Karibik (Windward Islands)
(16. 02 – 24.03.2007)
Unser Schwert hat also wieder einen Riss, trotzdem wird Heute nach Grenada gesegelt. Das heisst wir müssen mehr oder weniger, genau gesagt eher mehr, hart am Wind segeln, ganz ohne Schwert kaum zu machen. Die beiden beschliessen das Schwert so halb raus zu lassen, wenn es durch die Belastung dann ganz abfällt, tsssja... dann müssen wir halt dann schauen. Ja, Rolf schaut dann auch gleich nach dem ankerschmeissen in Grenada (Prickly Bay) nach dem Schwert. Der Riss ist wieder etwas grösser geworden. Ja was machen wir denn jetzt, am 26.02 bekommen wir Besuch, mit diesem wollen wir dann Richtung Norden segeln, auch dies wird vorwiegend hart am Wind sein, wir werden das Schwert also brauchen müssen. Die beiden sehen das locker, wenn es dann halt ganz abfällt, brauchen wir wenigstens nicht mehr zu entscheiden ob wir ein neues kaufen wollen, oder nochmals versuchen sollen das alte zu reparieren.
Bis unser Besuch kommt haben wir noch Zeit, was machen wir denn da. Mir scheint die beiden leiden etwas unter Entzug, machen irgendwie einen verlorenen Eindruck so ohne Schraubenzieher, Hammer, Säge oder Pinsel in der Hand. Die Zeit auf der Werft hat da schon so ihre Spuren hinterlassen. Da gib's nur eins, erst mal alles Werkzeug raus, nach fünf Minuten herrscht bereits wieder ein riesen Durcheinander auf dem Schiff, den beiden geht's schon etwas besser. Mit Verrenkungen die jeden Spastiker in Erstaunen versetzen würden verschwindet Erni unter der Spüle und Rolf hängt kopfüber in der Sitzbank, erst jetzt kommt richtig Stimmung auf, „Ja, Himmi, Herrgott, Kruzi, Teibi, Sakrament, sau Glump verreckts!!!!“. So klingt es fröhlich durchs Schiff, Schrauben die sich nicht lösen, brauchen offensichtlich einfach etwas gute zurede. Aber was machen denn die beiden eigentlich? Den Kompressor vom Kühlschrank wollen sie versetzen, wieso, weil das Teil bis jetzt unter einer Sitzbank im Salon montiert war, wo es zuwenig Raum hatte um die entstehende warme Luft zu kühlen, was nicht gerade effizient ist, und warum gerade jetzt?, weil Martin der Kühltechniker von Sy Amigo gleich neben uns liegt. Oh man, never touch a running system, ach ne, das schöne kalte Bier, müssen die jetzt auch noch an Sachen rumbasteln die eigentlich funktionieren. Während Erni die neue Befestigung unter der Spüle macht, baut Rolf den Kompressor aus, Kompressor wieder eingebaut, kommt Martin lötet das Kupferrohr wieder zusammen und füllt das System. Uff.... das ging ja nochmal gut, das Bier kann wieder gekühlt werden. Hier nochmals herzlichen Dank Martin.
Ferien auf einem Fahrtenschiff zu machen kann ganz schön anstrengend sein, der Stress fängt schon zuhause an, der Gast bekommt erst mal eine Ellen lange Liste was er doch bitte aus dem Heimatland mitbringen soll, dies muss dann alles organisiert werden und irgendwie im Reisegepäck untergebracht werden, wobei der Fahrtensegler absolut keine Rücksicht darauf nimmt ob der Gast noch irgendwo Platz für die Badehose und die Zahnbürste findet. So auch in unserem Fall, Husis Reisegepäck besteht hauptsächlich aus irgendwelchem Elektronik-Gerümpel für Rolf, dazu bekommt er noch einen Laptop unter den Arm geklemmt der für ein anderes Schweizer-Boot bestimmt ist. Also Leute überlegt's euch noch mal, wenn ihr solche Ferien machen wollt. Am nächsten Tag kann sich Rolf natürlich nicht von all den schönen neuen Sachen trennen, also fahren Erni und Husi ohne ihn nach St. George's zum einkaufen.

Eigentlich wollten wir Husi erst mal ein zwei Tage am Anker einschaukeln und dann die kurze Strecke an die Südküste Grenadas segeln. Da aber Südostwind angesagt ist, was zu dieser Jahreszeit eher selten ist, entscheiden wir uns nach Carriacou zu segeln. Der Passat entscheidet sich dann aber doch für eine eher nördliche Tendenz, so wird unser Gast eher eingestampft als eingeschaukelt. Hart am Wind hie und da eine kleine Front mit Regen, geht es Richtung Carriacou. Trotzt Jet-lag in der Birne, unangenehmen Segelbedingungen und dem Blutbad das Rolf beim ausnehmen des eben gefangenen Thunas veranstaltet, macht Husi keine Anstalten über die Reling zu kotzen. Mit noch ein bisschen aufkreuzen und nochmals einem Thunfisch an der Angel kommen wir kurz vor dem Einduckeln in der Tyrrel Bay an.

Hunger! was gibt's den zum Abendessen? ach so ja Fisch natürlich. Husi macht sich in der Küche breit..

„Scheisse, was ist denn das nun wieder für ein Gewürz?“ Das Problem ist nicht, dass die Gewürze derart exotisch sind, dass sie keiner kennt, das Problem ist eher, dass diese Dinger in allen möglichen Sprachen angeschrieben sind, da sie aus allen möglichen Ländern stammen. Das wiederum lässt Husi arschkalt, einfach ein bisschen von allem. Bis das Essen auf den Tisch kommt, ist nur Erni froh, dass Husi kocht, beim ersten Bissen sind dann auch wir froh, dass Erni nicht kocht. Alle sind einverstanden ab jetzt kocht Husi. Hier heisst es nicht, heute will ich das kochen, also kaufe ich dies und jenes ein, es ist eher so, das man mal schaut was man einkaufen kann und was auf dem Schiff vorhanden ist und damit muss man dann was kochen. Das macht Husi gnadenlos gut, was auch immer er bastelt es schmeckt. Dazu kommt, dass unser Gast von nun an unsere manuelle Ankerwinch betätigt, nie rummeckert, weiss was Wasser und Strom sparen heisst, und sogar begriffen hat wie das Vakuum- Clo funktioniert. Na all ihr Yachtis mit all den Gästen, da seid ihr aber neidisch gell. Schon nach zwei drei Tagen kommt es uns vor als hätte Husi schon immer zur Crew gehört.

Wir
lesen da gerade „per Anhalter durch die Galaxis“ von
Douglas Adams.
Am nächsten Tag wird erst mal etwas gefaulenzt, dann schauen wir uns mal die Gegend an. Was ist das denn? Ach so ja natürlich, das ist versteinerte Tee-Time. Wie so viele Karibische Inseln war auch Carriacou einmal in Englischen Händen.

Wir latschen auf den Hügel von wo aus wir Saline Island und White Island sehen können.

Sieht gar nicht so beschissen aus und da ist kein Mensch, da wollen wir dann auch noch hin. Jetzt aber machen wir uns auf den Heimweg mit einem kleinen Zwischenhalt. Was darf's denn sein, na ein Carib natürlich.

Die Insel hat aber nicht nur einen Hügel, nein nein da gibt es noch den Chapeau Carre, da müssen wir rauf. Da sollte es einen Weg geben. Mensch Leute die Karibik ist ein Segelgebiet, kein Wandergebiet, was erwartet ihr eigentlich, schön markierte Wanderwege? Die gibt es natürlich nicht, aber mit ein zwei Umwegen finden wir den Gipfel dann doch, wo wir eine wunderschöne rundum Sicht haben.

Nach ein paar Sandwich und Aussicht geniessen, machen wir uns auf den Weg nach Hillsborough, von wo aus wir den Bus zurück in die Tyrrel Bay nehmen. Unsere Freunde aus Frech Guayana liegen auch hier in der Bucht. Wir sind zum Apero eingeladen. Husi macht zum ersten mal Bekanntschaft mit „Ti Ponch“ Weisser Rum mit Zucker und Limonen. Dieses eher etwas gefährliche Gesöff wird in Martinique getrunken, bestellt man sowas in einer Bar in der sich vorallem Einheimische befinden, bekommt man eine Flasche Rum, ein Döschen Zucker, und ein paar Limonen vor die Nase gestellt, ach ja ein Glas gibt es natürlich auch noch, am Schluss wird dann mal so über den Daumen gepeilt, um wieviel der Pegel in der Flasche gesunken ist, und danach wird dann der Preis berechnet. Nein Leute, nicht wie über den Daumen gepeilt wurde, sondern um wieviel der Pegel gesunken ist natürlich, hmmm.... also wenn ich mir das genau überlege könnte das auch ein zusammenwirken von beidem sein. Also wie gesagt das Gesöff ist wirklich gefährlich, aber die absolute Mondfinsternis an diesem Abend hatte nichts mit diesem Getränk zu tun. Mit Feldstechern bewaffnet starren wir zum Mond, ein wirklich eindrucksvolles Spektakel das über zwei Stunden dauert. Wir sind alle so fasziniert, dass der Rum im Glas verdunstet. Ist bestimmt auch besser so, so sind wir am nächsten Tag dann auch fit für eine kleine Segeltour, mal schnell um die Ecke nach Saline Island. Hier haben wir die Welt für uns alleine, na nicht ganz, da sind noch ein paar Vögel, die sehen nicht nur frech aus, die sind es auch. Während wir unser Mittagessen verdrücken, schaut einer dieser vorwitzigen Vögel mal schnell in der Küche nach ob da auch alles in Ordnung ist.

Dann erst mal schnorcheln, saumässig Strömung hier, aber alle finden den Heimweg wieder. Am nächsten Tag fahren wir mit dem Dinghy nach White Island. Natürlich nicht ohne die Angelruten rauszuhängen. Auf White Island dann erst mal rumgucken, schön hier. „Schau mal da ist dieser Fels, wollen wir da mal rauf?“

„Ja, ja wir wollen.“ Schweizer wissen natürlich wie man sich in den Bergen ausrüstet, richtige Kleidung

und gutes Schuhwerk sind alles

Mensch Husi, ausgerechnet auf der Insel die irgend ein Italienischer Marken-Schuh-Fuzzi seiner Gattin zur Hochzeit geschenkt hat, krabbelst du mit “No Name“ Badelatschen rum. Übrigens die Insel gehört der Tante immer noch, bloss weiss sie nicht genau was sie damit anfangen soll. So circa 10 Meter vor dem Gipfel geht es dann nur noch senkrecht Hoch, ziemlich steil gell, und überall Kaktus die nicht nur rumstehen sondern auch rumliegen, so dass man praktisch bei jedem Vorsprung den man ertastet erst mal gründlich an einem Stück abgebrochenen Kaktus rumfummelt, was nicht immer ganz schmerzfrei ist.

Husi erklimmt den Gipfel, Rolf und Erni geben in der Mitte der Wand auf, sie hätten keine Lust noch mehr Kaktus-Stacheln unter die Haut zu kriegen, ist natürlich nur eine faule Ausrede, in Wahrheit haben die beiden einfach Schiss. Sie klettern wieder runter und warten auf Husi der nicht mehr zu sehen ist. Die Wartezeit verbringen die beiden damit sich Stacheln aus allen möglichen Körperteilen zu ziehen. Nach einer Weile kommt auch Husi wieder runter und meint „ schön da oben“ So nun stinkt es den beiden anderen aber, sie wollen auch da rauf, wir können es ja mal von der anderen Seite versuchen.

Auch diese Seite ist steil und durch die aufgeheizten schwarzen Steine elend heiss, aber mit bedeutend weniger Kaktus. Uff geschafft, so und wenn wir schon mal alle oben sind machen wir auch ein schönes Gipfelfoto.

Auf dem Weg runter hat ein Badeschlappen von Husi dann endgültig die Schnauze voll, er quittiert seinen Dienst indem das Band über dem Risst reisst und somit unmöglich an einem Fuss befestigt werden kann. So tritt Husi also den Heimweg durch Steine und Kaktus mit nur noch einem Badeschlappen an. Der Weg runter muss teilweise mit Vierpunkt-Sicherung gemacht werden. Ihr wisst nicht was Vierpunk-Sicherung ist? Also Dreipunk das kennt ihr ja, drei Punkte müssen immer auf dem Boden sein, so und jetzt fragt ihr euch wie man mit zwei Armen und zwei Beinen eine Vierpunkt-Sicherung machen kann und trotzdem noch vorwärts kommt. Meine Kumpels können das, indem sie mit dem Bauch nach oben auf allen Vieren rumkrabbeln und den Arsch als Notbremse benutzen. „Autsch, uff... jauuuuul..!!!!! ich hab mich in einen Kaktus gesetzt“, jammert Husi. Die beiden anderen grinsen, und feilschen schon mal wer die Stacheln operativ entfernen darf.
Als nächstes ist Petit Martinique angesagt. Hinter Carriacou segeln wir hoch und machen noch einen Halt beim Mopion, eine kleine Sandinsel mit schönem Riff drumrum die einfach blöd im Meer rumliegt. Aber hübsch gell so eine einsame Insel.

Ähhhmmm...... einsam? Was ist denn jetzt los.

Ein Tagescharter hat seine Fracht gelöscht. Null Komma plötzlich ist die Insel voll von schneeweissen bis leicht langustinen Wesen die die Insel bevölkern. Nach einer Stunde werden die Wesen wieder eingesammelt und wir haben das ganze für uns alleine. Bei Sonnenuntergang fahren wir dann nach Petit Martinique rüber.
Ihr ahnt es schon auch diese Insel hat einen Hügel, nichts wie rauf.

Leider ist es etwas dunstig, sonst könnten wir von hier aus die Tabago Cays sehen.

Auf dem Rückweg rutsch Rolfi aus und platscht mit der Hand in so eine Art Aloe. Aloe soll ja eine heilende Wirkung haben, aber das sieht mir nicht gerade danach aus.

Die kleinen schwarzen Punkte sind alles Stacheln die unter der Haut liegen. Weiter geht es, "na kommst du endlich Rolfi, du kannst deine Pfoten zu Hause operieren!"

Bevor es wieder auf's Boot geht, muss noch der Biervorrat aufgestockt werden. Petit Martinique die ehemalige Schmugglerinsel ist der richtige Ort dafür. Auch heute noch bekommt man hier Alkohol, Tabak Benzin und Diesel günstiger als sonst wo.

So, so am liebsten Becker's, bei dieser Last vergessen Rolf's Hände all die Stacheln und Packen instinktiv zu, ja man muss Prioritäten setzten können.
Als nächstes ist Union Isand angesagt, diese Insel befindet sich in einem anderen Staat, also müssen wir nochmals zurück nach Carriacou zum ausklarieren. Auf dem Weg dahin machen wir noch einen Stopp vor Sandy Island.

Auch so eine Sandbank die blöd im Meer rumlungert. Diese Sandbank verändert ihre Form ständig, Rolf und Erni haben die Insel von ihrer letzten Reise 1991-1994 in einer andern Form und mit Palmen in Erinnerung. Zuletzt waren die beiden im Winter 1999-2000 hier, als sie ihre Freunde Brigitte und Walter auf ihrem Schiff besuchten. Hallo ihr beiden, wisst ihr noch wie wir hier Trinknüsse geholt haben? Seit dem letzten Hurrikan steht hier keine Palme mehr, von oben gesehen sieht die Insel jetzt so aus.

Auch das Riff zeigt die Folgen des Hurrikans, scheint sich aber zu erholen. Apropos Riff, von Grenada bis St.Lucia ist es jetzt verboten Lobster zu fangen und zwar das ganze Jahr, nicht nur in der Schutzsaison. Schon blöd, wenn man die Viecher nur angucken darf.
Nach Sandy Island geht es zurück nach Hilsborough, nochmals einkaufen und ausklarieren. Es ist Donnerstag, wenn wir keine Over-Time bezahlen wollen, müssen wir Morgen los, dann können wir noch am Freitag einklarieren. Gesagt getan, Freitag Nachmittag einklarieren in Union. "Was ist Heute ein Feiertag?, aha, wegen Kricket" der Spass kostet uns 60 East Caribbean Dollars. Diese bescheuerte Kricket Meisterschaft geht uns langsam auf die Nerven. In der Zeit der Meisterschaft, die vom Ersten Februar bis Mitte Mai dauert, brauchen einige Touristen ein Visa, unter anderem auch die Schweizer, Kosten pro Person 100U$. Dieses Visa wird in den ganzen Caricom benötigt. Da wir uns schon vor dem Ersten Februar im Gebiet der Caricom befanden, benötigen wir kein solches Visa solange wir das Gebiet nicht verlassen und wieder einreisen wollen. Das hindert uns nun aber bis zum 15 Mai eine französische oder Holländische Insel anzulaufen.
Auch in Union entdeckt Husi einen Gipfel, den Pinacle oder Iguana wie ihn die Einheimischen nennen, wegen der Form des Felsens rechts im Bild.

Aha... diesmal in richtigen Schuhen.

Erni hat sogar eine lange Hose montiert, und latscht demonstrativ durch das dornige Gebüsch. „Schaut mal, ich kann hier einfach so durchlatschen und die Stacheln können mir überhaupt nichts anhaben, hää... ihr hättet halt auch lange Hosen anziehen sollen“. Womit sie aber nicht rechnet sind diese fiesen Dinger hier die sich mühelos durch Erni's Hose in ihre Beine bohren, wo die feinen Stacheln sauber abbrechen und unter der Haut verschwinden.

Hier hat einfach alles Stacheln

Von nun an hält Erni die Schnauze. Sogar als sich beim hinsetzen auf dem Gipfel ein paar Kaktus Stacheln, na ihr wisst schon wohin bohren, hört man nur ein unterdrücktes „hmmmmpf....“ Dafür hat Erni aber nochmal eine gute Idee. „Oh, schaut mal diese Kaktus Feigen die kann man essen!“ Die Ernte beginnt, bis Husi der als erster bemerkt, dass die Feigen kleine Büschel haben, die aus mikroskopisch kleinen Stacheln bestehen die mühelos unter der Haut verschwinden, ist es zu spät, alle haben die Finger voll davon. „Meinst du wirklich dass man die essen kann Erni?“ „Also ähm.. ich glaub schon“ „Na dann essen wir die doch besser wenn wir wieder auf dem Schiff sind, wenn die halluzinierende Wirkung haben könnten wir sonst auf dem Weg runter auf die Idee kommen, dass wir fliegen können.“ Die Feigen verschwinden in den Rucksäcken, gute Idee, so können sich die kleinen Stacheln im Rucksack niederlassen und so noch lange Zeit ihre Wirkung haben. Bei jedem was raus nehmen oder was rein tun können sie wieder zuschlagen, was sie auch machen werden wie die Zukunft zeigen wird.
Na ja wenn ihr nicht fliegen wollt, dann machen wir halt wieder das mit der Vierpunkt-Sicherung.

Auf dem Rückweg findet Rolf in der Wiese dann auch noch den ultimativen Reflektor für seine Wireless Lan Antenne.

„Du
spinnst wohl, der kommt mir nichts auf's Schiff!!!“ „Na
ja denn halt nicht.“
Wir sind wieder alle heil zurück in Clifton (Union) wo unser Schiff genau vor dieser Bar am Anker liegt.

Vorsehung, Zufall, Bestimmung, Macht der Götter? Wie auch immer, Husi will da hin und gibt einen aus. Na denn prost Jungs.

Nach dem ersten Sundowner gibt es nochmals einen, obwohl die Sonne schon lange unter gegangen ist, dann geht es zurück zum Schiff wo Husi etwas feines kocht. Auch nach dem Essen ist für Unterhaltung gesorgt, jeder sitzt in einer Ecke und versucht den fiesen kleinen Stacheln mit Pinzette und Nadel zu Leibe zu rücken. Diese Tätigkeit wird die drei noch einige Abende beschäftigen. Erni die auf Grund ihrer juckenden riesen Pusteln festgestellt hat, dass sie auf irgendwelche Stacheln allergisch reagiert ist noch mit Essigwickeln zu Gange.
Ab Union Island geht es so richtig los mit dem Segeltourismus, unzählige Charterboote und unzählige Boatboys die irgendwas zu irgendwelchen haarsträubenden Preisen verkaufen wollen. Die Boote mit denen sie herumbrausen zeigen, dass sie die Preise auch bekommen die sie verlangen.
Wer hat hier gesagt, solche Boote seien Penisverlängerungen, stimmt doch überhaupt nicht.

Oder etwa doch?

Eines dieser Boote will uns zwei extra kleine Brote für umgerechnet 10 Fr. verkaufen. Natürlich kauft kein Fahrtensegler zu solchen Preisen, das bezahlen nur Charterboote.
Als nächstes rum um die Insel nach Frigate Island

Immer noch eine tolle Bucht wo kaum Charterboote hinkommen. Hier muss wieder mal das Werkzeug raus, ein Segelrutscher hat sich verabschiedet. Schon seit langem haben wir versucht solche Segelrutscher zu kaufen, hatten aber auch in Trinidad keinen Erfolg. Da wir nun keinen Ersatz mehr haben muss Rolf halt selber einen schnitzen. Während Rolf zwei Segelrutscher schnitzt, beschäftigt sich Erni etwas mit ihren Stacheln in den Beinen, da hilft nur eins Essigwickel und ein bisschen rumjammern. Genug gejammert und gebastelt, jetzt gehen wir schnorcheln. Lobster angucken, aber nur angucken.

Weiter geht's in die Tobago Cays, eine Gruppe kleiner unbewohnter Inseln die durch ein Horseshoe Riff geschützt sind. Wer in den Windward Islands segelt muss einfach in den Tobago Cays gewesen sein, es ist die Touristenattraktion. Dementsprechend viel Tagescharter und andere Boote liegen hier, sicher es ist wunderschön, aber Rolf und Erni sind der Meinung, dass es in der Karibik einige Orte gibt die genau so schön sind, zwar weniger bekannt , dafür aber auch weniger überlaufen. Husi zuliebe segeln wir da hin, wir möchten nicht riskieren, dass irgendjemand nach seinem Urlaub zu ihm sagt, „ WAS.... du warst nicht in den Tobago Cays??????“ Für uns ist es wohl das letzte mal, dass wir hier waren, mittlerweile kostet nämlich das Ankern pro Nacht pro Person 10 EC. Ist vielleicht auch besser so, sonst wäre dieses kleine Paradies noch mehr überlaufen und über kurz oder lang versaut. „Weisst du noch wie wir hier früher Tagelang am Anker lagen manchmal mit nur vier fünf anderen Booten?“ Ja so ist es nun mal, nichts bleibt wie es ist. Trotz allem, es ist immer noch schön hier und das Aussenriff hat nicht weniger zu bieten als damals. Wir geniessen den einen Tag den wir hier verbringen, müssen wir ja, hat ja auch was gekostet. Am nächsten Morgen zieht Husi den Anker aus dem glasklaren Wasser und weiter geht's nach Bequia.

Ihr denkt ihr wisst schon was jetzt kommt, irgend was mit einem Hügel, kommt aber nicht ätsch.. Diesmal latschen wir nicht auf einen Hügel sondern an die gegenüberliegende Bucht. Also um ehrlich zu sein muss ich zugeben, dass dazwischen ein Hügel liegt aber mit Strasse. An der Hope Bay bekommt Husi einen Kokosnuss Kurs ob er will oder nicht. Rolf bearbeitet die Dinger mit der Machete.

Erni klopft die Dinger tot. Ein Stein im Sand vergraben und da die Kokosnuss aufrecht mit der Spitze nach oben draufstellen und dann einen andern grossen Stein mit Schwung drauf fallen lassen. Wenn der Bast Risse bekommt kann man die Nuss herausschälen.

So und jetzt zu den Trinknüssen, rauf auf die Palme, die grünen Nüsse drehen bis sie sich lösen, mit der Machete die Spitze abhacken und aussaufen, glubb, glubb, glubb... Lecker gell.

Wenn sie leer ist, mit der Machete entzwei hacken und den Gelee mit einem Schaber den man zuvor mit der Machete von der grünen Ummantelung der Nuss gehackt hat auslöffeln, „schlabber.. schlabber.. schlabber...“ auch lecker. Und nun zu den Kokosnüssen die bereits einen Keim haben, die kann man nämlich auch essen. Diese Nuss hat anstatt der Flüssigkeit, eine schaumige süsse Masse die etwas an Marshmellows erinnert.

Husi der Biologe versucht ein bisschen, „ hmmm.. nicht schlecht, könnte aber gut sein, dass sich darin Giftstoffe befinden.“ „Nun ja so genau weiss ich das auch nicht“ meint Erni. Also Leute, bevor ihr euch damit vollstopft erkundigt euch lieber noch mal. Nebst all den Nüssen die wir gegessen und getrunken haben kommt auch noch ein Vorrat mit aufs Schiff, hier unsere Tagesbeute, das gibt doch wieder einige Zeit was zum knabbern.

St.Vincent lebt im Gegensatz zu den Grenadines nicht vom Tourismus, diese Menschen nutzen die fruchtbare Insel um Hanf anzuplanzen, vorallem im Nordosten der Insel. Ich möchte hier jetzt nicht behaupten, dass das die einzige Einnahmequelle der Insel ist, aber den Hanffeldern nach zu urteilen muss das schon einiges bringen. Ja und diese Hanffelder sind touristenfeindlich, wieso? weil gerade im Norden der Insel wo der Vulkan Soufriere liegt, ein wunderbares Wandergebiet ist, wo es auch einige Wasserfälle gibt. Wandert der ahnungslose Tourist da rum und verirrt sich ein bisschen kann es schon mal vorkommen, dass er plötzlich mitten in einem Anbaugebiet steht, was die Anbauer zum Teil ganz schön nervös macht, übrigens es handelt sich hier nicht um Hanf aus dem man Seile macht. So soll es in diesem Gebiet immer wieder Überfälle auf ahnungslose Wanderer geben, das sind die mit den roten Socken. Man soll sich hier einen Führer nehmen, ein anderer Yachti hat das getan, er erzählte uns, dass man auch mit einem Führer an Hanffeldern vorbeikommt, in denen Pflanzen wachsen die mit dem mickrigen Gebüsch das man früher auf dem Balkon gehegt und gepflegt hat, nur im entferntesten verwandt zu sein scheint.
Und wo wollen wir hin? Ach so in den Nordosten der Insel, in die Cumberland Bay. Eine wunderschöne ruhige Bucht, in der man eine Heckleine ausbringen muss, weil der Ankergrund steil abfällt. Das Ankern in dieser Bucht ist immer etwas nervig, die Boatboys wollen alle Business machen. Schon weit draussen kommen sie mit ihren Booten an und wollen ankommende Schiffe in die Bucht guiden, natürlich gegen ein Entgelt. Absolut unnötig, denn zwei Bojen markieren die Einfahrt in die Bucht. Es kommen also zwei Motorboote angebraust, wovon jeder der schnellere sein will, denn der macht das Geschäft. Aber nicht mit uns, wir finden es doof, dass die Jungs das ganze Benzin verpuffen für eine Dienstleistung die absolut unnötig ist. Rolf erklärt den beiden, dass wir den Weg schon selber finden, auf das hin meint einer das sei gesetzlich verboten, wir seien verpflichtet einen Guide zu nehmen. Rolf lacht nur, der eine lacht auch aber der andere reagiert aggressiv. Wir fahren in die Bucht und bringen unsere Ankerleine selbst aus, wir sind umringt von Boatboys und der aggressive Typ hängt auch wieder an der Seite und fängt an Erni zu bearbeiten, „you are bound by law to spend your money here, you fucking tourists!!!!!“ jetzt jagts aber unserer Erni den Nuggi raus, „you fucking liar, don't tell me such fucking bullshit, just piss of in your fucking boat and go to hell you mother fucker, fuck off.!!!!!!!!“ Na ja, vielleicht hat sie das nicht ganz genau so gesagt, aber deftig war's alleweil, zumindest so, dass sich der Typ verzieht. So jetzt muss nur noch den anderen gesagt werden, dass wir heute nichts kaufen wollen, Erni ist so richtig in Stimmung dafür, hält aber die Schnauze, denn plötzlich wird ihr klar das der Streit keine besonders gute Idee war, wir wären nicht das erste Boot in dieser Bucht dessen Landleine in der Nacht durchgeschnitten wird. Die anderen Boatboys lassen uns von nun an in Ruhe nur Dandy kommt jeden Tag mit seinem Surfbrett angepaddelt und will uns etwas verkaufen.

„Also gut, bring uns morgen Fisch“ Am nächsten Tag kommt er mit Babygrupern- und Snapern an, „nein die wollen wir nicht, die sind zu klein, die hätten noch schön wachsen können.“ Dann kommt er mit einer unappetitlichen Pfanne mit einem Fisch drin, der offensichtlich das zeitliche schon ne weile gesegnet hat. „Nein Dandy, den wollen wir auch nicht der ist alt, schau was du Morgen in deiner Reuse hast“ Dandy bleibt immer freundlich, „you need Grapefruits or Bananas?“ „Nein Dandy, du hast doch gar keine“ Dandy setzt sein zahnloses grinsen auf und meint, aber wir könnten doch heute Abend in die Bar da kommen. Am Abend paddeln wir dann rüber, eifrig geleitet uns Dandy in die Bar. Das Haus ist zwar noch mit Bar angeschrieben hat aber nicht mehr viel damit zu tun, hier holen sich die Fischer nur noch hie und da ein Bier. Dandy holt Stühle herbei und einen Tisch bekommen wir auch noch.

So nu is aber schön gemütlich. Irgendwann setzt sich der mittlerweile rausgeputzte Dandy zu uns an den Tisch, ja wo soll er sich den sonst hinsetzten, ist ja der einzige. Als wir ihm ein Bier offerieren meint er, ja... ähmm nein eigentlich lieber einen Sundowner. Dandy verschwindet in der Bar und will drei Bier und seinen Sundowner holen. Den bekommt er aber nicht einfach so, es gibt ein riesen Geschrei, die Frau will ihm offensichtlich keinen Sundowner geben, vermutlich hatte er schon einige Sunupper und Sundowner im laufe des Tages. Dandy ist der Sieger, er kommt wieder mit drei Bier, Sundowner und einem zufrieden grinsen im Gesicht. Sein Sundowner ist ganz einfach ¼ Liter weisser Rum der gleich viel kostet wie ein Bier. Jetzt will uns Dandy eine Tour zu den Wasserfällen anbieten, zuerst lassen wir uns darauf ein, merken aber schnell, dass er eigentlich gar nichts anzubieten hat.
Wir schauen uns ein bisschen die Gegend an, ja interessant....

Und so friedlich

In der Ortschaft wollen wir Gemüse und Früchte kaufen, es gibt zwar ein paar Läden aber ausser ein paar Konserven ist nichts zu haben. Dafür wird uns im vorbeigehen mehrmals zugerufen ob wir Ganja brauchen. Auf dem nach Hause Weg noch schnell auf ein Bier am Strand, diesmal aber in eine Bar wo man Gäste erwartet. Dieses Restaurant wird von Franzosen geführt und ist im Piraten Stiel originell eingerichtet.

Eigentlich möchten alle gerne auf den Soufriere, aber von dieser Seite müssten wir einen Guide haben und das wollen wir nicht, von der Westseite der Insel wäre das ohne Guide zu machen, aber leider führt keine Strasse quer über die Insel, wir müssten mit dem Bus die ganze Insel umrunden um auf den Weg zu kommen der auf den Vulkan führt, was bedeuten würde sehr, sehr, sehr früh aufstehen, das schreckt sogar Husi ab, wir beschliessen zu den Trinity Falls zu laufen. Erni bleibt auf dem Schiff, erstes weil sie nach der ganzen latscherei Probleme mit dem Knie hat, das vor einigen Jahren beim Snowboarden die Kurve nicht ganz gekriegt hat und zweitens weil sie nach dem Streit mit dem Boatboy das Schiff nicht gerne den ganzen Tag alleine lässt. Rolf und Husi schauen mal auf der Seekarte, die einzige Karte die wir haben, wie man da hin kommt. Seekarten haben so die Angewohnheit, genau zu sein was das Wasser anbelangt, mit dem Landesinneren nehmen sie es nicht so genau. Macht nichts das finden wir schon, ist ja nicht weit, zuerst fahren wir mit dem Bus so weit es geht und dann laufen wir die paar Kilometer. Wie die beiden dann feststellen sind die paar Kilometer, viele paar Kilometer und immer wieder kommt ein Hügel und dann noch ein Hügel und dann noch einer. Die Vegetation ist üppig

na Tarzan welche Liane darf's denn sein?

Nach ein paar Stunden haben es die beiden geschafft.

Das dumme ist nur, dass der Rückweg gleich lang ist wie der Weg da hin, kurz vor Sonnenuntergang sind die beiden wieder auf dem Schiff. Heute ist nichts mehr los, die beiden hängen rum wie die toten Fliegen. Am nächsten Tag geht Erni Wäsche waschen im Fluss, während die Herren rumflätzen. Ja die vier Wochen sind bald um, wir müssen uns auf den Rückweg machen. Wir haben beschlossen zurück nach Carriacou zu seglen, da wollen sich Rolf und Erni dann nochmals dem Schwert annehmen und Husi will die Fähre nach Grenada nehmen von wo aus sein Flug zurück in die Schweiz geht. Was ich im Zusammenhang mit den Boatboys im Nordosten von St.Vincent unbedingt noch sagen möchte ist, dass die Jungs nur nervig sind wenn man ankommt, am besten sucht man sich einen aus der die Leine an Land bringen soll und bezahlt ihn, allen anderen sagt man klar und deutlich, dass man nichts kaufen will, dann wird man in Ruhe gelassen.
Auf dem Weg nach Carriacou wollen wir noch einen Halt in Mayreau (Salt Wistle Bay) machen, geht aber nicht die Bucht ist derart voll, dass wir keinen vernünftigen Ankerplatz finden, ja dann gehen wir halt in die Saline Bay, hier finden wir zwar einen Ankerplatz aber wir sind nicht wirklich alleine, wir teilen uns die riesige Bucht mit 40 bis 50 anderen, meist Charterbooten, ja wir sind wieder mitten im Rummel. Aber auch in einer total überfüllten Bucht schafft man es vom Boot aus ein vorteilhaftes Foto zu machen.

Wir sind wieder zurück in Hilsborough, Husi nimmt die Fähre nach Grenada und Rolf schaut mal nach dem Motor, der hat beim letzten abstellen irgendwie komische Geräusch von sich gegeben. Guck....., nichts zu sehen, erst als Rolf auf den Motor steht und dieser von seinen Halterungen rutscht, sieht er was los ist, die beiden vorderen Silentblocks sind sauber abgeschert, der Motor ist also nur noch an einem Punkt befestigt. Zum Glück haben wir in Trinidad noch solche Blöcke gekauft, als Ersatz. Wie war das noch? Mensch, zum Glück hatten die die beiden vorderen am Lager, den hinteren haben wir nämlich nicht bekommen, aber das macht ja nichts der ist ja noch ganz. Beim heraussuchen der Teile muss aber festgestellt werden, dass es genau umgekehrt ist, die beiden vorderen hatten sie nicht am Lager, wir haben als Ersatzteil nur den hinteren, den brauchen wir aber nicht, der ist ja noch ganz. Könnte es sein, dass wir jetzt ein Problem haben?