Karibik (Martinique to Genada)

(1.04. – 25.05.2008)

Hallo Leute, oh Mann oh Mann jetzt muss ich aber prächtig Gas geben, irgendwie haben wir schon Ende November und am 5 Dezember kommen Erni und Rolf zurück. Ach ja hab ich euch noch gar nicht erzählt, die waren nämlich für ein halbes Jahr in der Schweiz. Das war so, irgendwann um Ostern rum haben sie sich kurzerhand entschlossen in die Schweiz zu fliegen, nachdem sie erfahren haben, dass Rolfs Mutter schwer krank ist. Tropf, Frosch und ich mussten hier bleiben, wir sollen aufs Boot aufpassen, machen wir natürlich gerne, so ein halbes Jahr sturmfrei ist ja auch nicht ganz schlecht, pausenlos super Partys!!!!! War ne tolle Zeit, nur eben in ein paar Tagen sind sie wieder da, das mit dem Bericht von April-Mai das schaff ich noch, aufräumen können wir auch noch, da bleibt nur noch das Problem mit dem Alkohol, also genauer gesagt mit dem Alkohol der nicht mehr da ist. Da wird uns bestimmt auch noch was einfallen. Ähmmm.... verdunstet? hmm.. nicht ganz so überzeugend, oder vielleicht.... wir haben aus Kummer gesoffen weil wir euch so vermisst haben? ähmmm.... na ja, doof sind die ja, aber soooo doof? oder ähmm wir haben ihn weggeschüttet wegen Brandgefahr? ähmm, o.k. beim Schnaps wäre das vielleicht ein Argument, aber für den ganzen Wein und das Bier....... , na ja wird uns schon noch was einfallen.

Jetzt aber zum Bericht, ähmmm... ja wie war das noch, ist schon ziemlich lange her...... Ach ja genau wir sind nach Martinique gesegelt um dort Erni's Bruder abzuholen.

Zuerst muss wieder mal eingekauft werden, nicht nur am Angebot auch am parkierten Auto das man nur mal schnell 5 Minuten aus den Augen gelassen hat erkennt man sofort, dass diese Insel zu Frankreich gehört.


Erni's Bruder Reini wird zusammen mit seiner Grippe am Flughafen abgeholt, wobei wir sofort feststellen, dass es der Grippe prächtig und Reini beschissen geht. Da sich die Grippe nicht von Reini trennen will, quartieren wir die beiden ein. Wir sehen uns schon einer nach dem anderen mit Fieber im Bett, da wir es seit Jahren nicht mehr mit solchen Viren zu tun gehabt haben, super.. scheinen ja tolle Ferien zu werden.

So wie die Sache steht, macht es im Moment keinen Sinn grosse Segeltouren zu machen, wir fahren vorerst mal raus nach St. Anne. Erst mal abwarten wie sich die Sache so entwickelt. Nach zwei Tagen geht es Reini etwas besser, wenigstens kommt er mal raus um sich die Regatta anzuschauen.


Es ist eine Regatta der Einheimischen, mit ihren für Martinique typischen Booten. Zum ausbalancieren hat jedes Crewmitglied eine lange Holzstange die im Rumpf verkeilt wird, diese muss dann auch bei jeder Wende auf die andere Seite transportiert und neu verkeilt werden und zwar so, dass man sich dran hängen kann. Das Segel kann nicht gerefft werden und wenn es dann so pustet wie Heute, kann man des öfteren sehen wie die Dinger kentern, selbst dann wenn die ganze Crew im Luv ausserhalb des Bootes an ihren Holzstangen rumzappelt. Sieht ziemlich anstrengend nass und nach vielen blauen Flecken aus, da hängen wir doch lieber in unserem Cockpit und lassen uns volllaufen, während wir beobachten wie die Boote leergeschöpft werden.

BEZIEHUNGSKRISE!!!!!!!!!!!!! Wer... wie... wo ...was.... warum????????? Reini und seine Grippe natürlich, man kann förmlich zusehen wie sich die beiden auseinander leben, wird also langsam Zeit Reisepläne zu machen. Reinis neuer Fotoapparat entscheidet wo es hingehen soll, dieser ist nämlich bis auf 3 Meter Tiefe wasserdicht und möchte unbedingt ganz viel Fische knipsen und so richtig viele schöne Fisch gib es auf Petite Terre. Am sechsten Tag kann es dann endlich losgehen. Reini ist wieder auf den Beinen auch wenn diese noch etwas wackelig sind. Erster Schlag nach St.Pierre ausklarieren und am nächsten Tag nach Dominica. Es hat wieder mal ziemlich viel Wind, ja und wie das so ist, viel Wind viel Wellen.

 


Dafür sind wir dann auch relativ früh in Dominica. Roseau die Hauptstadt liegt im Süden der Insel und hat den Ruf, dass man da nicht unbedingt hin muss. Wieso machen wir dann da Halt? Weil wir wissen wollen ob das stimmt. Schon beim ankern wird die Sache mühsam, hier darf man nämlich nicht ankern, so wenigsten behaupten die Boatboys die uns eine Boje für 15 US$ pro Nacht verkaufen wollen. Uns bleibt nichts anderes übrig da überall wo man einen Anker schmeissen könnte eine Boje liegt. Da kaum Boote hier liegen, haben wir den Vorteil, zwischen ganz vielen Bojen zu wählen, der Nachteil ist, dass alle im gleich schlechten Zustand sind. Wir wählen eine nahe beim Land, so das wir an Land rudern können und den Motor nicht montieren müssen.




Am nächsten Morgen fahren Rolf und Reini mit dem Bus in die Stadt, zum ein- ausklarieren. Dominica ist in dieser Hinsicht sehr fortschrittlich, wenn man nicht länger als 14 Tage bleibt, muss man nur einmal die Behördentour machen.

Danach geht's weiter der Küste entlang nach Castaway.

 

Hinter der Insel haben wir flaches Wasser, dafür aber saumässig böigen Wind, der zu allem Elend auch noch aus allen Richtungen kommt. Mit Geschwindigkeiten zwischen 0,00001 und 6 Baufort, dümpeln- rauschen wir, die Segel mal Steurbord, dann Schlagartig wieder Backbord vor der Küste dahin. Normale Segler würden hier einfach die Segel runter nehmen und den Motor anschmeissen. Aber eben normale Segeler, bei uns ist das irgendwie anders, kein Wunder bei dem Skipper.


Ja,ja es gibt Bilder die sprechen für sich, ihr wisst schon was ich meine.

Castaway liegt ungefähr in der Mitte der Insel, eine schöne grosse Bucht in der der Tourismus gross aufgezogen werden sollte, mit teurem Hotel und vielen Bojen die den Yachti so einiges kosten sollten. Aber irgendwie ging das wohl in die Hose, die Bucht ist zwar noch voller Bojen aber vom Hotel ist nicht mehr viel zu sehen. Es kommt auch keiner der uns was für die Boje abzocken will, kein Wunder hier scheint kaum noch einer Halt zu machen, wir sind das einzige Boot. Ja so geht das halt manchmal wenn zuviel verlangt wird geht keiner mehr hin. So haben wir den Sonnenuntergang ganz für uns alleine.




Am nächsten Tag geht es unter etwas besseren Bedingungen weiter in die Prince Rupert Bay. Hier schauen wir so ein bisschen den Fischern beim Fischen und dem Regen beim Regnen zu.


Nach drei Tagen sind die Bedingungen dann so, dass es weiter gehen kann. Wir wollen ja nach Petite Terre, bevor wir dahin dürfen müssen wir aber auf Guadeloupe einklarieren. Dies wollen wir in St. Fançoise tun, da man von da mehr oder weniger in einem Schlag auf die kleinen Inseln raus kommt. Das einklarieren gestaltet sich diesmal etwas mühsam, wir finden zwar das Gebäude, in dem all die schönen Stempel wohnen, aber leider keinen Beamten der die Stempel bedienen will, sind ja wahnsinnig unselbständig diese Dinger. Als auch am zweiten Tag keiner aufzutreiben ist, füllt Rolf ein Formular aus und schmeisst es in den Briefkasten des Gebäudes in dem sich all die Stempel langweilen, in der Annahme, dass das so o.k. ist. Die Franzosen nehmen die ein-ausklarierungs-Geschichte etwas weniger Ernst als die übrigen Inseln. Irgendwo sonst würden wir sowas niemals wagen, denn wenn man da erwischt wird, kann das ganz schön teuer kommen.

Reini ist nun wieder ganz fit, jetzt aber ran an die Wich. Ganz schön anstrengend was?



Auf Petite Terre will Reinis neue Kamera unbedingt ins Wasser, die darf das auch. Die neue Kamera von Erni und Rolf will natürlich auch ins Wasser, da gibt es aber so einige Diskussionen. Schnell ist man beim schnorcheln tiefer als drei Meter und dann ist die Kamera derentwegen wir extra nach St. Maarten gesegelt sind futsch. Die Kamera gewinnt, sie darf auch ins Wasser und bekommt auch so einiges vor die Linse. Zum Beispiel Reini.



Ja, ja nicht ganz so spannend könnte man auch in der Badewanne fotografieren, aber den hier nicht



Vorallem würde Erni mit dem hier auf keinen Fall die Badewanne teilen, sie mag nämlich keine Baracudas, jedenfalls dann nicht, wenn sie länger als einen Meter sind. Die etwas kleineren sind o.k. und total o.k. sind sind Baracudas in der Pfanne.

Unter Wasser sind so kleine bunte Fische mit kleinen bis gar keinen Zähnen eher was für Erni.


Schildkröten sind auch o.k.



Von den Riffhaien die Rolf gesehen haben will, gibt es leider keine Fotos, denn der Fotoapparat hatte sich mit Erni im Schlepptau schon beim Anblick der grossen Baracudas verpisst.

Schnell vergeht die Zeit auf Petite Terre und wir müssen zurück, der erste Schlag bringt uns nach Marie Galante von wo aus wir direkt Dominica im Luv passierend nach St.Pierre wollen. Von Grand Bourg geht es dann um 5 Uhr Morgens los, zuerst läufts nicht schlecht, schön Wind aber auch ganz schön Wellen. Hinter Dominica sieht die Sache aber dann etwas anders aus, die Wellen sind zwar immer noch ganz schön, der Wind aber ist gar nicht schön. Wir haben eigentlich erwartet, dass wir im Luv der Insel besseren Wind haben als im Lee, vielleicht ist er auch etwas besser, aber nicht besonders viel, der Wind staut sich an den hohen Bergen, was ihn etwas launisch macht. Die Strömung dagegen ist gewaltig nur Schade, dass sie für uns in die falsch Richtung läuft. Genau gesagt haben wir sie genau auf die Nase, wir kreuzen hinter Dominica und kommen kaum vom Fleck. Dafür gibt es aber einen Thunfisch.



Auch nicht ganz schlecht oder? Nachdem Rolf den Fisch ausgenommen hat muss natürlich unbedingt etwas von dem Fisch gebraten werden, selbst wenn der Kochherd zeitweise waagrecht von der Wand absteht. Also ich sag euch, rosa gebratenen Thunfisch auf frischem Brot, mit Tomaten Zwiebeln und Mayonnaise, hmmm... lecker. Erni ist gerade in der Küche und versucht das Geschirr wegzuräumen, irgendwie sinnlos, denn bei solchen Bedingungen räumt sich das Geschirr von selbst weg, ja gut zugegeben, meist hat es danach nicht mehr ganz die selbe Form. Wie dem auch sei, jedenfalls hört Erni in der Küche wie Rolf schreit „ERNI GIB SCHNELL DIE MACHETE HERAUS!!!!!!!“ Erni reagiert sofort, vom Tonfall her war ihr klar, dass aus ihr im Moment noch unerfindlichen Gründen im Cockpit dringend eine Machete gebraucht wird. Beim herausgeben klingelts dann aber ziemlich heftig bei Erni, denn was sie sieht sind drei maskierte Schwarze in einem Boot die versuchen an unsere Seite zu kommen. Uuubs.... ?!?!? Erni gibt die Machete Rolf der an der Reling hockt. Da nicht ganz klar ist wie das Ganze weiter geht, legt Rolf die Machete vorerst mal neben sich auf's Deck, was von den Maskierten zweifellos beobachtet wurde. Das Boot kommt näher und entfernt sich wieder, kommt wieder näher an die Seite, dann wird versucht von hinten ans Schiff zu kommen, die drei Typen rufen irgendwas unverständliches rüber und schlussendlich geben sie Gas und verschwinden. Ufffffffffffff........... das sind so die kurzen Momente im Leben die einem wahnsinnig lange vorkommen. Alle haben irgendwie zittrige Knie. Im Nachhinein ist nicht ganz klar was die drei Typen von uns wollten, denn bislang haben wir noch nie gehört, dass auf den Inseln ein Boot auf offenem Wasser überfallen wurde, hier werden die Yachtis normalerweise Nachts am Anker ausgenommen. Wir haben uns später überlegt, dass es auch ganz normale Fischer hätten sein können, die ihre Masken gegen die Gischt tragen, die ihnen bei dem Seegang in ihrem offenen Boot ins Gesicht spritzt. Falls dies so gewesen ist, ist uns aber immer noch nicht klar, was sie von uns wollten.

Die Reise geht weiter und schon bald wird uns klar, dass wir es niemals noch bei Tageslicht nach St. Pierre schaffen, na toll!!! So gegen 22 Uhr sind wir dann in St. Pierre, und es sieht ganz danach auch als würde es uns noch einige Zeit kosten einen Ankerplatz zu finden. In dieser Bucht kann man nur sehr nahe beim Land Ankern da der Grund steil abfällt. Wäre ja eigentlich kein Problem, nur sind da überall schon Boote. Nach gut einer Stunde schaffen wir es dann doch unseren Anker an einem mehr oder weniger vernünftigen Ort den Anker in 10 Metern Tiefe zu schmeissen. Alles in allem ein Segeltag zum abgewöhnen..........

Nach einem ordentlich Frühstück sieht die Welt dann wieder einiges freundlicher aus. Wir entscheiden uns an diesem Tag einfach nur rumzuhängen, denn Morgen fliegt Reini bereits wieder nach Hause. So beim rumhängen kommt dann die Idee auf, dass wir doch eigentlich Morgen noch auf den Mont Pelee könnten, da der Flug erst abends geht und wir sowieso ein Auto mieten müssen um zum Flughafen zu kommen. Gesagt getan. Wir fahren hoch soweit dies möglich ist, dann werden Wanderschuhe montiert.

 



Hier haben wir Brüderlein und Schwesterlein beim Aufstieg, eigentlich ein wunderschöner Tag nur blöd, dass der Mont Pelee im Nebel liegt. Den Krater erklommen wollen wir dann warten bis sich der Nebel etwas lichtet, nach etwa einer Stunde geben wir auf. Das ist das Beste was wir sehen konnten, nicht gerade überzeugend was?



Schon beim Aufstiieg hat Erni bemerkt, dass ihre Lowas irgendwie versuchen sich zu entpuppen, jedenfalls versuchen sie die Sohle abzuwerfen. Da Erni keine Lust hat Barfuss herunter zu latschen, versucht sie die Sohle mit zähen Grashalmen an den Schuh zu binden. Der Vorgang ist jedoch nicht zu stoppen die Schuhe werfen kurz nacheinander ihre Sohlen ab, mit Schmetterlingen oder wenigstens Nachtfaltern ist aber nichts los. Schuh bleibt Schuh auch ohne Sohle. Super und wir haben noch keine 100 Meter vom Abstieg hinter uns.



So finden ein paar teure Wanderschuhe ihr Ende in einem Container am Fusse des Mont Pelee in der Karibik. Ja gut zugegeben, nur um den Namen Lowa nicht ganz in den Dreck zu ziehen, die Schuhe waren mindestens acht Jahre alt.

Wir haben noch etwas Zeit. Was machen wir? Wir könnten ja mal nachschauen ob's regnet im Regenwald.



Das es regnet im Regenwald erscheint uns logisch. Aber warum stinkt es hier so nach faulen Eiern? Ach so hier war früher mal eine Schwefel-Zapfstelle und jetzt guckt hier nur noch ein Rohr aus dem Boden das noch nicht begriffen hat, dass hier seit Jahren keiner mehr Schwefel zapft und weiter fröhlich vor sich hin stinkt.

Das die Schwarzen schwarz sind ist mir schon aufgefallen, aber das da wo die Schwarzen schwarz sind die Schnecken auch schwarz sind hät ich mir nie träumen lassen, ist aber so.



Reini ist nach Hause geflogen und wir müssen zusehen, dass wir nach Grenada kommen, da wir dort einen Platz reserviert haben für das Schiff wo es für ein halbes Jahr auf dem trockenen stehen soll. Auf dem Weg dorthin wollen wir aber noch bei unseren Freuden auf Carriacou vorbeisehen Tschüss sagen und so.

Domi macht natürlich wieder eine Party in seinem Haus, wo wir dann auch sehen, dass er in der Zwischenzeit arg fleissig war. Er hat eine riesen Teerasse um sein Haus gebaut, die Eckpfeiler hat er aus einem alten Mast eines vermutlich riesigen Katamarans gemacht, und da noch etwas übrig war von dem Mast hat Domi auch noch gleich einen grossen Tisch zusammengeschweisst.



Sieht ziemlich robust aus, interessant auch dass die Flaschen hier gleich im Tischbein (Mast) verstaut werden können. Eigentlich wollten wir ja nur schnell tschüss sagen, da Erni und Rolf vor ihrer Abreise noch so einiges zu haben. Dummerweise ist aber gerade Regatta auf Petite Martinique und wir sollen doch unbedingt auch da hin kommen, nun ja auf einen Tag mehr oder weniger kommt es nun auch nicht drauf an. Wird dann auch ein super Tag, wir sitzen im Cockpit und die Regatta findet zwischen unseren Booten statt. Immer wieder schön die Holzboote zu sehen die hier auf der Insel gebaut wurden.



So jetzt aber ab nach Grenada, hier gibt's wie gesagt noch einiges zu tun, denn während der Abwesenheit von Rolf und Erni ist Hurrikan Saison. Wir segeln direkt in die Bucht die vor der Werft liegt, alles was noch im Wasser vorbereitet werden kann wird vorbereitet. Dann geht es aufs trockene.




Total kahl ohne Segel, Solarpanell, Windgenerator, mit abgedeckten Scheiben steht Xantus auf der Wert und wartet.



Aber er ist ja nicht ganz alleine, Tropf Frosch und ich passen auf ihn auf....