ihre Deckel gebaut haben, jetzt weiss auch Rolf wie er's machen will. Da Domi alles noch irgendwie Brauchbare sammelt was er bei seinen Arbeiten an Schiffen demontiert um was neues zu machen, ist seine Werkstatt eine wahre Fundgrube. Rolf findet alles was er für den Umbau des Ankerdeckels braucht. Da im Moment Nordschwell ist haben wir uns in die nördliche Ecke der Bucht verzogen. Domi hat seine schwimmende Werkstatt in die Mangroven versetzt, da er bei dem geschaukel einfach nicht mehr arbeiten konnte. Beim Umbau des Deckels muss auch etwas geschweisst werden, zu diesem Zweck fahren wir ebenfalls in die Mangroven und machen an Domis Werkstatt fest, wo er für uns die Schweissarbeit macht. Es ist tierisch heiss, weil hier kein Wind geht, und die Moskitos haben ihre Freude an uns, wir aber nicht an ihnen, deshalb verlassen wir die Mangroven sobald Domi fertig ist mit schweissen.
Wieder draussen geht Erni daran sich mit der Dichtung zu befassen während Rolf noch ein paar kleinere Teile auf Domis Werkstatt macht. Nachdem Erni die Dichtungen montiert hat, will sie mal den ersten Test machen. Zu diesem Zweck krabbelt sie in die Ankerkiste und verriegelt sie mit einem Schraubenschlüssel von innen. Whoww... ist ja arschfinster hier drin, zwar ist es ziemlich heiss in der Kiste, aber Erni geniesst noch ein bisschen das totale Schwarz, denn das heisst, dass das ganze ziemlich dicht ist. Wie sie gerade so geniesst hört sie ein Hallo... hallo... und klopfen am Schiff. Ich komme ruft Erni und versucht die Gegenmuttern der Verriegelung zu finden um sich zu befreien, findet sie aber nicht im Dunkeln. „Ich hab doch eine Taschenlampe mitgenommen, wo hab ich die bloss?“ Tast...., tast... „scheisse ich weiss doch, dass ich eine mitgenommen habe.“ Tast, tast, tast..... „ ah hier ist sie ja, und jetzt der Schraubenschlüssel, aha hier.“ Fummel, fummel, klapp, klapp und Erni guckt schweissüberströmt aus der Ankerkiste, wo sie sogleich zwei Köpfe die sie nicht kennt über der Bordwand entdeckt. Die beiden Köpfe sehen aus wie zwei Fragezeichen und bringen vorerst mal kein Wort heraus. „Hallo was gibt's denn?“ fragt Erni mit dem arglosesten aller arglosen Grinsen im Gesicht, obwohl sie genau weiss, dass die beiden jetzt unbedingt wissen möchten warum sich diese Frau in der Mittagshitze in die Ankerkiste schliesst, sich aber nicht trauen zu fragen. Ihr könnt noch so fragend dreinschauen, ich sag's euch nicht, ätsch... braucht mal ein bisschen eure Fantasie, denkt sich Erni, schweigt und wartet geduldig bis einer der Köpfe ausspuckt was sie eigentlich wollen. „Ähm .. ja ähm.. Domi schickt uns, wir haben einen kaputten Computer, und er hat gesagt ich soll mal Rolf fragen ob er da was machen kann.“ „Ja dann geht mal auf Domis Werkstatt, Rolf müsste da sein, tschüss.“ Erni grinst sich einen „ich möcht ja jetzt nicht wissen was die beiden denken“ Auch wenn sie's nicht wissen wollte weiss sie's mittlerweile doch, denn nachdem Erni und Rolf die beiden Köpfe näher kennen gelernt hatten, gaben diese gerne Preis was sie sich bei der ersten Begegnung gedacht haben und ich sage euch, da sind ein paar ganz fantasievolle Varianten dabei.
Ein paar Tage später sieht Erni wie ein Dinghy von der anderen Seite der Bucht kommt und eindeutig auf Xantus zuhält. Im Dinghy sitzen zwei Nasen ein Mann und eine Frau, wovon Erni die Frau schon von weitem sagen hört, „Mensch ich glaub's nicht das ist doch tatsächlich Xantus, das glaub ich einfach nicht, das sind sie!“ Erni geht mal schnell all ihre im Hirn gespeicherten Bekanntschafts-Daten durch, findet aber nichts. Jetzt sagt die Frau „wir kennen euch schon lange und wissen alles über euch“ Erni geht noch ein paar in Frage kommende Dateien durch findet aber immer noch nichts, hab ich vielleicht versehentlich gelöscht, mal schnell noch im Papierkorb nachsehen, nö da ist auch nichts. „Wir kennen euch, aber ihr uns nicht“ sagt die Frau. „Aha....?“ meint Erni. Die beiden wurden ebenfalls von Domi geschickt, sie wollen sich einen Bügel von ihm machen lassen, sind sich aber noch nicht ganz schlüssig, da Domi den Bügel mit Alu-Rohr machen will. Deshalb hat er ihnen gesagt, dass da drüben ein Schweizerschiff liegt, dass so einen Alubügel hat und sie sollen sich diesen da doch mal anschauen. Ja und nun sind sie da und sind völlig überrascht, dass dieses Schweizerschiff Xantus ist. Kennen tun sie uns von unserer Webpage und vorallem die Frau scheint wirklich alles gelesen zu haben, was ich für ausgesprochen tapfer halte. Die Frau heisst Brigitta und der Mann René, genannt Stüdi und Städi. Wir bitten die beiden an Bord zweck's Begutachtung des Bügels. Städi entschliesst sich einen solchen Bügel von Domi machen zu lassen und Rolf soll das anschliessen der Solarpannels und dem Windgenerator übernehmen.
Hier ist das Teil schon fast fertig es müssen nur noch Details angeschweisst werden.

Dann
kommt die Montage auf's Boot wo
Rolf auch ein bisschen hilft.

Oder ist er nur dabei um sich ein bisschen am Kopf zu kratzen, könnte gut sein, da die die arbeiten ja keine Hand frei haben um dies zu tun, was aber unbedingt gemacht werden muss, da man dieses am Kopf kratzen allgemein mit Nachdenken in Verbindung bringt

Nachdem
Rolf dann noch ein paar Tage am Elektrischen rumgefummelt hat, ist
das Teil fertig, worüber Stüdi und Städi heilfroh
sind. Dies weil Städi als Morgenmuffel nicht besonders
begeistert ist jeden Tag bereits um Acht den Anker zu hieven und an
Domis Werkstatt festzumachen, weil Stüdi die Ganzen Ausräum-,
Umräum-, Hin- und Herräum, Einräum- und wieder
Ausräum- und nochmals Hin- und Herräum- plus Aufräum-
und Putz-Aktionen satt hat und ihnen das ganze Chaos auf dem Schiff
langsam zum Hals raus hängt. Aber jetzt haben sie's überstanden
und das Resultat kann sich sehen lassen.
Das muss gefeiert werden und zwar mit einem Fondue. Grinst nicht so blöd, was ist daran so komisch wenn man in der Karibik bei über 30 Grad ein Käse-Fondue ist, ähhh ich meine natürlich isst? Städi fährt am Morgen noch extra nach Hillsborough um im Delikatessen Laden frische Baguettes zu kaufen. Er ist der Meinung, dass das Brot unbedingt knusprig sein muss bevor es im heissen Käse aufgeweicht wird. Um zwei Uhr fahren wir rüber zur Tao, erst mal ein Apero und schon sind die Vorbereitungen fürs Fondue im Gange.

Rechaud mit Windschutz......., mir scheint Stüdi und Städi machen nicht zum ersten mal Fondue auf ihrem Schiff.

Oiiii....oii....oioioi.... ganz schön gewagt, wenn jetzt ein Schiff vorbeifährt und Wellen macht, könnt's gut sein dass “the swiss cheese soup“ für etwas Unannehmlichkeiten sorgt.
Jeder Schweizer weiss, dass man hie und da ein Stück Brot zuerst im Kirsch tunken muss bevor man es in den Käse hält, das hilft bei der Verdauung des eher schwer aufliegenden Käses. Da wir uns etwas um unsere Fisch gewohnten Magen sorgen, tauchen wir vorsichtshalber mal jedes Stück Brot im Kirsch. Das jedes dieser Brotstücke jeweils gleich das halbe Gläschen Kirsch aufsaugt ist nicht unser Fehler. So wird es relativ schnell gemütlich und Stüdi lässt sich dazu verleiten auch noch einen Ländler aufzulegen. Absolut geil, Skihütten Feeling bei 30 Grad auf türkisblauem Wasser.

Nein ehrlich ich schau hier nicht in Stüdi's Décolleté, das sieht nur so aus.

Echt Städi ich hab deiner Frau nicht in den Ausschnitt geguckt, mein leichter Silberblick kann unter gewissen Umständen für den Betrachter zur optischen Täuschung werden, ich hab mich voll auf's Fondue konzentriert.

Zur Versöhnung rauchen wir nach dem Essen einen Friedens-Stumpen zusammen.

So angeheitert wie wir sind werden uns Stüdi und Städi nicht so schnell los, es wird dunkel und wir sind immer noch da und machen absolut keine Anstalten zu gehen. Im Laufe unserer Gespräche kommt zu Tage, dass Städi in den 70er Jahren doppelter Bobweltmeister war. Das finden Tropf und Frosch absolut cool und wollen unbedingt ein Photo mit dem Weltmeister.
Hier seht ihr die wichtigsten Crewmitglieder von Xantus mit dem doppelten Weltmeister.

Ich hab dieses Fondue auf Sy Tao mit Stüdi und Städi total genossen, die Stimmung war so gut, dass ich mich nicht mal geärgert hab, dass Stüdi den ganzen Abend mit Frosch geschäkert hat. Sie fand Frosch sei total süss und habe irgendwas von Städi. Nun ja, was soll man dazu sagen, vielleicht das inzwischen die Kirschflasche fast und ein paar Weinflaschen ganz leer sind.
Ich hab aber auch ein Küsschen abbekommen, ätsch....
Nicht schlecht Kleines, nächstes Mal ein bisschen mehr Zunge. Ups.... das war vielleicht ein bisschen direkt, Tschuldigung Städi, das kommt alles nur vom Kirsch, ich bin eigentlich gar nicht so. Sollen wir nochmals einen Fiedens-Stumen rauchen. “N..E..I..N Claude wir gehen jetzt nachhause!!!!!!“ O.k. o.k. ihr braucht ja nicht gleich so zu schreien ich komm ja schon. „Tschüss Stüdi, vielleicht noch ein kleines Küsschen?“ „CLAU...AUDE....!!!!!!!!!!“
Was den Tag danach betrifft... ich weiss jetzt, dass man von Käse-Fondue am nächsten Tag fürchterlich Kopfweh hat. Vielleicht sollte man das Rezept etwas abändern, anstelle eines Brotstückchens könnte man ein Aspirin im Kirsch tunken bevor man es im Käse rührt. Das hat einige Vorteile, ersten ist Aspirin bedeutend länger haltbar als Brot, zweitens bleibt es knusprig, drittens sind die Dinger nicht so saugfähig also braucht man weniger Kirsch und viertens hat man am nächsten Tag kein Kopfweh. Hmmm... ja.... ich glaub das ist die Lösung. Wieso ist da eigentlich vor mir keiner drauf gekommen? Hat wahrscheinlich irgendwas mit Schweizer Kultur zu tun.
Von Gordon und seiner Frau die hier auf der Insel ein Real Estate Business betreiben werden wir zu einer Pizza eingeladen, von den beiden erfahren wir, was in der Zwischenzeit so auf der Insel alles passiert ist und dass das Buisiness zum ersten mal seit 15 Jahren einen Einbruch zeigt. Bislang waren wir nur zum trinken in Mac's Pizza und waren uns sicher, dass dies auch so bleiben wird. Der Grund dafür war der Blick in die Küche wo wir eine schwarze Mamma gesehen haben, die mit dem Wallholz Teig ausrollt und danach Cheddar Cheese darauf verteilt, ihr müsst euch das mal vorstellen Pizza mit Cheddar Chees. Auf der Karte stehen eine Menge Pizzas zur Auswahl, die alle Namen haben von Booten die die meiste Zeit in der Bucht liegen. Es ist nicht einfach eine Auswahl zu treffen bei dem riesigen Angebot. Bei der Bestellung allerdings relativiert sich das Ganze, denn noch bevor man Luft geholt hat um seine Bestellung aufzugeben leiert die Bedienung herunter welche Zutaten Heute nicht zu haben sind, und entfernt sich gleich darauf wieder. Wohl wissend, dass das sondieren der noch erhältlichen Zutaten einige Zeit erfordert. Hat man das mal raus fällt die Entscheidung bei den drei vier Pizzas die nun noch zur Auswahl stehen nicht mehr ganz so schwer. Auf der Karte ist so ziemlich alles drauf was man auf eine Pizza schmeissen kann, was zu haben ist, ist das was man hier auf der Insel normalerweise bekommt. Somit ist es nicht ganz einfach hier ein Restaurant zu betreiben, aber dem Besitzer, einem Franzosen mangelt es nicht an Fantasie. Bei einem angesagten Hurrikan wo sich alle Boote in die Mangroven verzogen haben, hat er mit einem Boot die Runde gemacht und Bestellungen aufgenommen. Das dumme war nur, dass er seine Pizzas nicht mehr ausliefern konnte, denn bis diese gebacken waren, war der Sturm schon in vollem Gange. Eins muss ich aber noch sagen, die Cheddar Cheese Pizza war erstaunlicherweise wirklich lecker.
Zum Ausgleich werden wir von Joe und Guess zu Lokal Food eingeladen. Guess der von Dominica stammt und hier arbeitet, kocht für uns ein Lokal Fischgericht. Wir sind zusammen mit ein paar Einhandseglern eingeladen. Das Essen war wunderbar, das einzige was ein bisschen schwerer zu verdauen war, waren die Einhandsegler, die meisten dieser Gattung sind halt doch irgendwie eigenartig dafür aber überhaupt nicht komisch.
John der Boat Boy der hier in der Bucht Austern verkauft die er in den Mangroven holt, besucht uns immer noch regelmässig, obwohl er entdeckt hat, dass Stüdi und Städi auch immer ein Bier für ihn haben. Um festzustellen ob immer auch wirklich immer ist, besucht er sie täglich um sein Bier abzuholen. Bei uns will er dann lieber einen “Shot of Rum“ am liebsten hat er den 69%igen den wir normalerweise brauchen um Fische zu töten und von dem der Meeresgott auch immer einen Schluck bekommt, damit er uns wieder einen Fisch schenkt. Immer wenn John sich seinen Schluck Rum bei uns abgeholt hat, fangen wir am selben Abend einen grossen Snapper. Rolf meint, vielleicht ist John so eine Art Fischgott der einfach nicht weiss dass er einer ist. Ist ja toll, meint Erni, dann können wir anstatt den Schnaps ins Meer zu schütten einfach John einen Schluck geben. Ich bin eher der Meinung, dass John sowas wie ein Methylalkohol Motor ist und es ohne den Shot of Rum mit seinem Ruder Boot nicht mehr ans Land schafft.
John erzählt uns, dass er Probleme mit seinem Computer hat. Sofort ist Rolf ganz Ohr, während Erni sich noch damit beschäftigt daran zu zweifeln ob John überhaupt sowas wie einen Computer besitzt. Was denn kaputt ist, will Rolf wissen „well ähm.... it's just not runnig“ „aha.... meint Rolf. Im Laufe des Gesprächs erklärt John, dass er seinen Computer normalerweise selbst repariert. Wie er das denn mache, will Rolf wissen. „Well ähm... I use some kind of magic“ „Aha, und warum tust du das jetzt nicht?“ „Well... ähmmm, takes to much time, some times takes me 3 or 4 months“ „Ja, das ist natürlich ein Problem, soll ich mir den Computer mal anschauen?“ Ja gerne meint John, es sei aber möglicherweise nicht ganz einfach das Problem zu finden da er schon Magic angewendet habe. Rolf macht mit John ab, dass er zu ihm nach Hause kommt und sich die Sache mal anschaut. Zuerst gestaltet sich das etwas schwierig, weil John einfach nie Zeit hat, was bei uns Vermutungen aufkommen lässt, dass der Computer selbst auch Magic ist. An irgend einem Samstag hat er aber dann Zeit, er erklärt Rolf wo er wohnt und die beiden machen eine Zeit ab. Natürlich schliessen wir uns Rolf an, nicht das wir etwa neugierig wären, nein wir wollen einfach nur einen Spaziergang machen. Wir laufen also über den Hügel nach Belmont wo wir beim Postoffice einen Halt machen müssen, denn es ist tierisch heiss.

Postoffice von Belmont.

Von da ist es aber nicht mehr weit und schon bald sehen wir John's Haus. Mann, über diese Aussicht kann man sich ja wohl nicht beklagen.

Den Computer gibt es tatsächlich, sogar mit Flat Screen. Rolf schaut sich das ganze mal an, währen wir, die wir ja überhaupt nicht neugierig sind uns ein bisschen umsehen. John hat nicht nur einen Computer er hat auch in jedem Raum einen Fernseher. Das heisst in seinem Zimmer und in der Küche, die anderen Räume werden von anderen Leuten bewohnt. Beide Fernseher laufen auf unterschiedlichen Sendern und aussen vor dem Fenster hängt noch ein Ghetto-Blaster der fröhlich irgendwelchen Reggae vor sich hinträllert.

Diesem lauscht vorallem Johns Hund Dobermann der vor dem Haus in der Sonne flätzt. Nun ich hab nicht gesagt, dass das ein Dobermann ist und wenn wär's sowieso eine Doberfrau, kann es aber auch nicht sein bei seiner Schulterhöhe von knapp 30cm. Der Hund heisst Dobermann.
Das Problem liegt am Bildschirm und Rolf entschliesst sich das Teil mitzunehmen und es sich mal anzuschauen. Auf dem Schiff zerlegt Rolf den Bildschirm findet aber nichts und setzt ihn wieder zusammen und siehe da jetzt läuft das Teil, hmmm.... magic.... Nachdem John seinen Bildschirm wieder abgeholt hat will er wissen was Rolf daran gemacht hat. „I used some magic where different screwdrivers are involved“ „Well ähm... you have to learn me that, but not now I am in a hurry“ Wie immer ist John spät dran und muss sich beeilen, wir rätseln immer noch was der Grund dafür sein könnte. John kann aber noch so in Eile sein um nach dem Shot of Rum zu fragen hat er immer Zeit.
Bei uns an Bord herrscht seit ein paar Tagen unangenehme Hektik, da Erni und Rolf Ende Mai wieder für ein halbes Jahr in die Schweiz wollen, muss das Boot auf seinen Trocken-Aufenthalt vorbereitet werden. Das ist ja auch alles o.k. und die Aufräum- Putz- und Waschaktionen hätten mich ja gar nicht gestört, wäre ich nicht selbst zum Opfer zum geworden. Liebevoll gebadet werden ist ja eine Sache aber zusammen mit der dreckigen Wäsche in einem Eimer zu landen eine ganz andere.

"Iiikkk.. Seife, seid ihr denn total übergeschnappt, holt mich sofort hier raus!!!!!!!!!!" "Neeeiiiiin, kein Anischuppenschampo!!!!!!

Gut zugegeben die dreckigen Unterhosen sind im anderen Eimer, aber es ist trotzdem erniedrigend, "H..I...L..F..E..E..E..EEE !!!!!!!! ich kann gar nicht schwimmen, gurgel.....umpf...ich bin tot. !!!!!!"
"Nun zieh doch nicht so ne Show ab Claude, nur wegen so ein bisschen baden."
"Ich zieh keine Show ab, wisst ihr denn nicht, dass Fische die den Rückenschwumm machen tot sind ihr .... ihr....... ihr..... . Arschgeigen

"Ja. ja ist ja gut, nur noch ein paar mal spülen und dann gut ausdrücken, sonst wirst du ja nie trocken.
"Ummmmppppfffffff!!!!!!!!! Fuff fu ,finge feff you fuffing moferfuffer fuff fuff fuff you!!!!" Währen mir Rolf auf grausamste Weise genüsslich die Fresse eingedrückt, bedankt sich Erni bei meinem Peiniger, dass er ausnahmsweise bei der Wäsche hilft, Wie sich aber zu Erni's Enttäuschung herausstellt, beschränkt sich diese Hilfe lediglich darauf mir das Hirn aus den Augen zu drücken.

Oh Mann, ich gebs auf, da sind sie wieder, Rolfis Unterhosen, bloss nicht hinsehen.
So..., jetzt wundert's euch bestimmt nicht mehr, dass ich so lange nichts geschrieben habe!!!!!! Hatte natürlich total den Schreibstau, Hirn ausgelaugt, .......rausgewaschen........, rausgepresst..... , und dann an der Sonne ausgebrannt.....!!!!!!! Ich kann mir gut vorstellen, dass ihr euch nicht vorstellen könnt wie man sich von so einer Folter überhaupt jemals erholen kann. Vorstellen kann ich's mir auch nicht, aber können tu ich's trotzdem, ja ich bin halt hart im nehmen.
Nach Beendigung dieses Vorbereitungs-Reinigungs-Boot-Trockenaufenthalts-Projekts, hatten Rolf und Erni das dringende Bedürfnis nochmals richtig Ferien auf einer einsamen Insel zu machen. Sandy Island liegt auf der Windward Seite von Grenada und auf unserem Weg.
Nachdem wir uns von allen Freunden in Carriacou verabschiedet und allen eine ruhige Hurrikan-Saison gewünscht haben, gehts ab Richtung Grenada. Schon beim lossegeln stellt sich die Frage, ob es bei diesem Wind und Seegang überhaupt möglich ist bei Sandy Island zu ankern. Nun ja wir werden sehen, zuerst müssen wir uns um den Tunfisch kümmern der gerade angebissen hat. Es ist nicht so, dass es den Tunfisch nicht kümmert, dass wir uns um ihn kümmern wollen. Irgendwie spürt der Fisch, dass unser kümmern nichts mit Vorsorglich zu hat und wehrt sich dementsprechend. Der Fisch landet an Bord und schon sind wir bei Sandy Island.
Saumässig schön hier wahnsinnig einsam und blödsinnig rollig. Ja ihr Schlaumeier, natürlich ist es so einsam weil es so rollig ist. Für nicht Bootsleute: "rollig" hat nichts mit der immer wiederkehrenden zwanghaften Brautschau eines Katers zu tun. Nein es heisst schlicht und Einfach, dass das Boot vor Anker in den Wellen rollt. Wir finden es aber trotzdem schön hier und bleiben ein paar Tage.
Dann wird's aber Zeit, dass wir uns auf die Socken machen, in drei Tagen haben Erni und Rolf ihren Flug in die Schweiz. Wir segeln nach St. David Harbour wo wir das Boot aut's trockenen stellen wollen. Segel, Windgenerator, Solarpannel demontieren, Aussenboarder und Motor einmotten, Schiff an Land hieven, noch dies und jenes und schon sind die beiden weg und wir haben für ein halbes Jahr unsere Ruhe.
Na