Sardenia

Wir segeln also von Lavezzi nach Sardinien. Wir wissen immer noch nicht wo wir Caro aufladen sollen. Als wir dann ca 2 Seemeilen vor Palau segeln, kommt ein SMS, Komme mit dem Bus nach Palau. Na also Treffer. Wir Ankern visavis bei Isolotto St. Stefano. Auf dieser Insel befindet sich ein ehemaliger Steinbruch. Da findet Rolf einen riesigen Seemann mit Südwester in drei Teilen.



Rolf identifiziert sich natürlich mit dem Seemann. Schaut mal das Foto an, wie er versucht den harten Seemanns Blick der Steinfigur zu imitieren, ist das nicht süss.



Am Tag von Caros Ankunft segeln wir dann rüber nach Palau. Dort machen wir an einer Boje fest. Und schon kommt der Hafenmeister, er will Einkassieren. Rolf meint aber, das wir hier nur schnell Festmachen um jemanden Abzuholen. Enttäuscht schleicht sich der Typ davon. Den beiden wird klar, dass es ab jetzt teuer werden kann, die Hochsaison beginnt.

Caro wird mit dem Dingi abgeholt



und gleich gehts wieder rüber nach St. Stefano. Wir wollen mit Caro nochmals nach Bonifacio, da diese Stadt wirklich sehenswert ist. Auf dem Hinweg machen wir Halt auf Maddalena, zwischen Budelli, Razzoli und Sta. Maria, geniessen wir den Traumhaften Mondaufgang und die Mücken, denn es ist absolut Windstill.



Natürlich machen wir auch wieder auf Lavezzi halt, in der Bucht wo nur wir mit unserem Integralschwerter reinkommen. Hier bleiben wir einen Tag.

Was hat Caro da gesehen was so gross war? Rolf meint, „Also ich war nicht im Wasser“ Ueberhaupt nicht eingebildet der Typ. Das sind mindestens 30cm was Caro da zeigt.



Dann wird noch die Badeinsel aufgeblasen. Die Badeinsel hat Erni von ihren Arbeitskollegen zum Abschied bekommen, mit dem Kommentar „wenn ihr mal Streit habt auf dem Schiff, hast du wenigstens noch eine Ausweichmöglichkeit.“ Bis jetzt wurde die Insel noch nicht gebraucht, aber heute soll sie für den Notfall getestet werden. Alle drei Pumpen wie die Wilden, da hat ganz schön Luft drin Platz. Die Palme soll Erni aufblasen, meint Rolf mit einem blöden Grinsen im Gesicht, was soll das nun wieder heissen?. Insel ins Wasser und schon benehmen sie sich wie die Gofen, peinlich das ganze. Na Hauptsache sie haben Spass.




Dann gehts weiter nach Bonifacio, wo wir wieder in der kleinen Bucht Ankern. Am Abend geht's dann in die Stadt. Wieder werden die Mega Jachten im Hafen bestaunt. Es ist unglaublich was hier alles im Hafen liegt. Es muss schon ein Frust sein, wenn man hier im Hafen mit einer riesigen Jacht liegt, und dann kommt einer mit seiner noch grösseren Jacht und legt direkt neben an. So das man genau sieht, das sein Boot noch grösser ist. Ein Boot, in Millionen Höhe, verschwindet hier im nichts, sieht aus wie ein Beiboot im Vergleich zu den Grossen. Ueberall sieht man die Crews am polieren. Im Hafen hats dann auch ein Restaurant mit weissen Lederstühlen im Garten, wo diese Leute dann Abends Essen gehen. Mit finsteren Minen dinieren sie, und sind vollends damit beschäftigt cool zu wirken. So haben sie's dann auch extrem Lustig, genau gesagt sprechen sie kaum ein Wort miteinander. Im Restaurant nebenan, für den Pöbel, gehts ganz anders zu und her, diese Leute geniessen ihre Moule et Frites mit Vin de Table und haben Spass dabei. Auf unserem Rückweg am Quai wo die Megajachten liegen, stolziert eine Tussi vor uns her, bleibt stehen, kramt in der Handtasche, holt eine Fernbedienung hervor und Bsssssss....... fährt die Gangway herunter und Madam latscht (die Stöckelschuhe hat sie Bootsgerecht ausgezogen) über die mit LED's beleuchtete Gangway ins Boot. Bhuuuu... so Stier, nicht mal ein Angestellter der auf Madam wartet und ihr dann die Gangway herunter lässt.

In Sta. Teresa verlässt uns Caro wieder.

Probleme mit dem Kühlschrank. Er läuft pausenlos, kühlt aber kaum noch, das nagt an unseren Stromreserven. Rolf meint es müsse nur Freon nachgefüllt werden, mag stimmen, aber er bekommt nirgends Freon. Die beiden beschliessen in einen Hafen zu gehn und einen Fachmann beizuziehen. Wir segeln nach Castelsardo. Nach ein paar Telefonaten soll Giovanni kommen. Aber Giovanni kommt nicht. Nochmals Telefon, Giovanni will Morgen früh kommen, aber Giovanni kommt nicht. So geht das zwei Tage lang, dann haben die beiden die Nase voll. Zwei Tage Hafenkosten für nichts. Wir segeln weiter nach Porto Torres, hier sind die Hafenkosten noch höher als in Castelsardo.



Hier soll Roberto kommen, und siehe da Roberto kommt tatsächlich zur vereinbarten Zeit. Roberto meint aber mit Freon sei nichts mehr zu machen, sei nicht mehr im Verkauf. Die beiden beraten und beschliessen einen neuen zu kaufen, dieser soll auch weniger Strom brauchen. Roberto hat aber nicht an Lager was die beiden wollen. Er will bestellen und Anrufen wenn die Sachen geliefert sind, um einen neuen Termin auszumachen. Die beiden wollen natürlich nicht im Hafen bleiben, kein Problem, meint Roberto, er kommt überall hin in Nord Sardinien. Uebrigens Sau lustig zuzuhören wenn sich Erni und Rolf mit Italienisch abmühen, die einzige Sprache die Roberto versteht. Tropf, Frosch und ich lachen uns kaputt.

In Porto Torres verabschiedet sich dann auch noch die Harddisk. Zuerst geht gar nicht's mehr, dann bringt Rolf wieder etwas auf den Bildschirm. Von da an muss Windows bei jedem neu Start, neu Installiert werden. Rolf hat schaurig dä Plausch.

Wir segeln also nach Stintino wo wir auf das Telefon von Roberto warten. Wir Ankern vor Isla Piana, schöne Bucht und guter Wind zum Surfen.



Wir befinden uns jetzt an der Nord-West-Spitze Sardiniens, sobald das mit dem Kühlschrank erledigt ist, solls von hier aus auf die Balearen gehen. Nach vier Tagen hat Roberto aber immer noch nicht angerufen. Also ruft Erni Roberto an, sie glaubt verstanden zu haben, dass das Material zwar da ist, das aber heute Morgen der Schwiegervater gestorben sei, und er nicht sagen kann, wann er Zeit hat. Erni wollte was von Beileid sagen, hats aber nicht auf die Reihe gekriegt. Die beiden sind sich nicht ganz sicher ob das nur eine Ausrede war, obwohl Roberto einen ganz guten Eindruck gemacht hat. Nach vier Tagen ruft dann Roberto doch noch zurück, er will Morgen nach Stinino kommen, Am nächsten Morgen also segeln wir nach Stintino, da hat es einen seit Jahren nicht fertig gestellten Quai an dem das Festmachen nichts kostet. Es herrscht wieder mal Starkwind und das Hafenmanöver bereitet einige Schwierigkeiten. Roberto kommt tatsächlich und baut den neuen Kühlschrank ein. Dann gehts wieder zurück in die Bucht. Eine Woche lang wird der Kühlschrank genaustens beobachtet, wieviel Strom verbraucht er und wie gut kühlt er. Rolf ist nicht zufrieden. Ein Telefon an Roberto und am nächsten Morgen kommt er bereits um sich das ganze nochmals anzuschauen. Nach der Erfahrung mit Giovanni ist das kaum zu glauben, vorallem weils jetzt um Garantie Arbeit geht. Wieder zurück in der Bucht wird auf Ostwind gewartet. Aber es kündigt sich erneut Besuch an. Erni's Schwester mit Familie will kommen. Zeitlich reicht das nicht mehr auf die Balearen. Sie sollen nach Sardinien kommen. Flüge und Fähren kommen aber in Olbia an, das heisst wieder zurück an die Nordost Küste. Auf dem Rückweg meint Rolf er wolle nochmals nach Korsika, er müsse da in Bonifacio auf's Internet. Erni sieht das zwar nicht ganz ein, aber was soll's, dann segeln wir halt nochmals nach Bonifacio. Auch wenn ziemlich viel Wind herrscht und das ganze auch noch voll auf die Nase. Ist ja nur eine Tagesreise. Rolf muss halt mal eben schnell in Bonifacio auf's Internet, da kann man nicht's machen.

Diesmal hören wir im Hafen einen Helikopter starten. Helikopter im Hafen, das kann nicht sein. Dann hört man einen zweiten Helikopter starten, das kann immer noch nicht sein. Die vermeidlichen Helikopter Geräusche waren in Tat und Wahrheit zwei Turbinen eines Motor Bootes. Wir fahren mit unserem Ding direkt hinter dem Boot her und werden das Gefühl nicht los, dass das vor uns ein Flugzeug ist. Ausserhalb des Hafens gibt dann das Boot Gas und es Pustet uns fast vom Dingi. Der Name des Bootes ist No Body, was das ganze einigermassen sympathisch macht. Ansonsten heissen diese grossen Boote Lady Bla..Bla.. oder Sir Bla.. Bla...Bla.... Grey Shadow ist der Name eines Segelbootes, ein ca 60 Meter langer Racer mit flachem Teek Deck, am Mast befinden sich alle Elektronischen Anzeigen (LCD Bildschirme). Das Schiff hat eine wunderschöne Linie, farblich lässt es etwas zu wünschen übrig, es ist grau mit schwarzen Segeln. Grey Shadow ist auch einer der vielen grossen Segelboote die wir mehrmals gesehen haben, aber immer unter Motor. Obwohl auf solchen Schiffen alles Elektrisch geht, scheint es immer noch zu mühsam die Segel zu hieven. Es könnte aber auch sein das die Eigner keine Schräglage mögen,weil ihnen sonst der Drink vom Tisch rutscht. Es ist auch interessant diese grossen Schiffe beim Auslaufen zu beobachten. Die Eigner sitzen dann immer total desinteressiert auf Deck und bemühen sich wieder mal einen coolen Eindruck zu hinterlassen. Sie interessieren sich einen Scheiss was auf ihrem Boot so läuft. Vielleicht denken sie sich die gaffenden Massen könnten sie mit einem Crewmitglied verwechseln sobald sie eine Tätigkeit auf dem Schiff aufnehmen.

Da wir noch eine Woche Zeit haben bis unsere Gäste kommen besuchen wir ein paar Buchten an der Costa Smeralda. Unter anderem die Cala Volpe. Wir haben nun geglaubt wir hätten die grössten aller Privatjachten gesehen, stimmt aber nicht. Die ganze Bucht ist voll von Segel und Motorjachten die im Hafen von Bonifacio gar keinen Platz hätten. Die Bucht ist riesig es sind bestimmt über Fünfzig. Dazwischen liegen Boote in der Grösse von Xantus, sie wirken wie Nussschalen. Uns fallen fast die Augen aus dem Kopf. Diese Megajachten haben überall Klappen wo irgendwas heraus gehievt wird, Beiboote so zwei bis vier pro Jacht, werden alle gewassert. Am Heck der Jachten fahren Schwimmstege aus die einer Hafenanlage Konkurrenz machen, mit fest installierten Strassenlampen, oder halt eben Steglampen. Die Jachten fahren alles aus was sie haben. Nun ja der Nachbar soll ja sehen was man alles hat. Die Jacht mit dem Hubschrauber auf Deck ist aber kaum zu schlagen.

Das Segelboot hat etwa die Grösse von Xantus

bei genauem hinschauen sieht man den Helikopter hinten auf den Deck



Dann fräsen sie mir ihren Beibooten in der Bucht herum was das Zeug hält, immer Vollgas, und so nahe an den anderer Booten vorbei, das den kleineren die Welle hinten einsteigt. Bei den grösseren wird dann immer sofort der Rumpf mit Süsswasser gespült, mit Salzwasser Spritzer glänzt nämlich der Rumpf nicht mehr so. Rolf und Erni trauen sich nicht mehr ins Wasser, die Chance überfahren zu werden liegt bei über 100%. Sowas haben wir noch nie erlebt, es gibt nämlich sowas wie Anstandsregeln, wie man sich in einer Bucht verhält. Aber diese Leute denken wohl, ich darf das, ich bin ja schliesslich der und der. Am Abend dreht dann eine der Jachten seine Stereoanlage auf. Wir denken die haben eine Party. Feldstecher und mal rüber schauen. Auf dem Boot von wo die Musik herüber dröhnt, ist kein Mensch zu sehen, scheint auch ein Mensch zu sein der das einfach darf. Morgens um sieben läuft die Musik immer noch.

Ist doch schön zu beobachten wie sich die Superreichen in der gleichen Bucht sammeln, um sich dann gegenseitig auf die Nerven gehn. An der Costa Smeralda gibt es unzählige schöne Buchten, aber diese Megajachten hängen immer in der gleichen Bucht zusammen. Da wir nichts vorzuzeigen haben verlassen wir die Bucht möglichst schnell. Scheint ganz schön Anstrengend zu sein wenn man so reich ist. Rolf und Erni sind immer noch beeindruckt von der ganzen Technik die diese Boote beherbergen, sie diskutieren noch schnell den Energieverbrauch der pro Tag in einer solchen Bucht verpufft wird. Sie kommen so etwa auf den Verbrauch einer Kleinstadt. Bald finden wir uns in der nächsten Bucht wieder, uff wir sind wieder unter unseres gleichen.

Die Woche mit Besuch verbringen wir wieder an der Costa Smeralda, wir segeln durch die Bucht vor Porto Cervo. Unser Besuch soll mal grosse Boote sehen. Ein Beiboot kommt uns entgegen und der Fahrer meint wir sollen bei dem grossen Motor Boot da nicht zu nahe am Bug vorbei segeln, da lande jetzt gleich ein Helikopter. Und wirklich der Helikopter landet auf dem Bug der Jacht. War wohl mal eben schnell Kaviar und Schämpis einkaufen am Festland.

Die Woche mit Besuch ist schnell vorbei. Beim segeln vor Porto Cervo haben wir Metalabri gesehen. Via SMS wird ein Treffpunkt vereinbart. So treffen wir Chantal und Claude wieder, Ihr erinnert euch noch, das sind die mit den Handgemalten Tellern und dem Schokolade Kuchen. Sie erzählen das sie ihr Budget pausenlos überschreiten, der Hauptgrund sind die Hafenkosten. Die beiden trauen sich nicht richtig vor Anker zu liegen, sie sind der Meinung in einem Hafen sei es sicherer. Wenn sie aber von ihren Hafenmanövern erzählen, scheint für die beiden ein Ankerplatz sicherer. Wie dem auch sei, sie erhalten einen Ankerkurs von Rolf. Am nächsten Tag fahren die beiden Boote zusammen in eine andere Bucht und machen gegenseitig Fotos unter Segeln.



Für die nächsten Tage ist wieder Mistral angesagt. Wieder Ankerkurs. Es kommt dann auch ganz schön Wind auf. Unsere Anker halten. Rolf und Erni haben das Gefühl die beiden fühlen sich jetzt sicherer vor Anker. Wir bleiben fast eine Woche zusammen in der Bucht. Nach dem Rolf und Erni lange genug den Schokolade Kuchen gelobt haben den Chantal in Grau du Roi gebacken hat, bäckt sie dann auch wieder einen. In dieser Woche gibts nochmals Starkwind, alle Boote um uns herum sind Nachts am rotieren, ihre Anker halten nicht. Wir schlafen zwar auch nicht ganz ruhig, aber unsere Anker halten. Jetzt sind Chantal und Claude vollends überzeugt. Sie wollen in Zukunft mehr ankern, erstens um Kosten zu sparen und zweitens um die nervenaufreibenden Hafenmanöver zu vermeiden.

Das Land ist völlig ausgetrocknet, es hat schon Monate nicht mehr geregnet. Wenn der Wind dann derart übers Land bläst entstehen viele Buschbrände. Diesmal in der Bucht in der wir liegen. Zuerst ein kleinerer Brand, der wird mit einem Helikopter gelöscht der in einem nahen Fluss Wasser holt, das ganze ist recht effizient, nach fünf sechs Flügen ist der Brand gelöscht. Am Nachmittag bricht nochmals ein Brand aus. Diesen bekommen sie nicht so schnell in den Griff. Schlussendlich arbeiten drei Wasserflugzeuge und ein Helikopter daran. Trotzdem entsteht immer mehr Rauch, die Sonne verdunkelt sich.




Im Hintergrund sieht man das gelbe Wasserflugzeug wie es Wasser aufnimmt



Erni und Rolf wollen weiter. Grosses verabschieden, wir sehen uns dann in Brasilien oder in der Karibik, ein genauer Zeitpunkt wird nicht ausgemacht. Irgendwie komisch solche Verabredungen.

Wir segeln also wieder Richtung West, leider liegt wieder die Küste mit all den Megabooten auf unserem Weg. Ach guck mal da ist ja wieder der mit dem Helikopter, und da, dieser hat sogar ein Flugzeug hinten drauf. Es herrscht Verkehr das man fast blöd wird. Diese Motorboote verursachen eine Kreuzsee, das Xantus in den Wellen stecken bleibt. Rolf und Erni Fluchen was das Zeug hält, sie können das ganze nicht mehr sehen. Abends haben wir dann die Bonzenküste hinter uns. Landschaftlich eine sehr schöne Küste, aber in der Hochsaison einfach nicht auszuhalten. Am nächsten Tag segeln wir unter Spi bis an die Nord-West-Spitze.



Rolf ist aussergewöhnlich früh auf. Um halb neun gehts dann auch schon los. Ein langer Segeltag der Anker fällt erst nach einbrechen der Dunkelheit. Ich denke die beiden wollten möglichst schnell, möglichst weit weg von der Bonzenküste. Hier vor Isla Piana ist es wieder friedlich. Diesmal soll's beim richtigen Wind aber wirklich zu den Balearen gehn.

Roberto soll noch einen Thermostat für den Kühlschrank bringen und Einkäufe sollen auch noch gemacht werden. Also geht's nochmals rein nach Stintino. Die beiden beschliessen in der Hafenbucht zu Ankern, da sie Abends wieder raus wollen. Schon in der Hafeneinfahrt sehen wir das uns auch gar nichts anderes übrig bleibt. Der ganze Hafen ist hoffnungslos überlaufen. Mit Mühe finden wir einen einigermassen angemessenen Ankerplatz. Einkaufen und dann auf Roberto warten. Aber diesmal kommt Roberto nicht. Es wird immer später und in dem Hafenbecken von dem Rolf und Erni glaubt hatten es sei schon bei ihrer Ankunft überfüllt gewesen, befinden sich nun weitere 30 Boote. Es ist beiden klar, dass es bei aufkommendem Wind Probleme gibt. Beim eindunkeln kommt dann auch etwas Wind auf und die ersten Boote kommen ins rutschen, oder touchieren einander weil sie einfach zu nahe geankert haben. Auch wir haben Probleme das Nachbarboot ist in rutschen gekommen und liegt jetzt zu nahe bei Xantus. Die beiden beschliessen neu zu Ankern. Weiter aussen ist noch Platz. Wir stellen rasch fest, das der Ankergrund hier schlecht ist. Der Anker will nicht richtig halten. Die einzige Möglichkeit die uns jetzt noch bleibt, wäre wieder raus in die Bucht zu fahren. In der Hoffnung das Roberto Morgen kommt, wollen die beiden aber bleiben, obwohl sie beide ganz genau wissen das ihr Anker bei starkem Wind nicht hält und das für die Nacht Gewitter angesagt sind. Ja so ist das, wenn bis jetzt immer alles gut gegangen ist, wird man nachlässig. In der Nacht kommt dann tatsächlich ein Gewitter. Das ganze Ankerfeld ist am rotieren, gegenseitig wird in die Ankerketten gefahren und herrenlose Beiboote tummeln sich auf den ziemlich grossen Wellen die jetzt bis in die Bucht gelangt waren. Viele verlassen rasch möglichst die Bucht, um bei nachlassendem Wind dann wieder in der Bucht zu Ankern. Wir sind zwar auch ins rutschen gekommen, hatten aber genug Platz, so mussten wir nicht neu Ankern. Trotzdem trauen die beiden der Sache jetzt nicht mehr so. Rolf bleibt den Rest der Nacht auf und macht Ankerwache. Scheint mir ganz vernünftig. Alles in Allem war das ganze aber schon ziemlich Unvernünftig, in so einem Ankerfeld darf in keinem Fall übernachtet werden.

Aber was jetzt kommt hat schon ziemlich viel mit Blödheit zu tun. Als hört zu Leute, zum ersten Mal kommen wir wirklich in Schwierigkeiten.

Also der andere Morgen. Erni will nochmals Einkaufen, da das Gemüse-Früchteangebot gestern eher dürftig war. Rolf beschliesst auf dem Boot zu bleiben. Erni kommt zurück, es ist ein weiteres Gewitter in Sicht. Rolf hat in der Wartezeit angefangen das Boot zu putzen, so wie es alle anderen Bootis um uns herum taten. Die Schiffe sahen aus als hätte es Dreck geregnet, hat es auch, denn der Wind kam über das total ausgetrocknete Land. Rolf will noch fertig machen, dann wollen sie wieder raus in die Bucht. Beide sind der Meinung, das bei Tageslicht nicht all zu viel passieren kann. Kann aber doch. Wie aus dem nichts preschen Böen herein die das Wasser fliegen lassen. Wie erwartet hält der Anker nicht. Die beiden hatten aber nicht damit gerechnet, dass sich Xantus so schnell losreisst und derart schnell driftet. Wir nähern uns gefährlich schnell dem Riff. Rolf brüllt, Motor an. Erni die unten irgendwas macht, versteht zuerst nicht ganz, kapiert aber nach dem zweiten Brüllen. Rolf schreit, nichts wie weg hier. Gebrüllt wird nur weil man unter dem Getöse des Gewittersturms das eigene Wort nicht versteht. Rolf am Steuer, Erni an der Ankerwinde. Beide kämpfen sie versuchen sich gegenseitig Informationen zuzubrüllen es wird wild herumgefuchtelt, was Handzeichen sein sollten und dann gibt auch noch die Ankerwinde den Geist auf. Wie soll nun der Anker bei diesen gewaltigen Kräften von Hand gehoben werden. Zum Glück lässt der Wind etwas nach, Erni geht ans Ruder und Rolf hievt den Anker.

Kaum sind sie ausserhalb der Bucht ist der Sturm auch schon vorbei.

Beide sind sich Klar darüber, dass sie Scheisse gebaut haben und das es nur Glück war, das kein grösserer Schaden entstanden ist. Wie hätte das ganze vermieden werden können, na klar, niemals in einer überfüllten Bucht ankern und schon gar nicht wenn der Anker nicht hält. Das ist schon mal Klar. Und wie war das mit dem Anker hochnehmen? Erni erklärt Rolf sie habe ihm die ganze Zeit gesagt, das er unter voller Motorkraft in den Anker fahre und sie so den Anker nicht heben könne. Rolf hatte soweit verstanden, das er in den Anker fährt, war aber der Meinung, das dies Rückwärts und nicht Vorwärts geschieht. Da er so das Schiff nicht mehr steuern konnte, war er der Ansicht, das die Motorleistung gegen diesen Wind nicht mehr ausreicht. So wurde es dann der Ankerwinde zuviel.

Es wird noch lange über den Vorfall diskutiert und wie sowas in Zukunft vermieden werden kann. Nach mehren Monaten Schiffsleben waren die beiden der Meinung, dass sie ihre Manöver Wortlos machen können,da jedem klar ist was er zu tun hat. Das ist auch so, aber nur bei Manövern die man schon X-mal gemacht hat. In Ausnahmesituationen muss dann doch noch Kommuniziert werden, aber wie, wenn man das eigene Wort nicht versteht. Und wieder kommt die Sicht des Standpunkts, auf einem 12 Meter Schiff sieht der am Steuer nicht was der am Anker sieht. Ist einer einmal überzeugt von der Situation, so wie er sie erkannt hat, ist dieser nur schwer davon abzubringen, zum diskutieren bleibt aber einfach keine Zeit. Beide wissen, dass das ein Problem ist, das nicht einfach so aus der Welt geschafft werden kann. Man kann nur versuchen, auch in solchen Situationen, möglichst alle Informationen aufzunehmen. Die beiden wollen daran Arbeiten. Na dann Arbeitet mal schön daran, bei der nächsten schwierigen Situation, werden wir dann sehen.

Wir liegen wieder vor Piana und warten auf Ostwind. Erni und Rolf vertreiben sich die Zeit mit Surfen und kleinen Instandhaltungsarbeiten am Schiff (wie z.B. Ankerwinde flicken...) .