Brasilien

(18.08 – 12.10.2006)

Zurück in Salvador müssen die beiden erst mal ihre Aufenthaltsbewilligung verlängern. Geputzt und geschniegelt machen sich die beiden auf den Weg. Zuerst anstehen, dann Formular ausfüllen, dann in einem anderen Gebäude, das ganze von einer Dame ins Internet tippen lassen, hier mussten wir nicht anstehen es hat aber trotzdem lange gedauert, da der Zeigefinger der Dame jedesmal mindestens 20 Runden über der entsprechenden Taste gedreht hat, dazu kam noch, dass sie bei der Landung zu 50% ausserhalb des Landeplatzes lag. Gute dreiviertel Stunden um Personal Daten und Passnummern einzutragen. Zurück ins erste Gebäude wo sich auch eine Bank befindet, dort muss pro Person 20 Reais eingezahlt werden. Die beiden sind extra früh aufgestanden, diesmal aber zu früh, es ist 10 Uhr und die Bank öffnet erst um 11 Uhr. Warten...... Bis die beiden schnallen, das die Bank nun offen ist, haben sie mindestens 20 Leute vor sich. Einzahlen und wieder am ersten Schalter anstehen, hat man den Schalter erreicht dauert es nur noch etwa eine halbe Stunde bis der Stempel schlussendlich auch noch im Pass ist. Jetzt will sich Rolf erst mal um das kaputte Schwert kümmern. Natürlich wollen die beiden die Reparatur so preisgünstig wie möglich halten. Rolf hat wieder tolle Ideen, mit dem Schiff trocken fallen, das Schwert unten rausfallen lassen, Schweissanlage besorgen, schweissen, total easy. Klugscheisser Erni hat aber wieder mal ein paar Fragen, „was machen wir mit dem etwa 300 kg schweren Schwert wenn es erst mal draussen ist, was machen wir wenn wir die Achse die sich unter dem Wasserspiegel befindet aus irgendwelchen Gründen nicht wieder reinkriegen bevor das Wasser steigt, woher kriegen wir eine Alu-Schweissanlage und wie kriegen wir das 300 Kg Schwert wieder rein?????? Auf einige der Punkte hat Rolf Antworten, leider wirken nicht alle allzu überzeugend. Wenn es unbedingt sein müsste könnte man das Problem vermutlich auf diese weise lösen, einfacher ist es aber mit dem Schiff auf eine Werft zu gehen. Das erste Problem ist aber erst mal, wo kann man Aluminium schweissen, oder noch besser wo bekommt man leihweise eine Schweissanlage. Mit diesem Thema verbringt Rolf schon mal locker zwei Tage, zwar kann er mittlerweile ein Bier auf Brasilianisch bestellen (die Brasilianer bestehen darauf das das Brasilianisch und nicht Portugiesisch ist) aber so richtige Kommunikation, da wird es dann schon schwieriger. Zweites Thema, wo wollen wir aus dem Wasser, es stellt sich heraus, das es nicht allzuviele Möglichkeiten gibt, es kommt nur die Bahia Marina in Salvador in Frage, die haben einen Kran der unser Gewicht heben kann und sie können das Schiff so hoch stellen, dass das Schwert ausgebaut werden kann. Rolf nimmt auch noch mit Garcia (Hersteller Werft) Kontakt auf, die Werft meint, ja das Problem sei bekannt, das Schwert bei diesem Schiff sei ein Verschleiss-Teil und müsse alle paar Jahre ausgetauscht werden, nach wievielen Jahren können sie allerdings nicht sagen. Den Riss zu schweissen würden sie abraten, sie könnten uns aber innerhalb von 4 Wochen ein neues liefern, Kosten nur für das Schwert 6000€, dann kommen noch Transport und Montage Kosten hinzu, alles in allem könnte das so etwa auf 10'000€ kommen. Na da wollen wir es doch erst mit schweissen versuchen. Die beiden gehen in die Bahia Marina, mal fragen was das hier so kostet wenn wir hier auf die Werft gehen, es kostet sausmässig und vorallem kostet jeder Scheiss noch extra. Den Tag von haul-in und haul-out muss man auch noch bezahlen, dazu kommt noch, dass sie von Freitag bis Montag keine Schiffe ins oder aus dem Wasser heben, wenn man also bis Donnerstag nicht fertig ist bezahlt man nochmals vier Tage. Der Typ meint es müsse gleich ein Termin abgemacht werden, sie hätten viel zu tun, die beiden meinen aber sie müssten sich das nochmals überlegen. Kaum sind sie draussen müssen sie sich nur gegenseitig anschauen um klarzustellen, dass sie das wohl nicht machen werden, das ist ja voll der Abriss. Mit Xantus kann man auch ohne Schwert segeln, das Schiff hat den Ballast im Rumpf, nur ist es natürlich so, dass man hart am Wind ganz schön Abdrift hat. Ein anderer Segler der schon mal sein Schwert verloren hat meint, wenn es gut kommt, kann man so 100 Grad am Wind segeln, super du. Trotzdem entscheiden sich die beiden mit dem kaputten Schwert bis nach Trinidad zu segeln was doch so etwas über 2000 Seemeilen sind. Bei den vorherrschenden Winden auf unserem Weg nach Norden wird genau die kaputte Seite des Schwertes belastet, wir müssen also eine Kaltfront von Süden abwarten um mit dieser dann mit halb- bis achterlichem Wind nach Norden zu segeln. Haben wir erst mal den östlichsten Punkt Südamerikas erreicht, sollte die Windrichtung kein Problem mehr sein.

Und schon kündigt sich eine Südfront an, da kommt Stress auf. Rolf will sich das Schwert nochmals anschauen, Unterwasser muss geputzt werden, Anode am Saildrive wechseln, Wasser bunkern dazu kommt noch ein Grosseinkauf und ausklarieren. Unterwasser putzen und Schwert anschauen auf keinen Fall in der Kloake von Salvador, also nochmals rüber nach Itaparica. Wunderbare Segeltour von etwa zwei Stunden, in die Marina Wasser bunkern, Grosseinkauf und am nächsten Tag soll das Unterwasser in Angriff genommen werden.

Irgendwo hier muss doch eine Sandbank sein. Ups......... da ist sie ja.


Wie war das noch mit der Tide?



Nein, nein war nur Spass, die beiden sind absichtlich trocken gefallen. Unterwasser putzen und Anode am Propeller wechseln ist so etwas einfacher als mit Schrorchel und Taucherbrille, aber es muss zügig gearbeitet werden, das Wasser steigt schon wieder. Am nächsten Morgen hört Rolf im Halbschlaf, dass der Kühlschrank immer wieder versucht anzulaufen, es aber nicht schafft. Nach dem Frühstück wird diesem Problem nachgegangen. Die Batterien sind leer, das ist gar nicht möglich wo sie gestern doch noch ganz voll waren. Es stellt sich heraus, dass zwei Batterien hinüber sind, ach du Scheisse das auch noch. Rolf hat zwar schon lange gesagt, dass die Dinger nächstens den Geist aufgeben, aber warum gerade jetzt? Zurück nach Salvador, mal schauen was sich da noch machen lässt in der kurzen Zeit. Schon am nächsten Tag schleppt Rolf drei Batterien an, saumässig schwer die Dinger aber umso leichter ist der Geldbeutel, sie sind auch saumässig teuer. Beim Einbau gibt es natürlich auch noch Schwierigkeiten, zwar hat Rolf alles schön ausgemessen, aber die Batterien passen trotzdem nicht ganz in die dafür vorgesehene Aluwanne. Rolf ist fast den ganzen Tag am Basteln, Erni holt nochmals Frischwaren und geht zur Emigration, während Erni die Fressalien einräumt wetzt Rolf noch auf die Capitaneria. Am Abend ist alles erledigt, am nächsten Tag geht es los.

Ganz schön Wind, ja so ist das halt nun mal, eine Front ist eine Front auch wenn sie hier aus Süden kommt. Zuerst haben wir ziemlich Drift, dann dreht der Wind aber noch südlicher und wir haben wie vorausgesehen halben bis achterlichen Wind. In der ersten Nacht legt dann der Wind noch etwas zu, holter die polter mit 8 bis 9 Knoten geht es Richtung Norden. Erni sorgt wieder mal für etwas Unterhaltung. Ihr wisst ja wenn sie aus der Koje kommt ist sie nicht zu gebrauchen bis sie einen Kaffee intus hat, bei diesen Bedingungen ist es aber nicht ganz einfach an einen solchen zu kommen, tapfer nimmt Erni das Unternehmen in Angriff. Wir haben so eine Italienische Kaffeekanne die das Wasser von unten nach oben durch das Kaffeepulver drückt. Erni braucht beide Hände um die Kaffeekanne aufzudrehen, kann sich also in diesem Moment nirgends festhalten „was für ein Idiot hat die Kaffeekanne so zugewürgt“ flucht sie. Die Kaffeekanne im Würgegriff versucht Sie das Gleichgewicht zu halten, das gelingt ihr auch, bis eine Welle seitlich an den Rumpf klatscht. Verzweifelt sucht Erni halt an der Kaffeekanne, die sich wiederum aber nirgends hält, rumpel, rumpel purzelt sie durch die Gegend bis sie schlussendlich gegen die Kojentür knallt. Eiwei diese Sauerei, das Kaffeepulver vom letzten mal war nämlich noch drin, Betonung auf WAR. Jetzt nur nicht lachen, das verträgt sie nämlich nicht. Rolf kommt aus der Koje gestürzt, „sind noch alle Knochen ganz?“ „Was machst du da eigentlich?“ „Kaffee kochen!!!!!!!“ Ach so dann ist ja alles in Ordnung meint Rolf und verschwindet wieder in der Koje. Für die nächste halbe Stunde hockt Erni in einer Ecke und schmollt. Dann aber der nächste Versuch. Diesmal klappt alles, der Kaffee landet sogar in der Tasse, als sie gerade dabei ist einen Teil der köstlichen Flüssigkeit über die Sitzpolster zu verteilen, kommt Rolf aus der Koje und meint das genau jetzt nochmals gerefft werden muss, Rolf hat recht, also reffen. Die Kaffeetasse wird in der Spüle zwischengelagert. Erni jammert, bis wir gerefft haben ist mein Kaffee bestimmt kalt. Ist er aber nicht, denn es ist gar nichts mehr in der Tasse, trübselig schwimmt eine braune Pfütze in der Spüle. Rolf wieder in der Koje, Erni hockt wieder in einer Ecke und trauert ihrem Kaffee nach. Ach wie war das schön zu Hause, aufstehen, Knopfdruck und schon hat man eine schöne Tasse Kaffee vor sich. Beim dritten mal klappt's dann, aber kaum hat Erni ihren Kaffee ausgetrunken ist ihre Wache beendet, na da bin ich mal gespannt wie gut sie schläft.

Am nächsten Tag lässt der Wind etwas nach, wir laufen nur noch 6 Knoten, Grund genug für Rolf den Spi zu setzten, Erni versucht ihm das auszureden, natürlich ohne Erfolg, sie besteht aber darauf, dass der Spi Nachts runter kommt, zuviele kleine Fischerboote denen man eventuell ausweichen muss, was mit Spi nicht immer einfach ist. Spi gesetzt und wir sind wieder mit 7 bis 8 Knoten unterwegs. Wo sind die beiden denn, alles muss man selber machen, Ausschau halten.....


Fischen.......



Die letzte Nacht hat die beiden wohl etwas mitgenommen, ja die sind halt nicht aus den selben Holz geschnitzt wie ich.

Nach zweieinhalb Tagen kommen wir um 23 Uhr in Recife an, gerechnet haben wir so 3-4 Tage. Whou... das was ja ganz schön schnell. Am nächsten Morgen sehen wir wo wir da gelandet sind.



Wir liegen vor dem Jachtklub, um uns herum lauter bekannte Schiffe. Tsjaaaa... wieder mal Grossstadt, das Wasser ist zum heulen dreckig und bei Niedrigwasser stinkts. Mit dem Dinghy fahren wir in die Marina die etwas weiter Flussaufwärts liegt. Hier ist das Wasser noch schmutziger, es stinkt noch mehr, es hat massenweise Moskitos und der Weg in die Stadt ist auch nicht einfacher. Also bleiben wir wo wir sind. Von unserem Ankerplatz kann man auf der Hafenmole zur Hafeneinfahrt laufen,



dort kann man für einen Real mit einem Ruderboot den Fluss überqueren und befindet sich gleich in der Altstadt. An der Hafeneinfahrt kann man Kunst von Francisco Brennand bewundern.

Phallus Symbol?


Ja da staunen die Mädels...


Apropos Phallus Symbol


In der Stadt geht es wieder los mit fragen, wo ist die Capitaneria, ein Supermarkt, der Mark, Internet, welcher Bus fährt wo hin usw. Einfache Fragen stellen können die beiden mittlerweile, leider verstehen sie aber nur selten was sie zur Antwort bekommen. Gerne geben die Leute Auskunft, auch wenn man ihnen gesagt hat, dass man kaum Portugiesisch versteht, hindert das die Leute nicht in atemberaubendem Tempo eine längere Rede zu halten. Brav nicken die beiden und bedanken sich für die Auskunft, danach geht es dann los „was hat der gesagt, hast du was verstanden'?“ Entweder hat keiner was verstanden oder jeder was anderes, was die Situation auch nicht gerade vereinfacht. Den Markt finden sie aber, an einem Gemüsestand wollen wir Tomaten kaufen, die Tomaten an diesem Stand kommen uns teuer zu stehen, obwohl zwei Kilo ein Real kosten sind wir danach 71 Reais los. Folgendes ist passiert, wir kaufen einen Sack Tomaten, Erni will dem Verkäufer einen Real geben, dieser meint aber sie soll das Geld dem anderen Typen der am Stand steht geben. Dieser fragt die beiden ob sie grosse Geldscheine hätten, er möchte wechseln. Die beiden sind etwas erstaunt, da sie aber noch einiges einkaufen wollen und normalerweise das Kleingeld ein Problem ist, lassen sie sich auf den Deal ein. Der Mann hat ein ganzes Bündel Zehner, Fünfer, Zweier und Einer in der Hand. Rolf holt 70 Real aus der Hosentasche, der Typ zählt das Kleingeld ab, zuerst bekommen wir 69 Real, ein Betrag also wo jeder Idiot merkt, dass das nicht Stimmt, dann reisst einem der Typ das ganze Bündel wieder aus der Hand, zählt alles nach und legt einen Real oben drauf, in der Zwischenzeit hat er aber ein paar Noten eingefaltet, so das diese doppelt gezählt werden oder unten ein paar weggenommen, so geht das ganze hin und her bis man die Übersicht verliert, den Trick kennen wir aber schon, Rolf nimmt seine grossen Noten wieder in die Hosentasche und wir gehen weiter. Kurz darauf wird er von einer alten gehbehinderten Frau angerempelt, als er dann nach nicht einmal einer Minute von der gleichen Frau die aus der gleichen Richtung kommt nochmals angerempelt wird, wird er stutzig. Er durchsucht seine diversen Hosentaschen. „Ich hab doch die 70 Reais in diese Hosentasche gesteckt, oder vielleicht doch in die andere, nein ich weiss genau in diese, aber ich schau doch besser mal auch noch in dieser nach“. „Ich glaub es einfach nicht, das Geld ist wirklich weg!!!!!!“ Die Zeitspanne von dem Moment wo das Geld den Besitzer gewechselt hat, bis zu dieser Erkenntnis war somit absolut ausreichen für die Frau sich in nichts aufzulösen. Dieses erfreulich Einkommen muss verjüngend und heilend auf die Frau gewirkt haben, was ihr beim verschwinden sicherlich hilfreich war. Aha..., so geht das also, beim Geld wechseln stellen sie fest wo man das Geld hat, man kann sich also ruhig schon beim wechseln über's Ohr hauen lassen, schlussendlich ist man sowieso alles los. Die Frau hat zwei Anläufe gebraucht weil Rolfs Hosentasche einen Reissverschluss hat, beim ersten Anlauf Reissverschluss aufmachen, beim zweiten Geld herausnehmen. Kaum zu glauben die Tante hat Rolf zweimal in die Hosentasche gegriffen und der Typ merkt das nicht.


Auch in dieser Stadt sind viele Bauten dem Verfall geweiht, in dieser Ladenstrasse ist in der vergangenen Nacht ein Vordach herunter gekommen, das Problem sind nicht etwa durchgerostete nein es sind nicht vorhandene Stahlträger. Da praktisch alle Läden mit solchen Vordächern bestückt sind gehen wir fortan eher in der Mitte der Strasse.

So schnell wie möglich, was nicht gerade schnell ist erledigen wir alles, diese Grossstädte sind einfach nichts für uns. Leider sind aber in unserem Segelführer auf unserem weiteren Weg nur noch Stops in Grossstädten vermerkt, was bedeutet von einer Grossstadt zur anderen, nicht gerade erfreuliche Aussichten. Rolf hat da aber was ausfindig gemacht, 20 Seemeilen nördlich von Recife soll es eine schöne Bucht geben, mit unserem Tiefgang sollten wir da reinkommen. Via Internet hat Rolf Satelitenbilder heruntergeladen, auf denen man die Untiefen in der Einfahrt sieht. Diesmal hat Erni keine Einwände, die Aussicht von einer Stadt zur anderen zu segeln hat ihre Risiko Bereitschaft doch um einiges erhöht wenn es darum geht in einer schönen Bucht zu ankern. Es kann also losgehen. Wunderschöner Segeltag, auch die Einfahrt schaffen wir ohne Probleme und da sind wir in der schönen Bucht mit sauberem Wasser. Itamaraca heisst das hier.


Das hat sich doch wohl gelohnt. Meilenweit einsame Strände mit weissem Sand.


Hier halten wir es über eine Woche aus. Dann geht es weiter nach Cabedelo. Wieder heisst es früh aufstehen, denn wir müssen bei Hochwasser raus. Da Rolf die Route beim hineinsegeln auf dem GPS gespeichert hat, haben wir keine Probleme aus der Bucht zu kommen. Die Bedingungen sind Optimal, die Sonne scheint, der Wind kommt aus der richtigen Richtung in der richtigen Stärke, der Wellengang ist angenehm und zum Mittagessen gibt es Sashimi vom eben gefangenen Fisch, warum ist das eigentlich nicht immer so? „Da sind Schwertwale!“ „wo, wo?, da,da!“, „oh ja toll!“ „wo sind sie denn jetzt?“ Erni steht an der Reling und schaut angestrengt auf's Wasser hinaus, das kann sie noch lange machen, denn momentan macht nicht sie Wale watching sondern ein Schwertwal macht Erni watching. Noch halb unter dem Schiff schwimmt ein Wal mit, der sich auf die Seite gelegt hat und Erni mit einem grossen Auge anstarrt. „Huähhh.... ..!!!!!“ schreit sie als sie endlich merkt was los ist und zuckt ganz schön zusammen, „hoffentlich ist der nicht schlecht drauf“ ist er wohl nicht, das Tier grinst sich einen und taucht ab.

Wir sind so früh in Cabedelo, dass wir die 5 SM bis Jacaré auch noch hinkriegen. Eigentlich ganz schön hier.


Scheint aber ziemlich touristisch zu sein, am Tag merkt man nicht viel davon, aber am Abend geht es los. Bei Sonnenuntergang spielt ein Saxophonist der in einem Ruderboot vor dem Restaurant hin und her gepaddelt wird den Bolero. Die Touristen machen schön Fotos vom Saxophonist im Ruderboot mit Sonnenuntergang im Hintergrund. Das wäre ja schön aber...... , das ganze passiert gleich dreimal, denn am Ufer befinden sich drei Restaurants im Abstand von etwa 20 Metern und alle haben die gleiche Attraktion zur gleichen Zeit, das heisst eben nicht genau zur gleichen Zeit, die Saxophonisten spielen nämlich nicht miteinander sondern eher gegeneinander, Es klingt absolut beschissen, das geht nicht mal als Free-Free-Free_Free-Free-Jazz durch, die dabei entstehenden Misstöne lassen einem nicht nur die Nackenhaare abstehen, nein den Achsel- und den Schamhaaren geht es genau so. Ja ja und das jeden Abend. Vor einem der Restaurants befindet sich eine Tafel auf der steht, “hier das Original“. Wir haben uns sagen lassen, dass das Original den Bolero bei Sonnenuntergang seit 30 Jahren spielt, trotzdem kann man nicht sagen das der Job eintönig ist, der Bolero hat ja ganz viele Töne. Die drei Restaurants sollen ziemlich Ärger untereinander haben, wen wundert's. O.k. das mit dem Bolero geht ja noch, das dauert nur etwa eine Stunde, aber Samstag Abend da geht's ab, Drum and Bass die ganze Nacht bis etwa Sonntag Morgen um zehn und das in einer Lautstärke, dass einem die Gläser vom Tisch wandern. Ärgern müssen wir uns deswegen aber nicht, wir könnten ja einfach den Anker hochnehmen und abhauen. Im Gegensatz zu anderen, hier lagen nämlich gleich mehrere Boote gleichzeitig mit Motorschaden, von denen drei Boote gezwungen waren über 3 Monate hier zu verbringen, komisch für diese Leute ist Bolero irgendwie ein Reizwort. Schon beim aussprechen von Bol..... bekommen sie Schweissausbrüche, Atemnot und Ausschläge.

Mit dem Zug fahren wir nach Cabedelo.


Wir sind schon fast eine Woche hier und haben noch nicht Einklariert. Da das immer Aufwand ist haben die beiden beschlossen, dass sie nur einmal hingehen und gleich Ein- und Ausklarieren. Der Typ von der Emigration zeigt aber kein Verständnis, er hält den beiden eine Moralpredigt, „immer gleich zur Emigration, sofort, unverzüglich, gleich nach Ankunft!!!!!!! „Ach so wussten wir nicht, ja nächstes mal tun wir das bestimmt“ Uff...... geschafft, der Typ war aber ganz schön sauer, da müssen wir uns erst mal eine Trinknuss genehmigen.
Das hier ist Rolfi in seiner Behördenkluft. Sieht ganz ordentlich aus, oder?


Auch in Cabedelo braucht Gottes Wort etwas Verstärkung.


Morgen ist schon wieder Freitag, alles nur nicht noch mal ein Wochenende hier verbringen. Wir segeln hinaus zum Eingang der Bucht und legen uns da vor die Insel. Ja wo soll's denn als nächstes hingehen? Rolf hat wieder mal eine Idee, er hat sich sagen lassen, dass 55 Sm nördlich von hier eine schöne Bucht ist, allerdings kommt man da auch nur mit wenig Tiefgang und nur bei Hochwasser rein. Die Hochwasser-Zeit liegt aber momentan etwas ungünstig. Mittags um 12:30, das ist mit einem Tagestörn nicht zu schaffen. Wenn wir um 5 Uhr lossegeln und mit einem 5,5 Knoten Schnitt rechnen, sind wir um 15 Uhr dort, also 2 ½ Stunden nach Hochwasser, müsste eigentlich noch reichen, meint Rolf wie immer zuversichtlich, wenn nicht segeln wir weiter nach Natal. Da Halbmond ist und daher nicht allzuviel Tide ist sowieso nicht ganz klar ob wir da reinkommen.

Ein Segeltag an dem einfach alles Stimmt, und wie so oft in letzter Zeit, frischen Fisch. Die Beute kann sich doch sehen lassen, oder.


Aber das bedeutet auch Arbeit, Rolf muss den Fisch filetieren und Erni muss einen grossen Teil einkochen, da 3 Kg Fischfilet doch etwas viel sind für zwei Personen. Jetzt wird es aber spannend, wir nähern uns der Bucht, es ist circa 14 Uhr. Die einzigen Angaben die wir über diese Bucht haben sind Aussagen von einem Franzosen, dieser hat so ungefähr beschrieben wo die Riffe liegen. Beim hineinsegeln können wir sehen wie die Wellen über den Riffen brechen, also umsegeln wir diese. Kurz vor der Einfahrt kommen dann die Segel runter und der Motor wird gestartet, es ist so Untief, dass die Wellen überall brechen. „Au Backe!“ bisschen nervös die beiden. Die Wellen schubsen uns in die Bucht, ufff.... geschafft. Die geringste Tiefe unter dem Kiel war 60 cm, schon ein bisschen knapp bei dem Wellengang. Nun ja wir sind drin, hier ist das Wasser arschglatt, leider aber auch trüb, man kann nicht auf den Grund sehen. Unser Tiefenmesser sieht aber auf den Grund und meint bei jedem neuen Versuch, „hier gibt's kein durchkommen Leute“ Es gibt aber ein Durchkommen und die freundlichen Fischer wissen auch wo. Wir müssen ganz nah am Ufer zu unserer Backbordseite hineinfahren, da legen wir uns neben die Fischerboote. Ziemlich klar, dass wir hier nicht auf andere Segler stossen.


Die beiden sind zufrieden, „ist doch wohl besser als vor einer Grossstadt zu liegen“ und Einklarieren braucht man hier auch nicht, aus dem einfachen Grund weil es hier weder eine Capitaneria noch eine Emigration gibt.

Am nächsten Tag klettern wir die Sanddüne hinauf, mal schauen wo da was ist. Oben angekommen stehen wir schweisstriefend an einer Strasse. Es ist zwar erst 8:30 aber die Düne ist schon mächtig aufgeheizt da sie im Windschatten liegt. So und jetzt, rechts oder links? „Links“, wir laufen den kleinen Hügel hinauf und sind bereits in der Ortschaft Tibau do Sol, Touristenort aber auf die sympathische Art, Touristen = Internet, das ist schon mal gut, dann mal hinunter an den Strand.


Hier liegt auch die Einfahrt in die Bucht die will sich Rolf nun mal genauer ansehen.


Oj, oj, ojojoj.... wie sind wir da bloss rein gekommen und vorallem wie kommen wir da wieder raus?.

Aber erst mal überlegen wo es eigentlich hingehen soll. Rolf hat da wieder was im Auge, ja genau auch da kommt man nur bei Hochwasser rein, zudem ist an der Nordküste die Tide auch noch grösser. Das grosse hirnen geht los, aber alles nützt nichts, bei der Distanz ist es unmöglich am einem Ort bei Hochwasser raus und am anderen Ort bei Hochwasser wieder rein, wir müssen einen Zwischen halt in Natal machen wo die Gezeiten keine Rolle spielen. Ach nein, nicht schon wieder Stadt, nun ja was sein muss, muss sein. Also ab nach Natal.

Was ist das denn?“ Sieht aus wie eine Brücke, auf der Karte ist aber in der Flussmündung keine Brücke eingezeichnet. „Hmmm.... was meinst du sind wir hier richtig?“ Ja wir sind richtig, da sich die Brücke noch im Bau befindet, und unsere Karte auf Messungen von 1968 basieren, kann die Brücke unmöglich eingezeichnet sein. Gleich nach der Brücke liegt der Yacht Klub, hier machen wir an einer Boje fest.


Wir fahren nicht in die Stadt, bis jetzt hiess es immer, „nun ja wenn wir schon mal da sind“ Diesmal aber nicht die beiden haben die Schnauze voll von Städten. Nach zwei Tagen geht es weiter. Rolf will wieder ein paar extra Touren machen. In einem Touristen Prospekt hat Rolf gesehen, dass Ausflugsboote an ein Riff hinaus fahren das etwa 20 Seemeilen von Natal liegt. Das Bildchen im Prospekt sieht vielversprechend aus, glasklares Wasser, schöne Korallen. Wenn wir Glück haben liegen wir sogar ruhig hinter dem Riff.


Also nichts wie hin. Wir fahren bis etwa 4 Meter Wassertiefe ans Riff, wollt ihr wissen wie es dort aussieht? So sieht es aus.!!!!!!


Von glasklarem Wasser kann nicht die rede sein und von ruhig liegen schon gar nicht. Trotzdem schmeissen wir den Anker wir wollen hier eine Mittagspause machen, da wir sonst an unserem nächsten Ziel zu früh ankommen, ihr wisst schon wegen der Tide. Diese Pause gestaltet sich aber etwas anstrengend, segeln ist bei diesem Seegang einiges angenehmer als vor Anker. Richtig anstrengend wird es dann aber beim Anker hochnehmen, die Ankerkette hat sich zwischen den Steinen verfangen. Rolf misshandelt die Ankerwinch, eine manuelle, so lange bis diese den Geist aufgibt und meint zieh doch deinen Scheissanker selber aus dem Dreck. Mit ziemlich viel Anstrengung macht er das dann auch, bleibt ihm ja nichts anderes übrig. Das ganze war also keine gute Idee. Wir segeln die Nacht durch und stellen am nächsten Morgen fest, dass wir für unser nächstes vorgesehenes Ziel (Guamare) zu schnell sind, na dann halt eins weiter nach Macao, hier kommt Rolf zum Schluss, dass wir beim reinsegeln zu hart an den Wind müssen, was mit unserem kaputten Schwert ein Problem ist, also noch eins weiter nach Areia Branca. Bevor wir da reinsegeln schaut Erni auf die Karte und meint das 1,1 Meter Wassertiefe bei dem Seegang vielleicht etwas wenig sind, auch wenn wir jetzt, etwa drei Stunden nach Niedrigwasser circa einen Meter mehr haben. Passt schon meint Rolf, kein Problem, wenigstens ist er so vernünftig die Segel zu streichen und unter Motor zu fahren. Anfangs ist nur Erni nervös, als wir aber dann in den Wellentälern nur noch 50 cm unter dem Kiel haben, wird auch Rolf etwas zappelig. Wenn es uns hier bei dem Wellengang auf eine Sandbank schiebt, haben wir ziemlich Ärger. Irgendwann wird es Erni zu viel, in hysterisch-beherrschter Tonlage macht sie den Vorschlag abzudrehen. In wütend-verärgerter Tonlage hört man von Rolf, „ ich bin ja schon dabei!!!!“. Kaum haben wir abgedreht, sehen wir wie ein grosser Frachter in die Bucht fährt, sind wir blöd oder was? Der Frachter fährt aber nicht auf dem Weg den wir gekommen sind, nein er fährt genau da durch wo auf unserer Karte eine Sandbank eingezeichnet ist. Auch diese Karte scheint nicht mehr ganz aktuell zu sein, scheinbar haben sie da einen Kanal gebaggert. Wir versuchen aber nicht diesen Kanal zu finden, ohne aktuelle Karte keine Chance. Denn halt, den gleichen Weg hinaus wie wir gekommen sind, blöd ist nur, dass es etwa 20 Sm sind bis wir wieder 20 Meter Wassertiefe unter uns haben und was noch viel blöder ist, wir haben den Wind auf die Nase. Ja da schauen sie blöd die beiden, wenn man irgendwo hineinfährt sollte man sich auch überlegen wie man da wieder raus kommt. Den beiden ist das scheinbar irgendwie entgangen, was mich überhaupt nicht wundert, die können nicht mal für eine Stunde vorausdenken, die leben nicht nur in den Tag hinein, nein die leben in die Minuten hinein. Nun haben wir den Salat mit Motorunterstützung geht es jetzt hart am Wind, ziemlich blöd ohne Schwert. In zwei Stunden ist es dunkel, da sollten wir wieder möglichst weit draussen sein, da hier in der nähe der Küste zuviele kleine Fischerboote rumschwirren, die man bei dem Seegang am Tag schon kaum sieht und Nachts noch viel weniger, da viele ohne Lichter fahren. Apropos Nacht, die müssen wir wieder durchsegeln es bleibt uns nun nichts mehr anderes übrig als Forteleza anzulaufen, (Millionen Stadt), die Stimmung ist nicht besonders gut. Zu allem Elend sind auch noch beide müde, da keiner Tagsüber seine Ruhezeiten eingehalten hat, da sie der Meinung waren, dass sie Nachts wieder vor Anker liegen und ruhig schlafen können. Da Erni zuletzt geschlafen hat, soll Rolf zuerst in die Koje, aber halt, wir haben ja noch einen grossen Fisch der in den Kühlschrank soll. So kriegen wir ihn aber nicht rein, der muss zuerst filetiert werden, was bei diesem Seegang schon was mit Akrobatik zu tun hat. Fisch im Kühlschrank, Rolf in der Koje und Erni lässt sich im Cockpit die Wellen an die Birne klatschen. Sie hat sich zwar so gut es ging unter sie Sprahood verkrochen, aber hie und da kommt trotzdem so eine vorwitzige Welle die Wissen will war Erni da genau macht. So bleibt unsere Erni schön wach und hält brav nach Fischerbooten Ausschau. Nach 3 ½ Stunden haben wir die 20 Meter Linie erreicht wir können abdrehen, endlich so ist doch schon bedeutend angenehmer wenn der Wind von hinten kommt. Ja das hat ja mal kommen müssen, die beiden sind immer frecher geworden was extra Touren anbelangt, zum Glück war es nur unangenehm und es ist nichts passiert, ich hoffe die beiden haben etwas gelernt.

Wir haben per E-Mail von einem anderen Segler erfahren, dass es in Forteleza nicht mehr geduldet wird, wenn vor der Marina geankert wird. Da wir aber auch erfahren haben was hier die Marina kostet, tun wir es trotzdem. Das hier ist die Marina mit dazugehörigen Hotel im Hintergrund.


Wie so oft in Brasilien eine Oase des Reichtums, dessen Ausmasse durch einen Zaun begrenzt sind. Ausserhalb dieses Zauns, tritt man in eine andere Welt.

Wir fahren mit dem Dinghy in die Marina, am Steg lauert bereits ein Typ der uns mitteilen will, dass wir da draussen nicht ankern dürfen. Wir werden aber vorher von Tsiemi abgefangen, sie teilt uns mit, dass sie alle aufgefordert wurden in die Marina zu kommen und wir sollen uns auf gar keinen Fall auf den geforderten Preis einlassen, hier bezahle jedes Boot einen anderen Preis, unbedingt verhandeln meint sie. Tsiemi ist Brasilianerin und weiss was verhandeln heisst, sie ist immer und überall am “märten“ natürlich immer mit Erfolg, im Gegensatz zu den beiden trüben Tassen mit denen ich unterwegs bin. Sind halt Schweizer die sind schon stolz wenn sie von 35 auf 34.99 “heruntermärten“. Tsiemi und eine andere Seeglerin begleiten die beiden noch zu Armando, das seien Freunde und es seinen auch Freunde von einem Italienischen Boot das hier war. Armando freut sich und meint sie sollen doch in die Marina kommen er würde ihnen einen guten Preis machen. Unter diesen Umständen schaffen es die beiden vielleicht auf 34.98, aber nur vielleicht. Der zugewiesene Platz wird angeschaut, wir sollen uns neben ein Schiff legen dessen Leinen quer über dem Hafen liegen, dies ist das erste Hindernis, das zweite sind die Elektrischen Installationen, die Kabel schwimmen zum Teil im Wasser und haben keine Erdung, bisschen blöd für ein Aluboot, Elektrolyse ist da ziemlich wahrscheinlich. Rolf will nun Armando erklären warum wir nicht in die Marina wollen, Armando meint das mit den Leinen sei kein Problem die können kurzfristig entfernt werden, für Elekrolyse hat er aber kein Verständnis. Ähmmmm ja meint Rolf, aber momentan sei zuviel Wind um da in der Marina zu manövrieren, wir einigen uns mit Armando, dass wir in die Marina kommen sobald der Wind nachlässt. Ja das sollen wir unbedingt tun, es sei wirklich gefährlich am Anker, Überfälle, Fischerboote die einem rammen und sonstige Horror Szenarien faselt er uns vor. Wohl alles Mittel um die Leute in die Marina zu locken, bringt ja schliesslich Geld. Wir gehen zum Swimmingpool wo die restlichen Yachtis, auch alles Bekannte, wie tote Fliegen am Swimmingpool rumhängen. Auch hier bekommen wir erst mal die wichtigsten Infos. Es ist alles viel zu teuer hier, die Installationen am Steg sind unzumutbar, die Leinen sind dauern durchgescheuert, da ziemlich Schwell in die Marina kommt und in der Stadt wurden bereits zwei Yachtis überfallen, beide am helllichten Tag mitten unter Leuten. Aha so so, das sind ja tolle Aussichten. Mit diversen Ausreden schaffen wir es drei Tage lang Armando zu vertrösten, was nicht allzu schwierig ist, wir sind ja jetzt Freunde von Freunden. Am vierten Tag kommt eine grosse Motor Yacht die den letzten Platz in der Marina besetzt, nun müssen wir nicht mehr in die Marina. Zum letzten mal heisst es Ein-Ausklarien in Brasilien, Armando meint wir sollen unbedingt eine Taxi nehmen, wenn wir Papiere bei uns haben. Wir nehmen ein Taxi obwohl das für uns etwas ungewohnt ist, der Gedanke das einem die ganzen Papiere abhanden kommen könnten, lassen einem die paar Reais für ein Taxi relativ schnell locker machen. Nach Emigration und Zoll müssen wir noch zur Capitaneria, auch hier wird uns empfohlen unbedingt ein Taxi zu nehmen, hier im Hafengebiet sei es wirklich nicht lustig, auch diesen Rat befolgen wir. Nachdem wir auch in der Capitaneria alles erledigt haben stehen wir vor der Capitaneria auf der Strasse, hier gibt es aber keine wartenden Taxis. Wir stehen noch etwas unschlüssig herum, da kommt schon ein Mann aus der Capitaneria und meint wir sollen uns auf keinen Fall von hier weg bewegen, wir sollen solange hier stehen bleiben bis wir ein Taxi anhalten können. Der Mann bleibt solange bei uns stehen bis wir in ein Taxi steigen. So langsam aber sicher glauben wir, dass es hier nicht allzu sicher ist. Wenn wir in die Stadt gehen die zu Fuss erreichbar ist, nehmen wir nur das nötigste mit, auch die Kamera bleibt zuhause. Der letzte Grosseinkauf wird auch mit dem Taxi gemacht, Erni meint das hätte sie sich im leben nie vorgestellt, dass sie einmal in ihrem Leben so voll versnobt mit einem Taxi vor einem Einkaufszentrum vorfährt. Am Wochenende soll im Gebiet um die Marina ein grosses Konzert stattfinden, das kann wieder laut werden, schon bei den Sound Checks müssen wir uns am Ankerplatz gegenseitig anschreien. Dann noch die etwa Hundert portablen Toiletten die am Wasser aufgestellt werden, das gibt bestimmt eine riesen Sauerei, nichts wie weg hier. Etwa die Hälfte der Boote die in der Marina liegen, wollen eigentlich auch weiter bevor das hier losgeht, aber da ist ein kleines Hindernis. Am Donnerstag schaffen es die meisten nicht mehr loszukommen und am Freitag ist Freitag der dreizehnte, ein Tag an dem man nie auf längere Fahrt gehen soll. Es ist natürlich keiner der Yachtis abergläubisch, es will aber auch keiner am Freitag dem dreizehnten los, inklusive wir. Somit sind wir die einzigen die am Donnerstag Richtung French Guyana abhauen, es stehen uns etwa 1050 Seemeilen bevor, wir rechnen mit 7-8 Tagen. See you in Kourou.