Balearen

16.08.2005 Endlich ist es soweit, laut Wetterbericht soll's für die nächsten zwei Tage Südoststwind, mit 3-4 Beaufort geben. Der richtige Wind um von Sardinien nach den Balearen zu segeln. Von Stintino nach Mahon (Menorca) sind es ca. 200 Seemeilen. Da eher wenig Wind angesagt ist, rechnen sie mit ca 45 Stunden. Wir segeln um 20:00 los, bei einer Durchschnitts Geschwindigkeit von 4,5 Knoten sollten wir so am 18.08.2005 um 16:00 ankommen. So bleibt bei mehr oder weniger Geschwindigkeit noch Zeitraum um bei Tag anzukommen.

Wir verlassen die Bucht und stellen fest, dass es noch gewaltig Nordwestschwell hat und Wind hat es auch fast keinen. Noch können wir zurück und auf besseres Wetter warten, meinen sie. Aber Schlussendlich vertrauen sie dann doch den Wettervorhersagen, der Wind wird schon noch kommen. Unter Segel machen wir gerade so 2 Knoten, das bringts nicht, also Motorsegeln. Das ist eigentlich das schlimmste kein Wind dafür aber umsomehr Schwell so schön von der Seite.

In der ersten Nacht will der Wind nicht kommen und der Schwell nicht aufhören. Rolf übernimmt die erste Wache und Erni lässt sich in der Koje hin und her rollen. Um 03:30 ist dann Erni mit der Wache dran, der Schwell hat etwas nachgelassen, aber immer noch zuwenig Wind. Also weiterhin Motorsegeln. Im Morgengrauen, Rolf hats gerade geschafft einzuschlafen, brüllt Erni zur Luke rein „FISCH“ Zisch..... und Rolf ist schon an Deck. Jetzt gehts aber ab. Der Fisch hat natürlich an der kleinen Angel angebissen, die ist eher so für Goldfische gedacht. Erni hat schon ziemlich lange gekämpft, wollte nichts riskieren, also musste Rolf aus den Federn. Das währe nämlich der erste richtige Fisch, da gilt voller Einsatz. Wie sie ihn näher kriegen, heissts plötzlich „Uiiiiii, das ist aber ein grosser“ Und dann heisst's „WHOW... das ist ja ein Thunfisch“ Die Nerven sind total angespannt, wenn er jetzt bloss nicht losreisst. Mit vereinten Kräften kriegen sie ihn rein. Die Freude ist riesig. Weniger Freude bereitet das töten. Normalerweise wird den gefangenen Fischen von Rolf, ein Schluck Rhum hinter die Kiemen geschüttet, um sie ins jenseits zu befördern, funktioniert aber bei dieser Grösse nicht mehr, also abstechen. Thunas haben ganz schon Blut, zum Glück schreien sie nicht auch noch.



65cm, 4-5 Kilo. Die beiden erholen sich gar nicht mehr. Sie waren schon der Meinung, das es im Mittelmeer gar keine Fische mehr gibt. Auch andere Segler meinten hier fängt man einfach nichts.

Jetzt muss er aber noch filetiert werden und sowas vor dem Frühstück. Rolf übernimmt die Sache. Wie ihr seht auch nicht gerade eine angenehme Arbeit, aber das gehört nun mal dazu. Die beiden sind der Meinung, dass wer Fisch oder Fleisch isst, auch bereit sein muss zu töten alles andere ist Feige. Rolf tut's während Erni gegen ihre Feigheit kämpft.



So das währe Erledigt, jetzt erst mal Frühstücken. Die beiden haben immer rum geblufft, dass es mit dem ersten Thuna erst mal so richtig Sashimi gibt. Nach der Schlachterei, Morgens um sechs, will aber keiner so recht. Es wird dann doch Muesli, Konfitüre und Brot aufgetischt.

Die Motorerei geht auf die Nerven. Es hat etwas mehr Wind, Rolf holt den Spi raus. Auch mit Spi, fahren wir nicht gerade Wahnsinnige Geschwindigkeit, aber der Motor kann jetzt abgestellt werden. Die See hat sich beruhigt. Mittagessen Sashimi und nur kurz angebratene Thunasteaks. Bis gegen Abend wird mit Unterbrüchen unter Spi gesegelt. Zum z'Nacht, na was wohl, Thunfisch natürlich.

Es wird Dunkel, Diskussion, bleibt der Spi oben oder kommt er runter. Nachts unter Spi segeln sollte man eigentlich nicht machen. Aber da gibts nur zwei Möglichkeiten, Spi oder Motor, also bleibt der Spi oben. Gegen 22:00 kann der Kurs unter Spi nicht mehr gehalten werden. Spi runter, Gross rauf, Genua raus. Eine Stunde später kommen heftige Böen auf, zum Glück ist der Spi nicht mehr oben. Helmut die elektrische Steueranlage, bringt die Kraft nicht mehr auf. Erni springt ans Ruder und ruft „wir müssen reffen“. Mittlerweile hat es auch wieder gewaltig Seegang, diesmal aus Südost, also wieder voll auf die Seite, einfach auf die andere als vorher. Die ganze Nacht wird dann gerefft, ausgerefft, Motor an, Motor aus, Genua raus Genua rein. Hammerböen bis Null Wind in einem Intervall von etwa einer halben Stunde. Rolf ist ziemlich beschäftigt. Andere Boote die die gleiche Route haben überholen uns unter Motor. Die tun sich sowas wie Segeln unter solchen Verhältnissen nicht an. Auch der nächste Tag ist sehr wechselhaft, aber Rolf bleibt hart, es wird gesegelt, ich hab so das Gefühl Erni hängts so ein bisschen zum Hals heraus. Um 15:00 sind wir dann in der Bucht Teulera auf Menorca.



In der Bucht absolut ruhiges Wasser, uff Toll. Man kann sich das ganze etwa so vorstellen wie zwei Tage auf der Achterbahn, da hat man ja auch mal die Nase voll. Wenn die See so unruhig ist, rechnen die beiden immer aus was sie jetzt gerade sparen. „Also 5 Minuten Achterbahn, kosten 5 Fr., das macht in der Stunde 60 Fr. das mal zwei, macht 120 Fr. Wenn wir also 45 Stunden unterwegs sind, macht das 5400 Fr. gespart. Und bei so einem plus, ist das ganze dann nicht mehr so schlimm.

In Mahon wird dann zum ersten mal Diesel gebunkert, 300 Liter, autsch, auch hier ist der Diesel nicht ganz billig. Gas wäre auch fällig, es wird aber in Erfahrung gebracht, dass mit Sicherheit auf der ganzen Insel keine Gasflaschen aufgefüllt werden. Solls jetzt bei nur noch Shashimi bleiben? auch ein bisschen öd. Für den Notfall wird eine Camping Gasflasche gekauft.

Die Stadt Mahon ist eigentlich ganz schön, ausser wenn sich gerade so ein Touristenfrachter entlädt, dann ist die ganze Stadt voll mit kurzen Hosen aus denen rotgebrannte Beine lugen, in allen möglichen und unmöglichen Formen. Die unmöglichen Formen sind allerdings häufiger. Diese Beinen begeben sich dann schleunigst auf die Suche nach einem Mac Donald. Auf diesen Kreuzfahrten gibt's nämlich immer nur so Buffets, aber keine anständigen Hamburger. Nein, ,wirklich wahr, auch diesmal haben wir am Hafen wieder gehört, diesmal warens irgendwelche Nordländer, wie nach Mac Donalds gefragt wird. Alle samt wohl genährt versteht sich, na ja so richtige dobble Mac Figuren halt.

Die Bucht in der wir liegen ist ziemlich voll. In der Nacht kommen wieder heftige Böen auf. Da der Ankergrund gut ist, halten die meisten Boote. Nur ein Franzose ist am nonstop ankern. Die Franzosen haben allgemein einen schlechten Ruf was Ankern anbelangt, so meint dann auch ein Ami „France are good Sailers, but they don't no how to stop“

Ein anderer Segler erzählt uns, das auf Sardinien in der Cala Volpe eine Amerikanerin von einem Beiboot überfahren wurde. Die Kopfverletzung war tödlich. Vielleicht mögt ihr euch erinnern was ich im File Sardinien über die Cala Volpe geschrieben habe, das ist die Bucht mit all den Bonzenbooten. Da wo sich Erni und Rolf gar nicht mehr ins Wasser getraut haben. In der Zeitung stand dann, Der Ex-Ehegatte der Millionenerbin Bla..Bla.. hat die Frau des Mehrfachen Millionärs Bla..Bla... überfahren. Die Frau war mit Familie mit ihrem 30 Meter Boot angereist. In der Bucht soll es schon mehrere solche Todesfälle gegeben haben. Trotzdem scheint es an der Costa Smeralda für die Beiboote der Superreichen keine Geschwindigkeitsregeln zu geben. Na wenigstens fahren sie sich gegenseitig die Köpfe ein. Ein normal sterblicher (ist nicht ironisch gemeint) hält sich nicht in so einer Bucht auf, ausser natürlich wieder Erni und Rolf. Andere Segler meinten, „ihr wart wirklich in dieser Bucht?“ die beiden „ja wieso?“

Ach ja in der Zeitung stand noch, dass eine Strafklage gegen den Ex-Gatten der Millionenerbin läuft, allerdings sei nicht klar ob er selbst oder der Türke ohne Bewilligung und gültigem Pass, der sich ebenfalls im Boot befunden hat, gefahren sei. Ja so ist das, man findet wohl immer einen Dummen. Man kann nur hoffen, das die Zeugen den Fahrer deutlich gesehen haben. Er hat noch ausgesagt, dass er den Unfall nicht sofort bemerkt habe und das er sich an die vorgegebene Geschwindigkeit gehalten hat. Das allerdings ist kaum Glaubhaft, wir haben das Besagte Boot öfters gesehen und immer nur im Wahnsinnstempo, das Teil hat ganz schön Power. Es wird dann auch noch erwähnt, dass an der Costa Smeralda, in der Hochsaison, die zahllosen Motorboote eine Plage sind. Dies können wir nur bestätigen, es ist der Horror. So weit so gut, das haben wir hinter uns, hier auf Menorca ist es wieder ganz gemütlich, mal schauen was uns auf Mallorca erwartet.

Nach vier Tagen gehts dann weiter, kaum aus der Bucht wieder einen Seegang der einem das ganze verleiden lässt. Eine Mischung aus Schwell von Norden, und Windwellen aus der anderen Richtung. Auf solchen Wellen ist das Segeln wie Bullriding, man kann die nächste Bewegung nie voraussehen. Der heftige Schwell aus Norden kommt wieder von Frankreich, der Mistral reicht zwar nicht mehr ganz bis hier herunter, die Wellen aber doch. In der letzten Zeit zeigt uns das Mittelmeer was es so alles drauf hat. Bisher haben wir immer nur davon gehört, jetzt wissen wir, das es wirklich sehr unangenehm sein kann.



Rolf will bei diesem Seegang auch noch in den Norden der Insel, meint da hats geschützte Buchten. Sind zwar wunderschöne Buchten, aber dieser Schwell kommt überall rein. Wir übernachten trotzdem in einer der Buchten bei I.Colom.


Am nächsten Morgen gehts nach Fornells, immer noch Schwell.



Fornells ist eine Grosse wirklich geschützte Bucht. Wir liegen absolut ruhig. Die Ortschaft ist zwar sehr Touristisch aber sympathisch und nicht überlaufen.

Da es nicht mehr ganz so heiss ist, wird am nächsten Tag eine Wanderung gemacht. Was wir bis jetzt von Menorca gesehen haben ist wirklich schön.



Rolf macht einen Paddelausflug in der Bucht, wie gesagt ist die Bucht sehr gross und Rolf ist mehrere Stunden unterwegs. Auf dem Rückweg hört man ihn schon von weitem jammern, scheint irgend ein Problem mit dem sitzen zu haben. Der Antirutschbelag auf dem Surfbrett hat ziemlich gute Arbeit geleistet. Badehose und Arsch sind im Eimer. Erni beschaut sich den Schaden und meint Wow!!!!!!!!, das sieht ja übel aus. Ob nun die Badehose oder das Hinterteil gemeint ist, hab ich nicht ganz herausgefunden.



Nächster Halt, Ciutadella. Wir Ankern ausserhalb der Stadt. Hier werden wieder mal die Velos hervorgeholt. Diese hatten eine längere Pause, in Korsika geht's nur bergauf und in Sardinien war's zu heiss. Rolf und Erni radeln in die Stadt. Ciutadella hat eine wunderschöne Altstadt mit endlos vielen engen Gassen.



Lustigerweise besteht in den meisten dieser Gassen kein Fahrverbot, obwohl es unmöglich ist sie mit einem Auto zu befahren. Das heisst in die erste Gasse rein zukommen ist vorerst kein Problem, solange keiner entgegen kommt. Nur, die quer Gassen verlaufen meist im rechten Winkel dazu. Die Probleme die dann entstehen, sieht man deutlich an den Hausmauern. Praktisch überall wo sich solche Gassen kreuzen, haben die Hausmauern etwa einen Meter über dem Boden lange Kratzer in allen Farben.

Die Stadt ist voll von Kultur, sogar meine beiden Freunde lassen sich davon begeistern. Erni ist bezaubert von den beiden Statuen die einen Hauseingang zieren. Hier das Foto von vorne. Haltung o.k. am Vorbau muss sie noch etwas arbeiten. Mit dem Foto, das Rolf in der gleichen Haltung von hinten gemacht hat, will ich euch hier nicht quälen.


Rolf hat besonders Freude an den Briefkästen. Link Inland, rechts Ausland. Rolf's Nachahmung ist wirklich treffend finde ich, nur am verschlucken der Postkarten muss er noch etwas arbeiten.



Dieses Pferd hier ist auch ganz niedlich. Es guckt so nett.



Auf dem Rückweg verfahren sich die beiden dann auch noch, sie geraten in ein Aussenquartier. So ne Mischung aus Industriequartier und weiss ich nicht was alles. Aber auch dieser kleine Umweg war nicht ganz sinnlos. Wir wissen nämlich jetzt, dass in Ciutadella der Schlachthof gleich neben dem Friedhof liegt, gut zu wissen oder?. Wieso das gut zu wissen ist, weiss ich allerdings auch nicht, ist einfach so.


Ueberfahrt nach Mallorca. Richtig schönes Segeln. Unter Spi laufen wir 6-7 Knoten. Wir werden wieder mal von Delfinen begleitet, sie spielen mit der Bugwelle. Es ist ein riesiger Schwarm oder sie schwimmen vorne weg und nähern sich dem Schiff wieder von hinten. Jedenfalls sehen wir die Delfine etwa eine Stunde. Rolf und Erni wollen ein schönes Foto machen, dies ist allerdings mit einer Digital Kamera, die das Bild erst einige Sekunden nach dem drücken des Auslösers macht, nicht ganz einfach. Bis die blöde Kamera das Bild macht sind die Delfine längst wieder abgetaucht. Die beiden knipsen eine ganze Karte voll. Auf 99% der Bilder sieht man dann auch nur Wasser, mit etwas Glück auch noch die Welle die der Delfin beim abtauchen hinterlassen hat. Hier das einzige brauchbare Foto.



Wir nähern uns der Ostküste Mallorcas und sehen schon von weitem die schrecklichen Hochhäuser, alles Hotels. Diese Küste besteht aber sozusagen nur aus Felsen. Die beiden fragen sich wo nun den die Touristen baden gehn. Die Felsen sind so hoch, dass man zwar ins, aber nicht mehr aus dem Wasser kommt. Feldstecher raus, ach da ist ja doch ein kleiner Strand. Der kleine Strand ist zum bersten voll mit Langustinen Leibern. Kein einziger Sonnenschirm, wäre natürlich auch reine Platzverschwendung. Da hat's bestimmt eine Tafel wo drauf steht, Sonnenschirme und Liegestühle verboten. Wieder fangen sie an zu rechnen, also wir sehen da so und so viele Hotels, nehmen wir an in einem Hotel sind so und so viele Touristen, nehmen wir an jeder vierte will an den Strand............... Ungefähres Resultat: Mehrere Tausend, auf einem Strand von etwa 30 Meter längere und 10 Metern Breite. Ach so, so genau wolltet ihr's gar nicht wissen.

Wir ankern in Porto Colom, nichts mehr zu sehen von den Touristenbunkern, hübscher kleiner Ort.



Nach ein paar Tagen gehts dann weiter. Diesmal segeln wir der Südostküste entlang. Wind und Wellen kommen aus Südost, wunderbar zum segeln, aber schlecht zum übernachten. Alle Buchten sind nach Südosten offen. Zuerst machen wir in einer schönen Bucht halt, stellen dann aber fest, dass man hier über Nacht auch mit viel gutem Willen nicht liegen kann, der Schwell kommt volle Pulle rein. Also Anker rauf und weiter. Wir finden wieder eine Bucht, die zwar besser ist, aber auch hier schaukelt's ganz schön. Da schon Abend ist, bleibt uns aber keine andere Wahl. Beim dunkel werden legen sich dann noch drei Spanische Schiffen im Päckchen neben uns. Wir verbringen dann auch eine eher schlaflose Nacht. Bis Morgens um zwei schaukelt's wie blöd, und danach fangen die Spanier, die offensichtlich gut gebechert haben, an zu streiten. Darunter ist eine Frauenstimme die einem die Eingeweide vibrieren lässt. Unsere Eingeweide vibrieren dann auch bis Sonnenaufgang. Erst dann ist die Frauenstimmen nicht mehr zu hören, ganz schön Ausdauer die Frau.


Heute soll's nach Palma gehn. Auf in den Touristen Tummel. Rolf hat sich vorher mal auf dem Internet schlau gemacht, was eigentlich Ballermann6 ist, da wollen die beiden unbedingt hin, sie meinen das muss man einfach mal gesehen haben. Also das ist so, Ballermann heisst eigentlich Balneario, und dies ist ein Strandabschnitt, davon gibt's 12, wovon der sechste der ist, an dem am meisten läuft. Zweimal in der Woche Schlagerparty. Wo auch ausgediente Schlagerstars wie Costa Cordales auftreten. Ich will natürlich auch mit, die beiden meinen wir müssen uns aber vorher schon mal tüchtig betrinken, sonst halten wir das nicht aus, für mich kein Problem.

Segel hoch, und wieder wunderbares segeln. Die beiden hängen faul im Bug rum. Es gibt nichts zu tun und wir laufen wieder 6-7 Knoten.



Wir nähern uns Palma, was wir sehen ist nicht gerade schön. Touristenbunker an Touristenbunker. Wir segeln der Beach entlang wo diese Balnearios liegen. Leider kann man hier nirgends Ankern. Wir segeln also daran vorbei. Wir werden Ballermann sechs nie sehen. Ich bring den Vorschlag wir könnten ja mal mit dem Bus hinfahren. Davon wollen sie aber nichts Wissen. Ich glaube die beiden sind ganz froh, das wir schon dran vorbei sind, wie's in mir aussieht fragt ja keiner. Es wird einem nicht's gegönnt. Egoisten die beiden.

Wir segeln also in den Hafen von Palma und machen am Wartequai fest.

Hier die schönere Sicht von Palma



und hier die weniger schöne Sicht



Rolf geht in die Capitaneria, fragen was denn das liegen hier kostet. Die Nacht kostet 53 Euros. Fluchtartig verlassen wir die Stadt. Wieder hab ich das Gefühl die beiden sind ganz froh. Sie wollen sich zwar immer wieder in das Getümmel schmeissen, sind dann aber ganz froh, wenn's aus irgendwelchen Gründen nicht klappt. Feiglinge!!!!!!!!

Die nächste Bucht wo man Ankern kann ist sieben Meilen entfernt. Immer noch schön Wind, aber diesmal gegen an. Kurz vor dem Eindunkeln sind wir in der Bucht. Auch hier wieder tüchtig Schwell. Rolf bringt einen Heckanker aus, so liegen wir wenigstens nicht quer im Schwell. Aber mehr oder weniger auch wieder eine schlaflose Nacht, diesmal Party am Strand. Es ist Wochenende und am nächsten Morgen füllt sich die Bucht, einer legt sich auch gleich auf unseren Anker. Wieder fluchtartiges aufbrechen, das heisst halt so gut das geht mit dem Motorboot, das auf unserem Anker liegt.

Wir landen im Santa Ponsa, aufschnaufen, schönes offenes Ankerfeld. Uff..........

Wir gehen in die Ortschaft und stellen fest, dass hier auch Ballermann ist, man kann sich nicht vorstellen das es noch Touristischer sein kann. Die ganze Ortschaft besteht aus Deutschen oder Englischen Restaurants und mindestens fünf verschiedenen Burger-Ständen.

Die beiden entdecken ein Restaurant, da gibt's einen halben Liter Bier für 1,50 Euro. Das ganze wird als Heimwehbier angepriesen.



Rolf will ein Bier, also da rein. Auf einer weiteren Tafel steht, dass wir uns bei Rita und Freddi befinden, ein älteres Deutsches Ehepaar, das mühsam durch das Lokal schlurft. Freddi schlurft also heran und fragt, was es denn sein darf. Rolf ein Bier, Erni hat sich für einen Martini entschieden. Der Martini ist dann auch nicht ganz ohne, Freddi schmeisst drei Eiswürfel in ein Longdrinkglas und füllt dann mit Martini auf. Es dauert dann auch eine Weile bis die Gläser leer sind. Es bleibt Zeit um andere Leute zu beobachten. Ein schwergewichtiges Ehepaar lässt sich in die Gartenstühle fallen. Es dauert zu lange bis Rita herangeschlurft ist, so erhebt sich der Mann nochmals mühsam aus seinem Stuhl und geht zum Tresen. Das schwergewichtige Ehepaar starrt ins leere. Rita schlurft mit einem Heimwehbier heran, und stellt es vor den schwergewichtigen Mann. Auf dem Gesicht des Mannes breitet sich g....a....n....z l....a.....n......g.......s.......a........m ein Lächeln aus. Er hebt das Bier und in drei Zügen ist es Weg. Das Lächeln auch und die beiden starren wieder ins Leere, das solange bis das nächste Bier vor dem Mann steht, dann wiederholt sich das ganze. Wie oft sich das wiederholt hat, wissen wir nicht, wir verlassen das Lokal weil Rolf und Erni auswärts Essen wollen. In einem Asiatischen Restaurant gibt's Buffet, all you can eat, für 7.95.- Es stellt sich heraus das eigentlich nur die Dekoration in dem Restaurant Asiatisch ist. Am Buffet finden sich Sachen wie, Chees Noudel mit Curry Geschmack, French Frise, Chicken Wings und Chicken Nuggets. Es gibt da auch Sachen die Asiatisch aussehen, aber nicht danach schmecken. Das Lokal wird von einer Engländerin geführt. Ja so ist das auf Mallorca.

Hier darf man auch keine Hunde in den Abfalleimer schmeissen.



Immer noch in der gleichen Bucht vor Anker kommen Gewitter auf. Am Horizont sehen wir eine Windhose. Auf dem Foto unten sieht man sie, parallel zum Vorstag der Ketsch. Alle Ankerlieger kommen aus ihren Löchern, wie die Murmeltiere, alle starren auf die Windhose und jeder denkt das gleiche. Wenn die bloss nicht hierherkommt. Sie verschont uns dann auch. Das wäre bestimmt nicht lustig gewesen.



Es bleibt weiterhin Westwind, also nicht gerade der richtige Wind um nach Ibiza zu kommen. Macht nichts, hier kann man sich auch verweilen. Ich arbeite hart daran die beiden zu überreden, mit dem Bus nach Palma zu fahren. Ich habe dann auch Erfolg, wieder mal möchte ich den beiden Kultur etwas näher bringen.




Wir besichtigen dann auch ein paar schöne Bauten, aber nur von aussen, sozusagen im vorbeigehen. Irgendwann haben sie mächtig Hunger, und was machen sie, gehen in den Supermarket, kaufen sich was und setzten sich auf eine Parkbank. Und das an ihrem Hochzeitstag. Und dann, verbringen sie den Rest des Tages in irgendwelchen Shipshop Läden und kaufen lauter schöne Sachen für Xantus. Ja das war der Ausflug nach Palma!

Wir lernen Imke und Uli von der Eiland kennen.



Ja und dann sah das so aus. Apero auf Xantus, Apero auf Eiland, Apero bei Rita und Feddi, dazu ist zu sagen, dass diese Aperos immer so lange dauerten, dass sie danach gleich ins Bett fallen konnten. Kurz gesagt sie saufen viel und essen wenig. Dann ist noch Festwoche in der Stadt, auch hier darf natürlich nichts verpasst werden.

Imke hat eine vernünftige Idee, sie mieten zusammen ein Auto und kurven über die Insel. Die Nordküste der Insel ist richtig schön.



Die vier haben's immer lustig zusammen, sie passen ja auch gut zusammen, kriegen den Arsch nie frühzeitig aus den Federn, wissen nie so genau was sie wollen und mögen Eiswürfel. Das geht soweit, in einem Gewitter mit Hagel „Ohhhh. krashed Ice, sammeln, da können wir Caipirinha machen.“ Soweit sind die schon.

Nach ca einer Woche ist dann Abschiedsstimmung, die Eiländer wollen nach Cabrera, schade meint Uli, ihr hättet ja eigentlich auch nach Cabrera kommen können. Rolf meint, schade ja, aber gut für die Leber.

Auch die Eiländer wissen nicht genau wie ihre Reise weitergehen soll, überwintern in Rom, oder doch nicht, Rolf und Erni hoffen das sie die beiden mal wieder sehen. Es war zwar eine ungesunde aber sauglatte Woche.

Auch für uns soll's weitergehen. Es ist Ostwind angesagt. Zwei Tage davor laut Wetterbericht Nordost 4-5, einen Tag davor Nordost 3-4. Am Tag als wir dann aber das 17 Bundesland verlassen dümpeln wir bei 1-2 Beaufort herum, das können wir uns aber nicht Leisten, da Ibiza 50 Seemeilen entfernt ist. Der Motor muss mithelfen. Die Ueberfahrt ist ätzend, vorallem weil Rolf immer furchtbar schlechte Laune hat wenn's keinen Wind hat und wir unter Motor laufen müssen. Natürlich wird auch wieder der Spi gehievt, aber auch unter Spi 2-3 Knoten. Rolf ist nonstop am Trimmen, aber wir werden nur noch langsamer. Und als dann Rolf nach allen Versuchen doch den Motor starten muss, wissen wir alle, dass wir ihn jetzt wohl besser nicht ansprechen. Die Aussage, dass Mallorca das 17 Bundesland ist, stammt von Uli. So unrecht hat er da nicht, überall spricht man Deutsch, sogar die Werbeansagen in den Kaufhäusern werden zusätzlich in Deutsch angesagt. Es gibt sogar ein Inselradio auf Deutsch, da werden die Englischen Touristen heruntergemacht, die die andere Hälfte der Insel in Beschlag genommen haben. Von wegen nackte Oberkörper in den Restaurants, zuviel saufen, zuviel kotzen und so weiter. Diese nackten, schweissgebateten, roten, Bierbäuche sind wirklich kein schöner Anblick.

Wir dümpeln also weiter, zur Abwechslung haben wir noch eine kleine Makrele an der Angel. Diese wird in Zitrone mariniert und soll zum z'Nacht roh verspeisen werden. Ich hör jetzt schon die beiden „Mmmm..... das schmeckt ja super und so zart“ ich muss schon fast kotzen wenn ich nur daran denke.

Der Anker fällt vor dem Eindunkeln, vor Tagomago, eine vorgelagerte Insel vor Ibiza. Beim Anblick des glasklaren türkisfarbenem Wasser verdunstet auch Rolf's schlechte Laune. Hier, Natur pur, die Vögel zwitschern und die Grillen grillen, obwohl grillen verboten ist da immer noch Waldbrandgefahr herrscht. Das stört die Grillen aber nicht.

Ibiza scheint die Nudisten Insel zu sein, Frosch, Tropf und ich schauen den ganzen Tag zu unseren Fenstern hinaus und amüsieren uns. Da paddeln dauern Aersche im Wasser rum. Sieht wirklich lustig aus. Da sieht man den Kopf mit Schnorchel, in einem gewissen Abstand lugt der Arsch aus dem Wasser und das ganze wird von zwei Flossen angetrieben. Die vorbeipaddelnden Aersche werden von uns in drei Kategorien unterteilt. Culitos, Culos und Culotes, das ist Spanisch und heisst: kleiner Arsch, Arsch und Riesen Arsch. ja, ja wir lernen auch Spanisch. Ich versuche Rolf und Erni zu überreden ein Foto zu machen, sie meinen sowas tut man nicht, dabei haben sie nur schiss dabei erwischt zu werden. Nach langen drängen können wir dann Rolf doch überreden. Hier haben wir ein besonders schönes Exemplar. Zusätzlich mit kleiner Glatze was den Arsch noch besser zur Geltung bringt. Dieser hier viel in die Kategorie Culote.



Wir machen noch ein paar Halts an der Süd und Westküste von Ibiza. Dann wieder warten auf den richtigen Wind um nach Spanien zu gelangen.