Karibik (Hurrikan Saison)

(19.06 – 24.11.2007)

Voilà, hier sind wir also wieder in Carriacou. Die Insel auf der man auch nach mehrfachem nachzählen genau auf eine Tankstelle kommt, beim zählen der Ruhm-Shops aber bei 200 aufgibt. Aber deswegen sind wir natürlich nicht hier, nein wir sind hier, weil wir bei Dominique unseren neuen Bügel machen lassen wollen und weil es hier ein Hurrikan-Hole gibt, denn schliesslich ist ja seit anfangs Monat Hurrikan Saison.

In diesem Jahr sollen laut Meteorologen mehr Hurrikans auftreten als im Durchschnitt, weil alle Anzeichen auf ein “La Niña“ Jahr hindeuten.

Was ist ein “El Niño \ La Niña“ Jahr

El Niño weisst auf eine überdurchschnittliche Erwärmung des pazifischen Wassers um den Äquator hin, La Niña auf die Abkühlung desselben. Während eines El Niño Jahrs entsteht durch das warme Wasser eine hohe Wolken Aktivität, die den Jet Stream hoch in der Atmosphäre beeinflusst, was zu Wetter Veränderungen bis zur Pazifischen Westküste dem indischen Ozean und des Nord-Atlantiks führen kann. Die Wetterfrösche sind der Meinung, dass während eines El Niño Jahrs die Trade Winds im Süd Pazifik schwächer sind, dafür aber vermehrt Hurrikans auftreten, während es im Nord-Atlantik weniger sein sollen. Während eines El Niña Jahrs sollen im Nordatlantik, also da wo wir sind, vermehrt Hurrikans auftreten. Es gibt viele „“Warum's uns Wieso's“ aber im Allgemeinen gestehen die Metereologen, den Einfluss von El Niño \ La Niña Ereignissen auf das globale Wetter nicht ganz zu verstehen. Wir verstehen es natürlich auch nicht, aber trotzdem wollen wir mal so ein bisschen mehr ein Auge auf das Wetter werfen.

Vor allem sollten die beiden mal ein Auge auf die anstehenden Arbeiten werfen, tun sie dann irgendwann auch. Sobald Dominique Zeit hat soll unser Bügel in Angriff genommen werden. Bis dahin kommt aber ein anderer Yachti der ein Sonnendach will. Rolf meint wir können diesem den Vortritt lassen, da wir ja sowieso die ganze Hurrikan Saison hier bleiben wollen, darauf hin meint Dominique, wenn er das zuerst machen kann, kriegen wir unseren Bügel für den halben Preis. Klingt gut, wer verdient schon Geld beim warten. Warten kann man das eigentlich gar nicht nennen es gibt noch massig Arbeiten auf unserem Schiff zu erledigen. Rolf hängt den ganzen Tag auf Dominiques Werkstatt herum und bastelt schöne Sachen für Xantus, zum Teil sind das Sachen die wir kaufen wollten, diese aber nirgends gefunden haben, zum Teil auch Sachen die man sowieso nirgends kaufen kann. Zwischendrin hilft Rolf auf der Werkstatt wenn irgendwo gerade eine Hand gebraucht wird. Erni kümmert sich um diverse lustige Arbeiten am Schiff, zum Beispiel müssen die Einlässe für die Wassertanks neu abgedichtet werden und wenn man gerade schon dabei ist könnte man ja gerade auch noch die dazugehörigen Schläuche reinigen. Klingt für nicht eingeweihte easy, ist es aber nicht, dazu müssen die Schläuche nämlich ausgebaut werden, was auch in diesem Fall heisst, dass bevor man an die Schläuche rankommt doch so einige andere Dinge ausgebaut werden müssen. Ja und die Scheisshaus-Pumpe hat ein kleines Leck! Na denn viel vergnügen Erni. Wie meinte der Typ noch in Trinidad „how do you do to get allways the nice jobs., mit solchen und ähnlichen Fragen beschäftigt sich Erni während ihren arbeiten

So und ähnlich vergehen wieder ein paar Wochen, doch dann ist Carriacou Regatta und da Arbeitet keiner. da wird eine Woche lang regattiert und vorallem, ganz wichtig, es wird gefeiert. Für diese Regatta kommen Einheimische von allen umliegenden Inseln mit ihren Booten die auf den Inseln gebaut werden.


Schöne Holzboote die erstaunlich schnell sind. Vorallem wenn man soviel Tuch setzt wie die hier.


Aber es gibt nicht nur Regattas für Einheimische Boote, auch die Fahrtensegler dürfen ein bisschen so tun als hätten sie eine Ahnung vom segeln. Es gibt drei Regattas für die Fahrtensegler, eine rund um die Insel und noch zwei bei denen um kleinere vorgesetzte Inseln und Bojen gekurvt wird. Rolf würde ja auch gerne mitmachen, Erni hat aber überhaupt keine Lust das halb zerlegte Schiff segelfertig zu machen. Für die Regatta rund um die Insel dürfen nur zwei Familienmitglieder an Bord sein, das ärgert Dominiques Sohn, er will nämlich auch mitsegeln. Michel geht zum Organisator der Regatta und fragt ob er mit seinem Laser die Inselumrundung mitsegeln darf. Der Organisator mein ja, aber nur wenn ein Begleitboot dabei ist. So kommt es, dass Rolf und Erni die Insel in Dominiques Dinghy umrunden indem sie das Begleitboot für den Laser machen. Mimi ist 12 Jahre alt und zu leicht für den Laser, da dieser nicht gerefft werden kann, so muss er noch einen Kumpel organisieren der mit ihm segelt.



Hier sind die beiden Jungs, sie starten als letzte und als einzige in ihrer Klasse, ja hier schauen sie noch ganz zufrieden, wir fragen uns ob sich die beiden wohl im Klaren darüber sind auf was sie sich da eingelassen haben. Wir schliessen auch schon mal Wetten ab wie weit sie kommen bis wir sie einsammeln müssen. Die beiden Jungs geben alles, diese Jacht hier lassen sie einfach stehen.



Hier sind wir auf der Windward Seite der Insel, obwohl die Klasse der Mehrrümpfer vor dem Laser gestartet ist, sind die beiden Jungs gerade dabei auch noch den letzten Katamaran abzutischen.



Jetzt merkt man langsam, dass die beiden Jungs müde werden, sie kentern mehrmals, aber immer wieder krabbeln sie ins Boot und segeln weiter. Mittlerweile sind wir so etwa vier Stunden unterwegs, wir sind klatsch nass, durchgeschüttelt und unsere Ärsche sind langsam durchgescheuert. Uns dämmert langsam, dass wir hier diejenigen sind denen nicht ganz klar war auf was sie sich da eingelassen haben, es ist nämlich absolut kein Vergnügen bei diesem Wellengang in einem offenen Aluminium-Dinghy mit flachem Boden eine Inselrundfahrt zu machen. Wieder auf der Leeward-Seite der Insel macht Mimi dann den Fehler, dass er zu nahe an der Insel segelt, die Hügel decken den Wind ab und da dümpeln sie nun die Jungs und müssen zusehen wie mehrere Boote die etwas mehr Abstand zur Insel haben an ihnen vorbei segeln. Uns bricht fast das Herz, diese gewaltige Leistung und am Schluss dann noch so ein blöder Fehler.

Bei der nächsten Regatta segelt Rolf bei Dominique mit. Ziemlich harter Kampf mit Segelmacher Andy


Na ja harter Kampf ist vielleicht etwas übertrieben, auf Domis Boot sieht es nämlich so aus.



Nun nehmt euch doch mal ein Beispiel an den Einheimischen Regattaseglern, so muss das aussehen.



So, die Regatta ist vorbei und die Preise (Rumflaschen) sind leer, jetzt wird wieder gearbeitet. Das Sonnendach vom Katamaran ist bald fertig, aber das mit unserem Bügel zieht sich dann doch noch etwas in die Länge. Erstens weil immer wieder Leute kommen die schnell was repariert haben wollen und zweitens weil sich Domi ein Haus gekauft hat.



Wie ihr seht, ist das Haus noch nicht ganz fertig, sollte es aber sein, da im Oktober Mimis neuer Lehrer kommt der darin wohnen soll. Familie Domi will momentan weiterhin auf seinem Segelboot wohnen. Mimi hat einen Privatlehrer weil die Schule hier auf der Insel ein sehr tiefes Niveau hat und er in Französisch unterrichtet werden soll. Wie viele Kinder auf Segelbooten lernt auch Mimi nach Stoff einer Fernschule, was saumässig teuer sein soll, in diesem Fall unterrichten aber nicht die Eltern selbst da beide Arbeiten. Viele Europäische Länder und Amerika haben solche Fernschulen bei denen man Abschlüsse bis zu Matur machen kann. Diese Abschlüsse sind gleichwertig wie normale Schulabschlüsse. Je nach Land müssen dann die Kinder in Abständen nach Hause fliegen, wo sie getestet werden. Ein Amerikaner mit zwei Kindern die gerade kürzlich Zuhause waren und dort getestet wurden, 9 und 12 Jahre Alt, wurden mit dem schulischen Wissen von Sekundarschülern bewertet. Der Amerikaner meinte er sage das nicht um zu prahlen, er sei vielmehr der Meinung, dass da was mit den Schulen in Amerika nicht ganz stimmen kann.

Der Zustand eines Hauses das als bewohnbar gilt unterscheidet sich vom Zustand eines bewohnbaren Hauses in Europa doch so um einiges. Das Allerwichtigste ist erst mal die Zisterne. Die meisten Häuser hier haben die Zisterne unter dem Haus. Auch unter diesem Haus befindet sich eine Zisterne, leider hat das Wasser das sich darin befindet einen Salzgeschmack. Verständlicherweise hat dieses Problem erst mal Vorrang, bis Ende November sollte die Zisterne nämlich mit Süsswasser gefüllt sein, da im Winter kaum Regen fällt. Zuerst also muss die Zisterne ausgepumpt werden, dann ist da noch das Problem, dass das Wasser das auf dem Dach gesammelt wird mehr verdunstet als in die Zisterne läuft. Könnte daran liegen, dass da gar kein Dach ist, sondern nur der Boden vom zukünftigen Obergeschoss, der so uneben ist, dass das Wasser in einer Ecke zusammenläuft und dort verdunstet.



Viele denken jetzt bestimmt “Igitt“ dieses Wasser läuft jetzt in die Zisterne wo es im Winter auch noch ein halbes Jahr rumgammelt und sowas trinken die. Genau das tun die Leute hier und das noch ohne das Wasser vorher abzukochen. Das Wasser in der Zisterne wird durch spezielle Fische sauber gehalten, diese kleinen Fische, so bis zu drei Zentimeter gross, fressen Mückenlarven und Algen, Mit diesen Fischen und dem Umstand, dass das Wasser immer im Dunkeln ist, verdirbt es nicht, so wenigstens haben wir uns sagen lassen. Ja und wer eine neue Zisterne baut holt sich ein paar kleine Fische beim Nachbarn, die sich dann soweit vermehren wie Nahrung vorhanden ist. „Igitt, pfui teibel!!!!“ die saufen Wasser wo die Fische drin bumsen. Rolf hilft auch hier überall ein bisschen mit, auch bei diesem Zaun hat er mitgeholfen, schön gell.



Dieser Zaun ist wichtig weil hier überall Ziegen herumlatschen die alles anknabbern, vorallem junges Gemüse das man gerade gepflanzt hat. Nach über 20 Jahren die Genevieve und Dominique auf einem Boot leben, sind sie begierig darauf etwas anzupflanzen.


Ach so, nicht so, so geht's



Hier wächst auch schon was, die Freude ist gross. Auf dieser Insel geht man nicht einfach in einen Laden und kauft Samen, gibt es nämlich nicht. Hier spuckt man Samen von Früchten und Gemüsen aus und steckt sie in den Boden. Ja und Möbel kann man hier auch nicht kaufen, Tisch Stuhl und Bett, währen schon nicht schlecht für den Lehrer. Ein altes rostiges Bettgestell steht noch im Haus, eine Matratze kann aufgetrieben werden, dann sind da noch zwei drei Plastik-Gartenstühle und den Tisch macht Domi selbst, die Tischplatte aus dem Holz einer Verpackungskiste und Aluminium für die Tischbeine hat er genug auf seiner Werkstatt. Dann wird der Boden noch neu Betoniert



Ein bisschen Farbe


Und voilà das Haus ist bewohnbar.

So nun währen wir dran mit unserem Bügel, dummerweise lümmelt aber da irgendwo ein Tief rum, das zu einem Hurrikan werden könnte. Interessiert es jemand wie ein Hurrikan entsteht? nicht, ich erzähl's euch aber trotzdem.

Um das ganze zu erklären muss ich etwas ausholen und mit den Tradewinds (Passat Winde) anfangen. Man stelle sich einen Luftgürtel um den Äquator vor, der um die ganze Welt geht. Diese Luft bekommt mehr Sonne als andere Regionen der Welt. Von diesem Äquatorband steigt heisse Luft in die Atmosphäre, die keine andere Wahl hat, als weg von Äquator zu strömen, so entstehen starke Strömungen, eine Richtung Nordpol, eine Richtung Südpol, Höhe und Bewegung können diese Luftmassen abkühlen, wenn diese bedeutend kühler sind, beginnen sie zu fallen, dies geschieht hauptsächlich 30° Nord und 30° Süd, also in den mittleren Breitengraden. Die heisse Luft am Äquator hat einen tieferen Druck als die kühlere Luft in den mittleren Breitengraden, was einen Druckunterschied erzeugt. Die Luft fliesst somit vom höheren Druck (mittlere Breitengrade) zum tieferen Druck am Äquator, die Coriolisforce (wird später noch genau beschrieben) zwingt diese Strömungen nach Westen. So entstehen die beiden Tradewind Gürtel (Passat Winde) am Äquator.

Hurrikans entstehen meistens in der nähe von Tropical Waves, wie entsteht eine Tropical Wave. Die Tradewinds zwischen dem Äquator und den mittleren Breitengraden können durch Landmassen beeinflusst werden. Im Sommer besonders durch den Unterschied zwischen dem trockenen heissen Afrika und den feuchten Tropenwäldern am Äquator, diese Konstellation hat einen Einfluss auf die Tradewinds der nördlichen Hemisphäre. Man stelle sich die Tradewinds als Fluss vor, und Afrika das versucht diesen Fluss zu biegen, dadurch entstehen Wellen. Diese Waves treten so circa alle zwei Tage auf, die wie jede Wave aus Hoch-und Tiefdruckgebiet besteht. Man kann sich diese als riesige Walzen vorstellen die von Afrika nach Westen rollen. Der Trog, das Tiefdruckgebiet wird Tropical Wave genannt. Es bilden sich aber nicht alle zwei Tage Tropical Waves, ausgenommen Mitte Sommer. In der Hurrikan Saison von Anfangs Juni bis Ende November entstehen im Durchschnitt 60 Tropical Waves.

Atlantik Hurrikans entstehen wie bereits gesagt in der Nähe einer Tropical Wave. Zieht eine solche Wave über einem hinweg, hat man zu Beginn nordöstlichen Wind, ist das Zentrum einmal vorbei, hat man südöstlichen Wind. Stellt euch vor ihr ihr befindet euch über einer solchen Wave und ihr schaut nach unten, ihr werdet sehen, dass der Wind links von der Wave aus Nordost kommt, während zur Rechten der Wind aus Südost kommt. Eine Wolkenformation in der Nähe von Tropical Waves zeigt ein auf den Kopf gestelltes V (links nach unten rechts nach oben) dieses Muster wird “inverted V curvature“ genannt. Stellt euch vor, ihr befindet euch in der Mitte dieses auf den Kopf gestellten V's, die Winde auf beiden Seiten werden versuchen euch im Gegenuhrzeigersinn zu drehen. Das ist die Basis zur Entstehung eines Hurrikans.

Hurrikans und Wassertemperatur. Die Wassertemperatur ist ein wichtiger Faktor beim entstehen von Hurrikans. Ein durchschnittlicher Hurrikan erzeugt täglich Energie von 600 Terawatt, was ungefähr dem gleich kommt, was Weltweit generiert wird. Diese ganze Energie kommt vom warmen Wasser. Nach einem Hurrikan kann die Wassertemperatur bis zu 6° tiefer sein, bei einem super Typhoon bis zu 9°, diese Energie wurde vom Wasser aufgesogen. Die Wassertemperatur muss mindestens 26° betragen damit genügend Energie vorhanden ist und das auf ein Tiefe von 60 Metern. Da der durchziehende Hurrikan das Wasser aufmischt, kann er sich selbst zerstören indem er Wasser aufwühlt das zu kalt ist. Wenn ein Hurrikan über wärmeres Wasser kommt, eine Anomalie wie z.B. der Golf Strom oder ein warmer Eddy, kann er innert kurzer Zeit an Stärke zunehmen. Metereologen nahmen die Wichtigkeit von warmen Eddys erstmals bei Hurrikan Opal 1995 wahr. Opal kam über einen warmen Eddy im Golf von Mexiko und wurde innerhalb von 14 Stunden vom Hurrikan Kategorie 1, zum Hurrikan Kategorie 4.

Hurrikans sind auch immer zu Spässen aufgelegt. Das war Hurrikan Wilma.



So kann sich ein Hurrikan aber auch selbst zerstören indem er auf Wasser kommt wo kürzlich ein Hurrikan durchgezogen ist, kommt ein Hurrikan auf Land ist die Energiequelle futsch und er hat keinen Dampf mehr. Ein Hurrikan kann aber auch durch Wind Shear zerstört werden, Wind Shear ist die Differenz zwischen Windrichtung und Geschwindigkeit beim Jet Stream Level und dieser beiden Faktoren an der Wasseroberfläche. Ideal ist Null Wind Shear, beim entstehen eines Hurrikans, das heisst keine Unterschiede in Windrichtung und Stärke von der Wasseroberfläche bis ungefähr 12 000 Meter Höhe. Ein Hurrikan verträgt aber bis zu 20 Knoten, ohne das er sich selber zerstört. Das Zentrum eines Hurrikans wird zur hohlen Säule an deren Rand warme feuchte Luft aufgesogen wird.

Von Innen sieht das so aus.


Es gibt doch tatsächlich Flugzeuge die ins Zentrum eines Hurrikans fliegen um ein paar schöne Fotos zu machen. Nein im Ernst, das tun sie für die Meteorologen, damit diese besser voraussagen können was dieser Hurrikan nun vor hat. Diese Säule pumpt Wasserdampf in die Höhe, der abkühlt und kondensiert, so setzt er unsagbare Energie frei und erzeugt eine Menge Regen, von dieser Energie lebt ein Hurrikan. Je vertikaler diese Säule steht desto mehr Energie kann aufgesogen werden, zu grosse Unterschiede in Windrichtung und Geschwindigkeit auf verschiedenen Höhen können den Hurrikan ganz vernichten.

Die Coriolis Force spielt eine Rolle beim entstehen von Hurrikans. Der Äquator hat einen Umfang von ca.46'000 Km, bleibt man auf dem Äquator an einem Punkt stehen macht man also innerhalb eines Tages eine Reise von 46'000 Kilometern, was so ca. ein Geschwindigkeit von 1900Kmh macht. Tut man das selbe auf einem der Pole passiert mal abgesehen davon dass man ziemlich kalte Füsse bekommt, gar nichts, Null Kilometer, Null Speed, 30° Nord oder Süd bewegt man sich noch mit einer Geschwindigkeit von ca. 1600Kmh. Stellt euch vor ihr steht in Jacksonville (Florida) 30° Nord und werft einen Ball zum Äquator nach Quinto (Ecuador) ihr zielt also direkt nach Süden. In dem Moment wo ihr den Ball loslasst bewegt ihr euch und Jacksonville mit 1600kmh, während Quinto, euer Ziel mit 1900Kmh unterwegs ist, bis euer Ball landet wird sich Quinto einiges nach Westen bewegt haben. Würdet ihr nun die Flugbahn auf dem Globus nachzeichnen, würde diese eine Rechtskurve machen. Macht nun diese Mentale Übung nochmals indem ihr aber den Ball von Quinto nach Jacksonville werft, direkt nach Norden also, ihr werdet auf das gleiche Resultat kommen, die eingezeichnete Linie der Flugbahn auf dem Globus wird eine Rechtskurve machen, weil sich der Ball schneller nach Osten bewegt als Jacksonville. Diese Kraft wird Coriolis Force genannt die nicht nur Fluglinien von Bällen beeinflusst, die Luftströmungen sind dieser Kraft ebenfalls unterworfen. In der Südlichen Hemisphäre werden die Luftströmungen nach links abgelenkt, lasst den Ball wieder fliegen diesmal aber südlich vom Äquator und ihr werdet sehen, dass die Fluglinie nach links abgelenkt wird. Darum drehen Tropical Storms in der südlichen Hemisphäre im Uhrzeigersinn, wogegen sie in der nördlichen Hemisphäre im Gegenuhrzeigersinn drehen.

Ja und warum das alles so ist? Vielleicht darum.



So es könnte also sein, dass wir es nun mit einem Hurrikan zu tun kriegen. Circa 7 Tage bevor man von so einem Hurrikan betroffen sein könnte, werden die ersten Warnungen herausgegeben. Meisten ist dann noch gar kein Hurrikan vorhanden, aber alle Anzeichen deuten darauf hin, dass sich diese Tropical Wave zu einem Hurrikan aufbauschen könnte. Wie ihr sicher nachvollziehen könnt, wenn ihr obiges gelesen habt, ist es nicht ganz einfach so ein Hurrikan mit Stärke und Richtung vorauszusagen. Diesmal scheint es aber besonders schwierig zu sein, die Meteorologen sind sich mehrheitlich einig, dass da ein Hurrikan über die Karibik ziehen wird, aber wo er denn nun genau durchgehen wird, weiss keiner so genau, irgendwo zwischen Antigua und Tobago. Es ist immer ratsam nicht gerade im Zentrum eines durchziehenden Hurrikans zu sein, 100 Seemeilen entfernt ist das ganze schon bedeutend weniger atemraubend. In diesem Fall ist es aber wohl kaum ratsam auf eine andere Insel zu hüpfen, könnte ein Hupf mitten ins Zentrum sein. Wir studieren die Entwicklung des Ganzen, aber auch nach Tagen ist immer noch nicht klar, wo er denn nun durchziehen wird, wollen wir ausweichen, müssen wir langsam überlegen ob wir nun Richtung Venezuela abhauen wollen. Wollen wir aber nicht, Leute die hier Hurrikan Ivan und Emilie überstanden haben, meinen in den Mangroven seid ihr sicher, so bleiben wir also. Drei Tage vorher wird dann langsam klar, dass das Zentrum irgendwo hier in der nähe durchziehen wird, „na, supi du!“ Zwei Tage vorher kommt dann richtig Betriebsamkeit auf in der Bucht, Segel werden herunter genommen und unter Deck verstaut, alles was nicht niet und nagelfest ist auf Deck wird verstaut und die ersten Schiffe verschwinden in den Mangroven. Auch wir haben viel zu tun, als erstes wird Domis Werkstatt evakuiert. Da der Trimaran keinen Motor mehr hat, muss das Teil mit Dinghys befördert werden.



Dann hilft Rolf noch überall ein bisschen hier und da mit und verspricht auch noch ein bisschen hier und da mitzuhelfen. Dies hat Vor-und Nachteile, Vorteil: Rolf lernt so wie man ein Boot in den Mangroven sicher fest macht, Nachteil: Rolf vergisst anscheinend, dass er das gelernte irgendwann in näherer Zukunft am eigenen Boot anwenden sollte. Daran wird er aber von Erni erinnert, „Ach, das geht doch schnell“ meint Rolf, und schon beginnt Erni mal vorzurechnen, wie lange das ungefähr dauern könnte. „Hm... da müssen wir was machen!“ Es wird etwas am Zeitplan geschraubt, genau gesagt es wird sowas ähnliches erstellt und wie es scheint kann Rolf alles einhalten was er versprochen hat. Zu Rolfis Frust muss er jetzt aber am nächsten Morgen um 4:30 aufstehen, da das Boot von Gordon nicht an diesem Abend, sondern eben Morgen früh in die Mangroven gebracht werden soll. Warum nicht um 8 oder 9 Uhr? Weil Gordon mit seinem Tiefgang nur bei Hochwasser in den hinteren Teil der Mangroven kommt. Stinkt Rolf so ein bisschen, selber Schuld, meint Erni. Auch dieses Unternehmen dauert etwas länger als vorgesehen, Erni hat unser Schiff soweit vorbereitet, nun wartet sie auf Rolf, es ist schon so ein bisschen ein blödes Gefühl, wenn sozusagen alle in den Mangroven verschwunden sind, man selber aber noch in der Bucht hängt und wartet. Aber da taucht Rolf schon auf, zuerst noch Mittagessen und dann verschwinden auch wir in den Mangroven.

Schon in der Einfahrt sehen wir, dass der vordere Teil bereits ziemlich voll ist.



Das ist uns aber scheissegal, mit unserem Tiefgang kommen wir ja in den hinteren Teil, da ist noch genügend Platz, halt eben weil da nicht alle reinkommen. Hier liegt auch Domis Werkstatt, sieht aus als wäre sie schon immer hier gewesen.



Wir suchen uns einen Platz, schmeissen am Heck einen Anker und beginnen das Schiff zu vertäuen.



Rolf hat ja mittlerweile massenhaft Übung, trotzdem ist nicht ganz klar wie wir uns nun festmachen wollen, so dauert halt auch das etwas länger als vorgesehen, aber bis zum Eindunkeln sind wir fertig, wir haben einen guten Abstand zu den Booten rechts und links von uns, sollte sich der Anker oder eine Schot lösen kann nicht viel passieren. Wir sitzen gerade zufrieden im Cockpit mit einem Bier in der Hand da geht's auch schon los, nein nicht der Hurrikan, die Charterboote kommen alle noch in letzter Minute. Au Backe mit einem Mal kurven 6 grosse Katamarane herum und alle wollen gleichzeitig festmachen. Alles Boote die ohne Skipper gechartert wurden, auweia... das kann ja noch lustig werden. Natürlich haben solche Leute die höchstens einmal im Jahr ein Boot mieten noch weniger Ahnung als wir, wie man sowas macht. Alle versuchen auf engem Raum gleichzeitig den Anker zu schmeissen, dabei hätte es weiter hinten noch massig Platz, kreuz und quer fallen die Anker übereinander, irgendwo in dem durcheinander liegt auch unser Anker. Anker werden wieder hoch genommen und fallen wieder. Wir werden langsam nervös, wahrscheinlich haben die unseren Anker mit ihren Übungen längst wieder ausgegraben, da ist jetzt aber nichts mehr zu machen, da unser zu unterst liegt. Die vernünftigen Abstände zu den Booten rechts und links von uns werden jetzt mit zwei Katamaranen ausgefüllt, der eine macht sich in den Mangroven mit nur einer Schot, die durchgescheuert ist und sich gerade mal noch dürftig an einer Faser zusammenhalten kann, an einem abgestorben Mangroven Ast fest. Jetzt reichts!!!!!!! Erni versucht mit den Leuten zu reden, kommt natürlich unheimlich schlecht an, der Typ der hier offensichtlich für 14 Tage den Skipper macht, lässt sich nicht gerne vor all seinen Leuten kritisieren und schon gar nicht von einer Frau. Jean-Yves der auf der anderen Seite dieses Bootes liegt hockt nur noch wie ein Affe auf dem Vordeck und klatscht sich seit circa einer halben Stunde mit der flachen Hand gegen die Stirn. Jean-Yves ist Künstler und macht wunderbare Skulpturen, hat aber schon bei einer normalen Unterhaltung Mühe sich zu artikulieren, geschweige denn in so einem Fall. Rolf der sich auch eher ungern irgendwo einmischt, hat gerade herausgefunden, dass da noch was an einer Schot gemacht werden muss. So versucht also Erni mit dem Leuten zu reden, ihre Bemühungen bringen den Hobby-Skipper gerade mal dazu noch zwei weitere Schoten auszubringen, diesmal an Äste die nicht abgestorben sind. Erni will aber, dass sich die beiden Katamarane wo anders hinlegen, da wir bei Seitenwind mit unserem Einrümpfer Schräglage bekommen werden, im Gegensatz zu den Katamaranen, so passieren dann eben die Schäden, da bei dem auf und ab kein Fender da bleibt wo er sein sollte. Erni wagt es auch noch zu erwähnen, dass es sowieso besser wäre er würde mit Bug Richtung Mangroven stehen, weil wenn sein Anker nicht hält die Solarpanel und was sonst noch so alles da hinten hängt, Schaden nehmen könnte. Die Diskussionen sind noch im Gange, da kommen schon die ersten Böen. „Festhalten!!!!!“ Sollte unser Anker jemals gehalten haben, tut er dies nun nicht mehr, wir werden seitlich in die Mangroven gedrückt, da die Anker der anderen Boote auch nicht halten, inklusive der von Jean-Yves, bewegen sich alle Schiffe gleich, was verhindert, dass wir uns gegenseitig touchieren. Jean-Yves und wir also Bug voran und die beiden Katamarane Heck voran in die Mangroven. “Würg...Quitsch.. Knarr... Krach... „ jammern die Solarpannels unserer Nachbarn. Zwischendrin lässt der Wind etwas nach, wir bringen einen zweiten Anker aus, und bringen seitlich noch zusätzliche Schoten aus, auch unsere Nachbarn die mit ihren Hecks tief in den Mangroven stecken werden Aktiv, einer versucht mit dem Brotmesser die Mangroven zu stutzen, ähm... na ja... Wie erwartet kommen dann die nächsten Böen aus einer anderen Richtung, diesmal bleibt aber alles wie es war, unsere Nachbarn stecken so in den Mangroven fest, dass sich nichts mehr bewegt und unser Zweitanker hält. Auch die Nacht überstehen wir gut, hier in den Mangroven ist man wirklich optimal geschützt. Am anderen Morgen ist dann wieder alles ruhig, wenigstens hier in den Mangroven, wir wollen mal nachsehen wie es draussen in der Bucht aussieht. Via Mangroven krabbeln wir an Land, kein leichtes Unterfangen, natürlich hat es auch tüchtig geregnet, da wo wir nicht mehr auf den Mangrovenwurzeln rumklettern können, versinken wir knietief im Sumpf. So dauert unser kleiner Ausflug etwas länger, da wir nach jedem einsinken unsere Sandalen wieder ausgraben müssen. Wir gehen auf den Hügel und überblicken nun die Mangroven und die Bucht.



In der Bucht hat es noch mächtig Schwell, wir müssen also noch eine Nacht drinnen bleiben. Die einzigen die sich über sowas wie einen Hurrikan freuen sind hier die Moskitos, die haben nämlich jetzt sowas wie eine kulinarische Multi-Kulti-Woche, Blut aus allen Ländern, schmatz, mampf. Wenn man die bloss davon überzeugen könnte, dass Schweizerblut absolut kein Leckerbissen ist, die Italienische Küche ist da bedeutend besser und vorallem viel zahlreicher vorhanden, da auf jedem der sechs Katamarane mindestens zehn Leute sind. Ach ja, da war noch der Typ von der Pizzeria, ein Weisser, der auch etwas am Hurrikan verdienen wollte, am Abend vor dem Hurrikan hat er mit einem Boot die Mangroven abgeklappert und Bestellungen für Pizzas aufgenommen, es konnte aber keine dieser Pizzas ausgeliefert werden, da bis dahin kein Boot mehr freiwillig unterwegs war. Am Abend sitzen wir im Schiff und kommen uns vor wie mitten in Italien, wo sich die Leute über die Strasse zurufen und Lachen, hier tun sie es nicht aus dem Fenster auf die andere Strassenseite, hier stehen sie auf dem Vordeck, grölen, rufen und lachen, sind halt doch irgendwie sympathisch diese Italiener. Am nächsten Morgen wollen dann die Italiener los, vermutlich ist es aber eher so, dass sie müssen weil sie ihr Boot abliefern müssen. Kein Vergnügen, da seht noch ganz schön Welle draussen. Also wieder 6 Katamarane die unbedingt gleichzeitig los müssen. Alle anderen Yachtis stehen mit Fendern bewaffnet auf ihren Booten und kommen nicht drum herum sich halb tot zu lachen, die Italiener liefern ein Schauspiel das kein Ende nehmen will. Boote die bereits frei sind kurven herum und behindern die anderen die noch versuchen ihren Anker hochzunehmen, fahren über Leinen und bleiben darin hängen, auf einem Katamaran geht jemand über Bord, platsch rein in den Sumpf voller Quallen, woraufhin der Typ am Steuer auch noch rückwärts Vollgas gibt, die Frau im Wasser schreit, bleibt aber zum Glück unverletzt, auf einem anderen hüpfen ein paar Leute auf dem Vordeck rum und Versuchen das Vorsegel wieder einzufangen, dessen Schoten als Festmacherleinen missbraucht wurden und jetzt eben fehlen, Slap-Sick pur und das alles aus dem Stegreif nichts einstudiert oder so. Unser Nachbar kriegt seinen Anker auch nach mehreren Anläufen nicht aus dem Dreck, unser Zweitanker liegt quer über seinem, kein allzu grosses Problem wenn man weiss wie, er weiss aber nicht wie, ein bisschen lassen wir ihn noch zappeln, dann haben wir aber erbarmen. Irgendwie scheinen die Leute vergessen zu haben, dass sie eine Ankerwinch haben, jedenfalls sind sie dabei von Hand an der Ankerkette zu ziehen, das heisst nach dem X-ten Versuch klammert sich noch einer der langsam den Tränen nahe ist an die Ankerkette, alle anderen schauen über den Bug ins Wasser, ob der Anker nun endlich hochkommt. Rolf hüpft ins Dinghy und erinnert die Leute zuerst daran, dass da eine Ankerwinch ist, Dirk der gegenüber liegt kommt auch noch zu Hilfe und endlich ist der Anker oben. Jetzt fahren die 6 Katamarane mit einem Abstand von höchstens 5 Metern hintereinander Richtung Ausfahrt, wovon der erste vergessen hat sein Dinghy hochzunehmen, was er bei dem Wellengang draussen bestimmt noch tun muss. So ziemlich an der schalsten Stelle kommt ihm das dann auch in den Sinn, er hält an und beginnt das Dinghy hochzunehmen, ist für diejenigen die nachkommen ziemlich blöd, Seitenwind, rechts und links festgemachte Boote, Rolf der mit dem Dinghy auch gerade nach vorne fährt kann gerade noch verhindern, dass einer der Katamarane in die festgemachten Boote driftet, indem er mit dem Dinghy seitlich stösst, was unserem 5 Ps Motor so ziemlich alles abverlangt. Am anderen Tag fahren dann auch die meisten anderen Boote raus, wir bleiben noch eine Nacht, denn jetzt wo es ruhig ist, kommen all die Tiere wieder, Jean-Yves hat uns erzählt, dass er hier drin schon Seeadler habe fischen sehen, das ist es wohl Wert, sich noch eine Nacht den Mücken auszusetzen. Adler bekommen wir keine zu Gesicht, aber wir geniessen für einmal eine ganz andere Umgebung, das rascheln der Mangroven in der sanften Brise, das gezwitscher der Vögel, da schwimmt eine riesen Krabbe vorbei, ein grosser Fisch springt in die Luft und sonst absolute Ruhe. Na ja fast, da ist natürlich noch dieses lästige bsssssSSSsssssssssss......... der Moskitos.

Hier noch die Laufbahn von Hurrikan Dean



Das Zentrum von Dean, Kategorie 2 Hurrikan, also mit über 140 Kmh Windgeschwindigkeit ist über Martinique gezogen. Übrigens der vom Wind verursachte Druck nimmt im Quadrat zu.

Hier noch eine Karte mit den dazugehörigen Niederschlägen.



Wir liegen wieder in der Bucht, auf umliegenden Booten werden wieder Segel montiert, bei diesem hier scheint etwas nicht ganz zu stimmen.



Sieht irgendwie nach up side down aus, jetzt fängt es auch noch an zu regnen, woraufhin dieser Yachti kurzerhand, das Segel immer noch verkehrt rum angeschlagen, ins Dinghy hüpft und an Land fährt, vermutlich in einen der 200 Rumshops, erst mal einen heben auf diesen Ärger.

Johnny einer der beiden Boat Boys dieser Bucht kommt mit seinem Dinghy angerudert, sein Dinghy scheint nur noch aus Gewohnheit zu schwimmen, währe es sich seines Zustandes bewusst, würde es unweigerlich absaufen. Johnny verkauft ausschliesslich Limes und Austern, wovon er sich letztere in den Mangroven holt. Zwecks Sozialunterstützung haben wir ihm einmal seine viel zu teuren Austern und Limes abgekauft. Seitdem kommt er immer wieder „ need some Limes tomorrow?“ das obwohl ihm Erni mal gesagt hat „ Look Johnny, your limes are ways to expensive!“ worauf Johnny meinte „hmmm.. well... yes, I can understand that, and I feel with you!“ Was ihn natürlich keineswegs dazu veranlasst hat seine Limes billiger zu verkaufen, ja das ist eben Johnny. Nun kommt er immer wieder mal zum plaudern vorbei, hie und da bekommt er auch ein Bier, manchmal rudert er auch nur vorbei und ruft uns zu „ I am late, I am late!!!“ Diesmal fragt er uns wie es denn war in den Mangroven und ob wir auch aufgepasst hätten wegen der Schlangen. „Ach Johnny Quatsch, hier gibt es doch gar keine Schlangen“ Ohhh, yes, yes, yes, there are big snakes in the mangoves, Boas, 2 meters long, and this thick!!!!!!“ Worauf er mit den Händen den Umfang demonstriert, in gleichem Masse weiten sich seine Augen, na wenigstens soweit das möglich ist, der demonstrierte Umfang bewegt sich nämlich so zwischen 20 und 30 Zentimetern. Wir glauben natürlich kein Wort, obwohl wir schon mehrmals festgestellt haben, dass seine Geschichten meistens wahr sind. Ein paar Tage später lesen wir dann in der Zeitung, dass ein Yachti eine Boa in seinem Dinghy vorgefunden hat, deren Ausmasse denen von Johnny beschrieben in nichts nachstehen, schluck.....

So jetzt wird unser Bügel in Angriff genommen. Rolf kann praktisch alles selber machen, Domi gibt seinen fachmännischen Rat und übernimmt das schweissen. „Na passt's?“



Ohuuuuuuu, schon wieder die Kurve nicht ganz gekriegt..



Wir gehen jeden Abend vor Anker und spätestens Morgens um 8 Uhr machen wir wieder an der Werkstatt fest. Es ist immer was los, Leute kommen und gehen die was gemacht haben wollen, und da kommt Mimi, was hat er denn da im Dinghy?



Vorne im Bug unter der Abdeckung hockt ein Booby. „Dieser Vogel kommt mir jetzt aber nicht aufs Boot, meint Domi, „ nein nein, natürlich nicht Papa“ Domi erklärt uns, er hätte schon eine Ziege, einen Leguan und einen Geier an Bord gehabt, jetzt wolle er nicht auch noch einen Booby der gesund gepflegt werden müsse. Mimi pflegt aber nicht nur Tiere, er jagt sie auch gnadenlos, wie man wohl an den beiden Harpunen sieht, die da auch noch im Dinghy liegen. Als er noch kleiner war und noch nicht so weit heruntertauchen konnte, entdeckte Domi seinen Sohn einmal mit zwei kleinen Fischen für die Katze und zwei Tauben, alles fein säuberlich auf der gleichen Harpunenspitze aufgereiht. Natürlich wurden auch die Tauben gegessen, sollen übrigens gut schmecken. Mit jagen allein ist es aber nicht getan, Mimi muss die erlegten Tiere pfannenfertig bei Mama abliefern. Dafür gibt es dann Taschengeld.

Nach 14 Tagen harter Arbeit, na ja, Siesta muss aber schon sein,



sind wir dann soweit, das Grundgestell kann gepunktet werden. Poliertes Aluminium, übrigens.



Domi schweisst das Gestell auf der Werkstatt zusammen



während sich Rolf noch um die vielen Details kümmert, so Sachen wie höhenverstellbarer Radar, Befestigung für Solarpanel und Windgenerator, Angelruten-Halter, Befestigung für Antenne und was weiss ich nicht noch was alles. Der Bügel steht wieder mal auf unserem Heck zum anpassen, da kommt Jerry mit seinem Motorboot von der kleinen Werft. Seit Tagen ist die Wetterentwicklung wieder mal bedenklich, eine Tropical Wave ist unterwegs von der man nicht so genau weiss was sie im Schilde führt. Mittlerweile ist aus der Wave zum Sturm geworden der heute Nacht über uns hinwegziehen wird. Jerry meint dieser Sturm zeige die gleichen Vorzeichen wie Hurrikan Emilie, der auch nur als Tropical Storm hier erwartet wurde, sich aber dann noch vor den Inseln zu einem Hurrikan aufgebaut hatte. Auch wenn sich dies hier nicht zu einem Hurrikan aufbaut, wird es mit Sicherheit ziemlich ungemütlich werden in der Bucht, meint Jerry. Ob Domi mit seiner Werkstatt in die Mangroven wolle, er hätte gerade schnell Zeit ihn mit dem Motorboot zu schleppen. Dann geht alles sehr schnell, Jerry nimmt die Werkstatt ins Schlepp, Domi und Rolf fahren mit. Xantus haben wir an der Boje festgemacht wo vorher die Werkstatt dran hing. Erni macht sich in Windeseile daran unser Boot vorzubereiten. Die Segel haben wir wohlweislich seit dem letzten mal nicht mehr montiert, aber jetzt stehen noch zwei Bügel auf dem Heck, der alte auf dem noch die Solarpanels montiert sind, ein bisschen fragwürdig an die Wandten gebunden und der neue der da einfach so rumsteht. Au Backe, wenn da wirklich ein Hurrikan kommt fliegt uns hier alles um die Ohren. Erni fängt an mit allen verfügbaren Schoten das Zeug festzumachen, bis Rolf zurück kommt ist sie fertig und erneut geht es in die Mangroven auch Domi verschwindet mit seinem Segelboot dahin. Schon beim Abtransport der Werkstatt sind andere Yachtis aufmerksam geworden, hoppla wenn hier die Lokals aufräumen ist es wohl besser wir verschwinden auch. Innerhalb ein paar Stunden ist die Bucht leer, Jerry hat zum Glück die 11 Boote die er zu beaufsichtigen hat nach Dean in den Mangroven gelassen, so schafft auch er noch alles rechtzeitig. Diesmal geht es etwas ruhiger zu in den Mangroven, da praktisch alle bei Dean auch schon hier waren und nun genau wissen wie sie ihr Schiff festmachen wollen und mit Chaoten wie diesen Italienern müssen wir nun auch nicht mehr rechnen, da die Sommerferien in Europa nun endgültig vorbei sind. Auch wir wissen nun was wir machen müssen, innert kürzester Zeit sind die Schoten ausgebracht und diesmal hält unser Anker. Felix zieht noch mit Sturmstärke über uns hinweg mit so circa 50 Knoten Wind, baut sich aber nach den Inseln innert kurzer Zeit zum Hurrikan auf.



Felix macht einen neuen Rekord, innerhalb von 54 Stunden von den ersten Meldungen also der Moment wenn erstmals vermutet wird, dass ein Hurrikan entstehen könnte, zu einem Hurrikan Kategorie 5. Da haben wir aber nochmal ganz schön Ferkel gehabt, was?

Da diesmal der Schwell nicht so lange anhält fahren die ersten Boote schon am nächsten Tag raus, nach zwei Tagen sind wir alleine im hinteren Teil der Mangroven. Domi hat vorläufig keine Lust seine Werkstatt wieder hinaus zu bringen, da sich eine Wave nach der anderen formt, man aber von keiner so genau weiss was sie vorhat. So bleiben auch wir drin weil Rolf am Bügel arbeiten will und die Werkstatt halt eben hier ist. Nach ein paar weiteren Tagen, sind wir dann soweit, dass der Bügel aufs Schiff geschweisst werden kann, dazu müssen wir aber neben der Werkstatt liegen, wegen Schweissanlage und so. Kein Problem wir quetschen uns neben der Werkstatt in die Mangroven.



Domi schweisst uns das Ding aufs Deck und jupidu der Bügel ist fertig.



Domi will für seine Arbeit nichts, obwohl er doch so einige Stunden für uns geschweisst hat, er meint das gehe schon in Ordnung mit dem was Rolf ihm geholfen habe. Somit haben wir nur Materialkosten, wir nehmen das nicht als selbstverständlich, freuen uns aber natürlich riesig, hätten wir diesen Bügel irgendwo machen lassen müssen, hätte uns das mehrere Tausend Dollars gekostet.

Nun geht es wieder raus in die Bucht, jetzt müssen nur noch Solarpanels und Windgenerator montiert werden. Dazu gehört natürlich auch Kabel verlegen, Rolf hat vorgesehen, dass alle Kabel in den Rohren verlegt werden. Ja nicht ganz einfach, die beiden üben sich blöd, da wo die Kabel ins Schiff geführt werden ist so eine kleine Kante, Rolf hat vergessen da einen Konus zu machen und genau da wollen diese Sch.... Kabel nicht durch, doch plötzlich hat Erni die Idee. „Wir schmeissen einfach eine dünne Schot oben ins Loch da wo das Kabel rauskommen soll und dann saugen wir mit dem Staubsauger die Schot nach unten. So können wir dann das Kabel an der Schot befestigen und von unten nach oben einziehen. Gemacht getan, klappt wunderbar. „Typische Hausfrauen Idee, aber gut natürlich“ meint Rolf und grinst wie ein Idiot, weiss er doch wie sehr Erni solche Sprüche zu schätzen weiss.

Jetzt kommt das was den beiden schon lange auf dem Magen liegt, alle Luken neu abdichten und Deck streichen. Rolf demontiert eine Luke nach der anderen, Erni schleift da wo die Luke im Moment nicht mehr ist und bringt die Farbschichten neu auf, natürlich kommt dabei auch wahnsinnig viel Dreck ins Schiff. Man hat das Gefühl mehr Zeit aufzuwenden um das Schiff jeden Abend wieder einigermassen bewohnbar zu machen als das man wirklich am arbeiten ist. Die ganze Mannschaft leidet unter diesen Bedingungen, die Verpflegung ist etwas dürftig, letzte Woche hat Erni zum Beispiel eine Italienische Woche gemacht, 5 Tage Spagetti und 2 Tage Ravioli aus der Büchse. Hoffentlich gibt es Heute wenigstens etwas anständiges zum Mittagessen.



Ähähähä... ja toll, nicht mal mehr mit dem Einkaufen klappt das richtig, keine Zeit meint Erni. In Tat und Wahrheit ist es wirklich relativ zeitaufwendig hier Einkäufe zu machen. Wenn alles klappt, ist man in zwei Stunden zurück aber oft verlässt man um 8 Uhr das Schiff und hat Glück wenn man um 12 Uhr zurück ist. Ich will euch erzählen wie es kommt, dass man manchmal doppelt so lange braucht. Wir verlassen das Schiff so gegen 8 Uhr, und sind vor neun Uhr in der Stadt, die Einkäufe sind in knapp einer Stunde gemacht, man kann also den Rückweg antreten. Rolf musste diesmal mit, weil wir Benzin auf eben der einzigen Tankstelle der Insel besorgen müssen. Da wir auch noch für jemand anderen Benzin holen ist es ziemlich viel, unsere 15 Liter und noch zusätzlich circa 50 Liter. Das und die ganzen Einkäufe müssen jetzt im Bus nach Hause gebracht werden. Alles kein Problem hier, wir sagen einem Fahrer wir hätten Benzin an der Tankstelle stehen, ob er mit uns da vorbeifahren könne um dies abzuholen „no problem“ „ ist aber ziemlich viel Benzin“ „no problem“ Wir steigen ein und fahren zur Tankstelle um all die Kanister einzuladen „no problem“ dann geht es wieder zur Haltestelle, ein paar andere Leute steigen ein und da kommt noch Missis Plenty. Erni kennt Missis Plenty schon und weiss genau, jetzt geht's länger. Missis Plenty bittet den Fahrer ihre schwere Tasche im Laden abzuholen steigt aber selber noch nicht ein, sie muss noch was einkaufen. In der Zwischenzeit, fährt der Bus mehrmals im Schritttempo durch die Stadt, Missis Plenty''s Tasche wird abgeholt, irgendwer muss da noch was abholen in einem Rumshop, jemand steigt wieder aus um nochmals schnell in einen Laden zu gehen, während wir im Bus draussen warten. Und immer wieder kommen wir an der Tankstelle vorbei, momentan gerade das vierte mal, eine Rundfahrt dauert so 5–10 Minuten. So..., alle Leute im Bus hätten ihre Sachen nun erledigt aber Missis Plenty fehlt noch, wir machen nochmals 3 Rundfahrten bei denen der Fahrer den Leuten auf der Strasse zuruft ob irgendwer Missis Plenty gesehen hat. Niemand hat Missis Plenty gesehen, noch eine Rundfahrt, aber da ist sie doch unsere Missis Plenty, mehr breit als lang, im geblümten hellblauen Kleid, den Nike-Hut kess auf die graue Schamhaarfrisur drapiert, ihren Stock energisch umklammernd und schon etwas angesäuert weil nun sie auf den Bus warten musste. Missis Plenty hievt ächzend ihr ganzes Gewicht in den Bus, wir sitzen eingeklemmt zwischen all unseren Benzinkanistern auf der hintersten Bank, die Bank vor uns ist noch frei. Missis Plenty will sich nicht auf die Bank vor uns setzten, sie wirft den Benzinkanistern und uns einen bösen Blick zu und meint in England dürften wir sowas aber nicht. Für Missis Plenty sind anscheinend alle die nicht von hier sind Engländer. Wir lächeln und meinen „Nö“ Sie steht und motzt noch etwas rum, da aber keiner reagiert setzt sie sich dann doch. Natürlich hat sie eigentlich recht, aber hier ist es üblich, dass im Bus Benzin und Gasflaschen transportiert werden. Da nun auch Missis Plenty sitzt kann es losgehen, was noch lange nicht heisst, dass es jetzt direkt Richtung Tyrrel Bay geht, sollte jemand im Bus sitzen der auf der anderen Seite der Insel wohnt, werden wir zuerst dahin fahren und wie Erni weiss muss Missis Plenty meist noch zum Bäcker. Dieser hat seinen Laden auf einem Hügel in der nähe der Tyrrel Bay. Das ganze dauert auch immer etwas länger, weil wenn man dann schon mal da ist, nicht nur Missis Plenty was vom Bäcker braucht sondern die meisten anderen Fahrgäste auch. Da der Bus vollgestopt ist mit allem Möglichen, jeder auch noch eine Tasche auf den Knien hat, wäre es zu umständlich wenn die Leute aussteigen müssten, so holt der Fahrer die gewünschten Sachen aus der Bäckerei, und zwar für jeden einzeln, er nimmt Bestellung und Geld entgegen kommt zurück händigt Restgeld und Ware aus, dann kommt der nächste, ja das dauert halt. Von diesen zwei Extras bleiben wir aber diesmal verschont. Eigentlich ist das ja was ganz tolles mit diesen Bussen da kaum jemand ein Auto besitzt, aber eben es dauert.

Zum Glück gibt es hie und da bei Jaja (Schascha ausgesprochen) und Alain was anständiges zu Essen. Jaja und Alain, ein älteres Französisches Ehepaar, dass sich hier in der Bucht ein Haus gemietet hat. Ihre Segelyacht mit der sie noch zwei mal im Jahr nach Martinique segeln, liegt direkt vor ihrem Haus am Anker. Klingt irgendwie gestopft, ist es aber gar nicht. Die Miete für das Haus ist für unsere Verhältnisse geradezu lächerlich und Liege-Kosten für die Yacht gibt es auch keine. Langweilig wird es den beiden auch nie, denn sie geben dauernd Partys für Freunde die hier wohnen und Leute die sie kennen lernen die auf der Durchreisende sind, so wie wir. Scheint mir gar keine so schlechte Variante fürs Alter, Haus in der Karibik am Strand mit Segelboot in der Bucht und dauernd Partys schmeissen. Jaja hat lange in Marokko gelebt und hat wirklich eine Ahnung wie man Couscous macht, mit allem drum und dran, Gemüse, Kichererbsen, in Zwiebeln gekochte Weinbeeren und immer irgend ein Fleisch. Wir sind sogar einmal in den Genuss eines Schweinebratens und einmal in den eines Ziegengigot gekommen, Dinge die wir bestimmt schon ein halbes Jahr nicht mehr gesehen haben. Jaja wollte uns damit demonstrieren, dass es auf dieser Insel wo es eigentlich nichts gibt, doch alles gibt, man muss eben nur wissen wo gerade ein Schwein oder eine Ziege geschlachtet wird, für die die's nicht wissen gibt's Chickenlegs. Diese Partys sind auch immer wunderbar unkompliziert, Jaja kocht zwar jedes mal Couscous, aber für den Rest muss schon jeder selber mit anpacken. Im Moment ist Jaja aber gar nicht gut drauf sie hatte einen Unfall mit dem Fahrrad. Sie hat nicht etwa so ein langweiliges Damenfahrrad wo man bequem aufsteigen kann, nein so ein tolles Mountain Bike mit Vollfederung, wo man eben nicht so bequem aufsteigen kann hat sie. Mit über 70 macht aber genau das Probleme, um aufzusteigen muss sie sich immer irgendwo festhalten. In diesem Fall hat sie sich an einer Autotür gehalten, bölderweise war diese Tür aber nicht zu und Jaja kippt, die Tür immer noch in der Hand zur Seite. Mit 70 nimmt einem der Körper solche Spässe ziemlich übel, sie hat zwar nichts gebrochen aber Prellungen am ganzen Körper, was wohl ziemlich Schmerzhaft ist. Jetzt sitzt sie da am Tisch vor sich wie immer ein grosses Wasserglas bis unter den Rand gefüllt mit Whisky Soda, am Boden neben ihr steht ein Plastikeimer, angefüllt mit Medikamenten in dem auch eine Stange Zigaretten steckt. Na ja, man will ja nicht wegen jedem Paket Zigaretten aufstehen. Aber trotzdem Couscous Party, diesmal kochen Alain und ein Gast nach Anweisungen von Jaja. Alain der seine Gäste immer in Unterhosen und einem Pastis in der Hand begrüsst, ähm, also nicht immer, Pastis schon, aber manchmal sind es Badehosen, ist heute richtig im Stress. Das Couscous ist zwar gut, aber halt eben nicht so gut wie wenn Jaja gekocht hätte.

Auch sonst gibt es hie und da eine Einladung, wo es was anständiges zu Essen gibt. Einmal waren wir zusammen mit Domi und Genevieve bei Engländern eingeladen. Domi brachte Lobster zum Apero mit, leider waren aber die Engländer Vegetarier. „Oh, nein“ frustriert klatscht sich Domi an den Kopf „das macht doch nichts Domi, was für sechs reicht, reicht auch für vier“ grinst Rolf. Nun ja zugegeben so schlecht geht es uns gar nicht.

Mittlerweile sind alle Fenster wieder drin, so wie es aussieht dauert das mit dem Deck streichen aber noch ne Weile. Erni muss das alleine machen, Rolf ist der Meinung er habe ein etwas gestörtes Verhältnis zu Pinseln und Farbe, das Verhältnis zu Schleifpapier bleibt unerwähnt. Aber auch Rolf hat es im Moment nicht gerade lustig, er arbeitet wieder auf einem anderen Schiff. Auf diesem Schiff soll er diverse Arbeiten machen, unter anderem ist da ein Loch im Dieseltank. Um an den Dieseltank zu kommen muss der Motor ausgebaut werden, Motor und Dieseltank sind draussen, da entdeckt Rolf, dass der Cockpit Boden total verrottet ist. Uiiii wie blöd, da muss alles herunter gerissen werden, es muss eine neue Holzplatte eingesetzt werden, und dann muss laminiert werden. Alles Arbeiten um die sich Rolf nicht gerade reisst, er versucht noch jemand anderen zu finden der diese Arbeit macht, aber niemand hat im Moment Zeit, Tsssja, nun muss er's halt selber machen. Bei den Besprechungen welche Arbeiten Rolf machen soll, musste Gordon immer wieder hören, „this job, not me, not me, not me....“ und nun ist es doch him, doch him, doch him, ja, ja schon gut, ist überhaupt nicht lustig, nö, nö wirklich nicht komisch, ou llla la lal, versteht überhaupt keinen Spass mehr unser Rolfi. Da hat er nun selbst ein Aluminiumboot und wälzt sich auf anderen Booten in Glasfaserstaub und Epoxi.

Trotz angemessener Schutzbekleidung, jedenfalls was den Staub betrifft nicht aber die Hitze, kratzt sich Rolf seit Tagen überall.


Sieht aber auch richtig gemütlich aus, hier im Motorraum



Scheisse, es juckt, es juckt, Mist diese scheiss Glasfasern, auf sowas lass ich mich nie wieder ein.“ Ja ich denke Rolf hat sein Geld schon einfacher verdient.

Bis Ende November sollte die Arbeit auf diesem Schiff beendet sein, und Erni sollte bis dahin auch noch den Fussboden im Schiff lackiert haben. Bis dahin ist auch die offizielle Hurrikan Saison vorbei. In diesem Jahr gab es drei neue Atlantik Hurrikan Rekorde.

Lorenzo: schnellste Intensivierung einer Tropical Depression zu einem Kategorie 1 Hurrikan, 12 Stunden.

Humberto: Von den ersten Meldungen bis Hurrikan Stärke, 18 Stunden.

Felix: Von den ersten Meldungen zu einem Hurrikan Kategorie 5, 54 Stunden.

Nun ja Statistik ist so eine Sache, nachfolgend was die Statistiker dazu meinen.

Is it a statistical fluke that we've had three record-speed intensifying hurricanes this year? It could be. Our reliable data records only go back to 1970, and there may have been periods in the past with similar events. No scientist has published a paper linking rapid hurricane intensification rates with global warming. However, three record-speed intensifying hurricanes in one season certainly raises questions, and is very odd.

Statistik hin oder her, bei diesen Intensivierungs Geschwindigkeiten, könnte es schon mal in die Hosen gehn, wenn man sich während der Saison in einem Hurrikan Gebiet aufhält, wollen wir uns mal hinter die Ohren schreiben.