Tobago

(18.11.2006 – 03.01.2007)

Am 18.11 starten wir mit fünf anderen Booten Richtung Tobago. Nicht das Rolf und Erni diese Gruppenreisen unbedingt suchen, diesmal ergibt es sich aber einfach so. Als wir am Morgen aufwachen sind bereits zwei Boote weg, zwei weitere segeln am Vormittag los, so gegen Mittag dann wir und etwa eine halbe Stunde später das letzte Boot. Die fünf anderen Boote wollen morgens um 9 und abends um 6 Kontakt aufnehmen, da wir die Frequenz wissen können wir zwar mithören, die Elektronik zum mitfaseln fehlt uns aber immer noch. Am Abend hören wir auf der Quaselrunde, dass uns die anderen Boote schon um einiges abgehängt haben, alle haben erst mal unter Motor tüchtig Höhe gemacht. Wenn es nicht unbedingt nötig ist kommt motoren für Rolf überhaupt nicht in Frage, trotzdem gibt die Situation zu Diskussionen Anlass. Wieso fahren die anderen alle soweit hinaus, wissen die etwas was wir nicht wissen, dreht vielleicht der Wind, oder werden wir eine Strömung haben die uns westlich versetzt? Wetterfaxe, GRIBfiles, und Strömungskarten werden nochmals konsultiert, wir bleiben auf unserem Kurs, obwohl da im Hinterkopf immer noch etwas rumgeistert, es kann doch nicht sein, dass alle anderen sich irren nur wir nicht. Trotzdem wir segeln so weiter, oft ist es ja auch so, dass bei diesen Gruppenreisen der eine den anderen von etwas überzeugt, dass nicht der Fall ist. Am ersten Tag hatten wir eher wenig Wind, am zweiten Tag geht es dann aber ab, obwohl beide gestern gesagt haben, dass es ihnen scheissegal ist ob sie die letzten sind, wird erst gerefft als es nicht mehr anders geht, aha scheissegal ist es den beiden also. Am Abend wieder Quaselrunde, Scheisse das schnellste Boot hat uns um 50 SM abgehängt. Am dritten Tag wieder zügiges aber angenehmes segeln. Erni vertreibt sich die Zeit indem sie versucht einen Palstek mit den Füssen zu machen, wenn das bloss keine bleibenden Schäden verursacht.


Inzwischen funkt Rolf einen Schleppverband an der etwas Riesiges im Abstand von circa einem halben Kilometer hinter sich herzieht.


Links im Bild der kleine Pöppel am Horizont ist der Schlepper, rechts im Bild das Ding. Rolf bring in Erfahrung, dass das Ding ein Teil einer Bohrinsel ist die von Texas nach Rio de Janeiro geschleppt wird. Na denn, viel Vergnügen Jungs, das ist ja ne ganz schöne Strecke, vorallem bei einem Speed von maximal 7 Knoten. Gut sind wir diesem Teil nicht Nachts begegnet, beim eindunkeln können wir sehen, dass der Schlepper selbst doch einiges an Lichtern zu bieten hat, die in Farbe und Reihenfolge signalisieren was man da nun vor sich hat, das geschleppte Teil selber ist aber völlig unbeleuchtet. Um nun aber diesen Weihnachtsbaum des Schleppers zu entziffern, müsste man schon wissen wie ein solcher auszusehen hat, ihr ahnt es schon, die beiden Schlammsäcke wissen es natürlich nicht. Nun ja die Devise je mehr Lichter desto mehr Abstand ist meistens nicht ganz falsch.

Inzwischen hat Erni auch ihren Palsteck fertig, Hmmm... ja, bin zufrieden mit dem Resultat, fraglich bleibt einfach wozu das gut sein soll.


Nicht ohne Stolz meint Erni, das sei eben der Unterschied zwischen einem Fahrternsegler und einem Chartersegler, letzterer verbringe seine Segelferien damit Knoten mit den Händen zu üben. Ähmmm.... ja.... ähmmm... jetzt wo du mir das erklärt hast, macht's natürlich Sinn Erni?!? Mal unter uns gesagt Leute, so langsam aber sicher hab ich das Gefühl segeln macht blöd. Blöd oder nicht wir segeln weiter und hören jeden Morgen und Abend in die Quaselrunde, es zeigt sich, dass wir langsam aufholen. Am Vormittag des vierten Tages schmeissen wir den Anker in Tobago (Charlotteville) und siehe da von den anderen ist noch keiner hier.

Als erstes sofort einklarieren, hier muss man nicht nur den Anker zwischen 8:00 und 16:00 Uhr von Montag bis Freitag schmeissen um keine over Time bezahlen zu müssen, nein man muss auch noch am selben Tag einklarieren gehen. Die Behörden sind einfach zu finden, schon von weitem sieht man das.


Gleich unterhalb der Amtsgebäude liegt der Sportplatz, von wo aus dieser Spruch nicht zu übersehen ist. Macht natürlich Sinn denn wie auf fast allen Inseln die einmal in Englischer Hand waren, ist hier Sportart Nummer Eins Cricket. Da dies ein langweiliges Spiel ist, dass sich oft über mehrere Tage hinzieht, könnten die Sportler ohne diesen Hinweis schon mal auf die Idee kommen zwischen drin eins zu kiffen. Die Typen in den Amtsgebäuden sehen den Spruch nicht, müssen sie auch nicht, sie haben ihn ja erfunden. Der Typ vom Zoll reagiert zuerst etwas sauer, um 10:30 den Anker schmeissen und gleich einklarieren, das gibt keine Kohle in die eigene Tasche. Das man neuerdings auch in Charlotteville einklarieren kann fanden wir zuerst ganz super, aber nur bis uns der Typ auch noch die neuen Regeln vorgebetet hat. Die Insel die nicht mal 30 SM lang ist, hat nun zwei Autoritäts Gebiete, für den östlichen Teil ist Charlotteville verantwortlich, für den westlichen Teil Scarborough. Das könnte einem ja eigentlich egal sein, wäre man nicht zufällig ein Yachti, als solcher ist man nun verpflichtet sobald man vom einen ins andere Gebiet wechselt, auszuklarieren und am anderen Ort wieder einzuklarieren und zwar innerhalb 24 Stunden. Die beiden Lümmel können es nicht lassen dem Beamten ihren Missmut mitzuteilen, was natürlich überhaupt nichts nützt. Der Typ meint das sei halt so, weil sie mega Probleme mit Drogenschmuggel hätten, Südamerika sei nah, meint er. Ja, ja in diesen Fragen mischen hier die Amis ganz schön mit. Im Büro vom Zoll hängt ein Plakat an der Wand, im Comic Stil wird die gar nicht komische Geschichte von jemandem der Drogen geschmuggelt hat und erwischt worden ist erzählt. Rechtsuntericht für Dummys sozusagen. Der Zollbeamte befiehlt „read it“ die beiden gehorchen. „You understand?“ meint er, „yes“, meinen die beiden brav, jetzt bloss nicht anfangen zu diskutieren, schön Zettelchen ausfüllen und dann nichts wie weg hier. Zurück zum Steg wo nebst all den bekifften Rastas auch unser Dinghy rumhängt und wieder raus auf's Schiff. Übrigens Rastas find ich voll cool, bin gerade dabei mir die Haare wachsen zu lassen,


Das ist nur der Anfang, bald hab ich auch so einen Rasta Zopf.

Bis zum anderen Morgen sind dann alle da, ausser einer. Denen ist es richtig beschissen gegangen, zuerst ist ihnen ein Want kaputt gegangen, worauf sie versucht haben mit reduzierten Segeln und Motor weiter zukommen, dann ist auch noch was am Motor kaputt gegangen. Durch dieses langsame vorankommen sind sie dann auch noch von einer Front in die andere gelaufen. Ja so beschissen kann es auch gehen, da hilft auch so eine Quaselrunde mit anderen Booten die gleichzeitig unterwegs sind nichts. Nach zwei weiteren Tagen kommt dann auch dieses Schiff. Die Bucht ist voll mit Booten die alle aus Brasilien kommen, es wird wieder “ge-siocal- eist“ dass es irgendwann einfach zuviel wird, Apero hier und Apero da, Grillparty am Strand, zusammen Ausflüge machen usw.

Ausflüge machen die beiden am liebsten alleine, ist auch besser so, denn die beiden kommen immer irgendwie auf Abwege. Unser Ausflugsziel ist der Flagg Staff Hill, Wanderschuhe lange Hose und los geht's. Es führt eine Strasse auf den Berg, dafür haben die beiden aber nicht die Wanderschuhe montiert, nein nein da muss es andere Wege geben. Wir finden einen Weg der so ungefähr in die Richtung führt in die wir wollen. Weg ist vielleicht etwas übertrieben, es ist lediglich ein Freiraum im Dickicht der mit der Machete freigelegt worden ist. Der Weg ist nass und rutschig, es geht steil bergauf und es ist bescheuert heiss. So auf halber Höhe ist dann der Weg fertig, wir befinden uns in einem Garten oder so was. Diese kleinen Anbaugebiete befinden sich irgendwo mitten im Dickicht, so ähnlich wie bei uns eine Waldlichtung, nur das hier die Lichtung vermutlich täglich mit der Machete davon überzeugt werden muss, das zu sein was sie sein sollte. Wir machen einige Versuche weiterzukommen, aber bei dieser Vegetation gibt es kein durchkommen, wir müssen zurück. Sag ich's doch, kaum losgelatscht schon auf Abwegen. Irgendwie hat es sich aber doch gelohnt, dieses kleine Anbaugebiet hat einiges zu bieten, Grapefruit, Mandarinen, Bananen, Avocados, Kakao, Calalou, und Dinge die wir nicht wissen wie sie heissen. Natürlich hat man all das Zeug schon mal auf dem Markt gesehen, aber von vielen weiss man nicht wie sie wachsen. Nach unserem kleinen Biologie Kurs geht's wieder den Berg runter und dann auf der Strasse den Berg wieder rauf. Uff ist das heiss, das sind so die Momente wo sogar die Schienbeine schwitzen. Oben angekommen erst mal die Aussicht geniessen, vom Flag Staff Hill hat man eine wunderbare rundumsicht.

Sicht auf Little Tobago


Auf dem Rückweg geht es natürlich auch erst mal wieder einen Weg runter der in einem Garten endet. Diesen Weg geht es dann wieder rauf und dann der Strasse nach Richtung Charlotteville. Aber nicht weit, da entdecken die beiden ein baufälliges Haus mit Panoramafenster.


Nicht schlecht gell, das mit dem Dach, na ja, man kann halt nicht alles haben. Irgendwo aus dem Gebüsch kommt ein Einheimischer mit einer Machete. „You guys are lost hmmm...?“ „Not at the moment“ meinen die beiden, in der weisen Vorahnung, dass sie sich gleich wieder irgendwo verlaufen werden. Wir fragen den Typ, ob man da wo er herkommt nach Charlotteville gelangt, „Yes strait down here“ meint er und zeigt auf eine Wand Dickicht. Ach so ja klar, nach längerem suchen finden wir den Eingang und verschwinden in der Wildnis. Da geht's runter.


Natürlich verlaufen wir uns noch zig mal, macht aber nichts was wir auf unserem Weg an Blumen und Vögeln sehen ist es alleweil wert.


Nach diesem schweisstriefenden Tag, ist wieder mal ein bisschen schnorcheln angesagt. Die Unterwasserwelt ist atemberaubend. Erni ist da ganz meiner Meinung. Neulich war sie mit Claudia von der Aledia schnorcheln, Erni will Claudia einen hübschen kleinen Fisch zeigen, dazu taucht sie ab und zeigt mit dem Finger auf besagten hübschen kleinen Fisch. In diesem Moment kreischt Claudia die sich gleich neben Erni befindet. Hä... was is denn jetzt los? Ja das war genau der Moment an dem Erni der Atem geraubt wurde, denn etwa einen Meter unter ihr schwamm eine circa 1.5 Meter lange grüne Muräne die sich bereits neugierig aufgerichtet hatte. Keine Ahnung warum dieses Vieh am helllichten Tag einfach so rumschwimmt, normalerweise kommen Muränen nur Nachts aus ihren Löchern. Vermutlich einfach nur um die beiden Tanten zu erschrecken, was ihr auch ausserordentlich gut gelungen ist. Jedenfalls dem Speed nach zu urteilen mit dem die beiden Torten zum Dinghy paddeln. Ein 5 PS Aussenborder hätte da Mühe gehabt mitzuhalten. Es gibt aber nicht nur Muränen und grosse Baracudas, auch gute Freunde von Erni, nein auch viele Rifffische die sich in Form und Farbe einiges haben einfallen lassen, ebenso wie die Korallen. All dies findet auch Rolf schön, aber da gibt es noch was unter Wasser, das nämlich.


Hübsche kleine Lobster, leider sind alle die er findet zu klein um sie in die Pfanne zu schmeissen, man will ja keine Kids braten. Auch dieser hier auf dem Foto geht zurück zu seinen Freunden, den hat Rolf nur heraufgeholt um in unverhofft 2cm vor Erni's Nase zappeln zu lassen. Da Erni die Attacke überhaupt nicht kommen sieht, fällt sie dann vor Schreck auch gleich rückwärts ins Dinghy. So hat es sich für Rolf dann doch noch gelohnt, den kleinen Lobster vorübergehend aus seinem Loch zu hohlen. Zum Teil haben diese Lobster Kids keine Ahnung von Tarnung, latschen am helllichten Tag einfach in der Gegend rum. So ein Kid bekommt von Rolf eine Lektion verpasst, er wird so lange verfolgt bis er unter einem Stein verschwindet. Auf unserem Rückweg etwa eine Stunde später kontrolliert Rolf ob der Lobster auch was gelernt hat. Er hat, sitzt immer noch in seinem Loch und zwar so weit hinten, dass ihn da niemand rausholt.

Jetzt ist aber wieder mal Zeit die Bucht zu wechseln. Wir segeln in die Kingsbay, hier machen wir einen Ausflug zum Wasserfall, auf dem etwa 10 Minütigen Fussmarch verlaufen sich die beiden kein einziges mal.


Es wird wieder mal ausgiebig Süsswasser geduscht. Schön soviel Süsswasser, wollen wir mal sehen wo das herkommt? Und schon klettern die beiden den Wasserfall hoch und weil es so schön ist, geht es dann noch ein Stück weiter den Flusslauf hoch bis es nicht mehr geht. Auf dem Rückweg stellen die beiden wieder mal fest, was sie eigentlich schon immer wussten, rauf ist einfacher als runter. Das nasse, rutschige Gestein erschwert das ganze Unternehmen noch zusätzlich. In solchen Situationen kommt Erni immer mit dem gleichen Spruch „pass auf Rolf, ich hab nämlich keine Pfästerli dabei“. Nu ja, da die beiden keine Wund-Pflaster dabei haben purzeln sie auch nicht den Wasserfall runter.

Die darauf folgenden Tage beschäftigen wir uns mit Regenwasser sammeln, denn es regnet drei Tage in strömen. Auch gut, so kann wieder mal die ganze Wäsche gewaschen werden. Langweilig wird einem nie, ständig sind kleine Reparaturen zu machen. Zum Beispiel ist unser Klodeckel kaputt gegangen, bei einem Vakuum-Klo ziemlich blöd, nix mehr mit spülen. Wie jeder Elektroniker ist auch unser Rolf ein “Heisslim-Fetischischt“, genüsslich verheizt er ca. 5 Stangen Heissleim auf unserem Klodeckel.


Wir segeln zurück nach Charlotteville, nicht immer ist Sonntagssegeln angesagt.


In Charlotteville bleiben wir wieder ein paar Tage, dann geht es weiter der Nordküste nach Richtung Crown Point. Da angelangt müssen wir zuerst nach Scarborough einklarieren. Hier gibt es ein gutes Transport System, Privatautos dürfen zu festgelegten Preisen Passagiere mitnehmen. Dann gibt es noch Sammeltaxis die die gleichen Preise haben wie die Privatautos, und dann noch richtige Taxis, deren Preise aber bedeutend höher sind. In der Regel steht man keine fünf Minuten an der Strasse bis man mitgenommen wird. Hat das Auto in dem man mitgenommen wird nicht bereits Fahrgäste, lohnt es sich nach dem Preis zu fragen. „How much is it to Scarborouh? „40 Dollars“ „Hu... it's expensive“ „Yes, I am a real Taxi“ „ O.k. so we will wait for a collect Taxi“ Hum... oh... yes, if you wish I am a collect Taxi, so it's 6 TT per person.“ „O.k.“ Wir steigen ein und hüpfen im Hafen von Scarborough raus wo sich Zoll und Emigration befindet. In der Stadt selber ist es dann nicht mehr so einfach ein Fahrzeug zu finden, dass in die richtige Richtung fährt. Nach einer Weile finden wir heraus, dass gleich beim Hafen all die Autos stehen die als Sammeltaxis fungieren. Mal fragen, „hey mon going Crown point?“ „Yes, but not yet, others go first!“ „Aha, which ones?“ „Just ask around!“ „Hu.. yes thank's“ Wir fragen uns durch die Doppelkolonne, bis wir irgendwann schnallen, dass nicht die vordersten in der Kolonne zuerst fahren sondern die hintersten. O.k. also rollen wir die Kolonnen von hinten auf, und schon steigen wir ein und los gehst. Also bis es dann los geht dauert es doch noch ein bisschen, da unser Gefährt an viertletzter Stelle in der hinteren Reihe steht, kommt schon so ein bisschen Leben in die beiden Kolonnen bis genügend Freiraum vorhanden ist um auf die Strasse zu gelangen. Das ganze sieht aus, als hätte ein Tausendfüssler soeben den Todesstoss erhalten. Die Engländer sind mit Sicherheit verantwortlich für den Linksverkehr, aber das die letzten die ersten sein werden, das kann man den Engländern nicht auch noch in die Schuhe schieben.

Am Crown Point befinden sich all die Hotels und gleich dahinter ist der Flughafen, ist doch praktisch nicht


Es macht den Anschein als würde dieser Jumbojet gleich auf den Dächern der Hotels landen, na denn geruhsame Ferien. Auch wir geniessen ein paar Tage lang den Flug- und sonstigen Lärm der wohl unumgänglich ist wo viel Touristen sind. Am Ankerplatz können wir all abendlich mehrere Abendunterhaltungen gleichzeitig geniessen, das ist absolut o.k. aber eines Abends hat dann eines der Hotels Karaoke, ganz, ganz, ganz schlimm. Am nächsten Morgen wird dann auch gleich der Anker gehievt, nochmals solche Misstöne ertragen wir nicht. Kaum eine Seemeile entfernt ist das Bucco Reef, hier singt keiner falsch.


Da ist wieder mal surfen, schnorcheln und alles was sonst noch Spass macht, wie z.B Unterwasser putzen angesagt. Ja und wie wir da so banal das Leben geniessen ist plötzlich Weihnachten. Am Weihnachtstag will Rolf zumindest einen Dreigänger auf dem Tisch sehen, das bring Erni etwas in Verlegenheit, erstens ist es schon eine ganze Weile her, dass die beiden Einkaufen waren und zweitens gibt es hier sowieso nicht viel einzukaufen, ausser ein paar Chicken-Legs oder Fisch ist hier nicht viel zu haben. Aber unsere Erni macht das Unmögliche möglich, ja was haben wir denn da, eine abgelaufene Beutelsuppe, Resten von Gestern, so Curry Fisch mit Reis und zum Dessert bastelt Erni eine Creme aus einer Büchse Kondensmilch. Toll, hmmm... , aber alles nicht so schlimm wenn man eine Aussicht aus dem Küchenfenster wie oben auf dem Bild hat. Schlimm wird es dann erst, als Rolf's Bruder so schöne Fotos vom Familien-Weihnachts-Schmaus rüber-mailt. Sabbernd sitzen die beiden vor dem Bildschirm, die Makroaufnahme der Bünderfleischplatte hat es ihnen besonders angetan.

Silvester verbringen wir mit Aledia und am ersten Jahrestag haben wir einen wichtigen Termin, morgens um 9:00 am Strand, Anja und Allan von SY Watussi heiraten nämlich, Erni und Rolf sind die Trauzeugen. Baarfuss am Strand unter Palmen heiraten, na Leute das ist doch was.


Ja und jetzt seid ihr neugierig, dem einen oder anderen gibt es wohl zu denken, dass da zwei Röcke zu sehen sind gell! Ihr wollt mehr sehen als nur die Füsse. Ja ich weiss nicht recht ob ich euch in eurer Neugier schmachten lassen oder gleich mit einem Foto rausrücken soll. Also gut, weil ihr's seid, ein Foto von der Trauung.


Romantisch gell, und das am ersten Januar. Ach ja, Allan trägt übrigens nicht immer einen Rock, seinen Schottenrock hat er nur speziell für diesen Anlass montiert. Wie war das noch, tragen die Schotten nun wirklich nichts unter dem Rock? Mehr als ein bisschen Knie will uns Allan nicht zeigen, somit bleibt dieses Geheimnis ungelüftet, ist bei dieser Hitze vielleicht auch besser so!


Anja ist nicht immer so dick, der Bauch.... also das ist so, es hat einfach zuviel geregnet in Salvador. Als wir die beiden zuletzt in Kourou gesehen haben, hat Rolf mal freundlicherweise gemeint, man sähe nicht unbedingt, dass sie schwanger sei, sähe eher aus wie ein gut entwickelter Bierbauch, hat Anja beinahe Komplexe eingebracht, schwangere Frauen tragen ihren Bauch nämlich mit einem gewissen Stolz, konnte unser Rolfi natürlich nicht wissen. Jetzt muss nur noch der Ehevertrag unterschieben werden, Erni pflanzt hier gerade ihre Unterschrift in die Dokumente.


Noch ein Foto mit Brautpaar und Trauzeugen


So das wär's, Allan packt seinen Schottenrock wieder in den Rucksack und am Strand entlang geht es zurück zum Schiff.

Rolf und Erni sind der Meinung, dass das die schönste und unkomplizierteste Hochzeit war die sie je erleben durften und wohl auch bleiben wird.

Wir gehen noch schnell in die Ortschaft Brot kaufen, da kommen uns zwei komische Gestalten entgegen, ach ja das sind Aledia's die gerade ihre dreckige Wäsche spazieren führen.


Der Waschsalon am Crown Point ist gleichzeitig ein Internet Café, cool, während sich die Wäsche in der Maschine dreht kann man ein bisschen im Internet rumblödeln.

Wie uns Claudia erzählt hat, hat ihr Alex versprochen, dass sie ihm im neuen Jahr eine Glatze schnitzen darf. Logischerweise löst Claudia dieses Versprechen gleich am ersten Januar ein. Wir lauern auf unserem Boot, nachdem der Generator gestartet ist schleichen wir uns mit dem Dinghy an und machen ein schönes Erinnerungsfoto.


Haut ab ihr Säcke“ meint Alex, „Ja, ja wir sind schon weg“ Zu Strafe trägt Alex von nun an immer eine Kopfbedeckung, wir wissen immer noch nicht genau wie er mit Glatze aussieht, „selber Sack“

So nun reicht es aber, am dritten Januar morgens um fünf starten wir Richtung Trinidad.