France
Am 01.04.2005 ist es dann soweit, Heute soll sich also die Brücke für Xantus öffnen. Die Brücke die bei so manchem Sundowner betrachtet wurde, wissend das sich diese Brücke eines Tages für jedes unserer Schiffe öffnen wird. Xantus ist der erste.

Obwohl sich Erni und Rolf am Vorabend von allen verabschiedet haben und es noch früh am Morgen ist, sind alle da um zu winken. Gerard, Gilles und Jacques begleiten Xantus sogar noch mit dem Beiboot raus.

Es hat nur wenig Wind trotzdem gleitet Xantus nach dem Segelsetzten dahin. Jetzt meint Erni ob sie noch einen Kaffee wollen, natürlich wollen sie, das Beiboot wird festgemacht und bis alle an Bord sind ist auch der Kaffee fertig. Kaffee trinken ein letztes Abschiedsfoto.

Und
schon ist Xantus 3 Meilen weit draussen. Aber auch das Beiboot von
Gerard. Jetzt müssen sie aber umkehren, und das tun sie dann
auch.

Der
grosse Abschied den sie Zuhause vermeiden konnten, fand nun eben hier
statt. Obwohl die beiden immer so tun als wollen sie sowas nicht,
glaube ich beide haben das sehr genossen.
Heute soll's nur bis in die petit Rhone gehen. Jacques hat erzählt, dass es da ganz schön ist, so richtig Camarque mit Pferden und Torros, allerdings ist er nicht ganz sicher wie tief es in der Mündung ist. Wir sollen das anschauen und ihn dann benachrichtigen. Die Einfahrt in den Fluss, wird dann auch mit genügend Vorsicht angegangen. Es reicht und Xantus tastet sich den Fluss hoch. Das festmachen am Flussufer ist dann aber nicht ganz so einfach. Da wo's am Ufer tief genug ist, sind keine Bäume zum festmachen. Zum Glück hat Rolf noch zwei Eisenstangen auf der Werft organisiert. Nach langem suchen wird ein Entscheid gefällt. Hier machen wir fest. Erni soll mit Eisenstangen und Hammer an Land springen und diese einschlagen, danach sollen die Schoten daran befestigt werden. Dieser Vorschlag erzeugt allerdings noch einige Diskussionen. An Land steht nämlich eine ganze Horde Torros die jetzt schon neugierig schauen.
Und Erni weiss, einmal an Land gibt's keinen Weg zurück auf's Schiff ohne zu schwimmen solange die Schoten noch nicht befestigt sind. Wassertemperatur momentan ca. 11 Grad. Nun ja es gibt keine andere Möglichkeit. Erni spring über den Bug. Nun heben sich neugierig alle Köpfe der Torros, sie kommen auch zögernd etwas näher. Zu unserer Belustigung kann Erni sich kaum auf ihre Aufgabe konzentrieren, immer wieder schaut sie zu den Torros, was denn die nun Vorhaben. Schlussendlich hat Erni dann aber ihren Job erledigt ohne dass sie ins Wasser springen musste. Xantus ist gut festgemacht.

Hier
bleiben wir erst mal ein paar Tage. Zwischendrin kommt auch mal der
Parkwächter und meint, wenn wir unsere Eisenstangen an Land
wieder entfernen, sollen wir vorsichtig sein, Die Kühe hätten
momentan Junge und da seien sie Aggressiv. Ja,
ja natürlich meint Erni und schluckt mal leer.
Dann geht's weiter nach Frioul, nein das ist nicht auf dem Mond, das liegt vor Marseille.

Von dort aus mit 5Bft. Gegenwind zu den Calanques.
Bei SE Wind kommt eignetlich nur die oestlichste Calanque, Port Miou in Frage.
Bei der Einfahrt in Port Miou, sehen wir das Holländische Schiff, das in Grau du Roi im Hafen vor uns gelegen hat.
Hier Christina noch in Grau du Roi, Rolf hilft noch beim Bugspriet montieren.

So
treffen wir also Mieke und Nico wieder, die am gleichen Tag
losgefahren sind wie wir.
Christina ist am Tag der Abfahrt gleich die 70 Kilometer bis Cassis unter Motor durchgefahren. Nico und vorallem Mieke erzählen was für eine schreckliche Reise sie hatten. Riesige Wellen, beide Seekrank. Die beiden haben ihr Schiff selber ausgebaut. Innen hat man das Gefühl man befinde sich in einer Wohnung. Der Innenausbau besteht hauptsächlich aus Möbeln die sie in ihrer Wohnung hatten, alles antik natürlich. Badezimmer mit Kacheln, kleiner Holzofen, Sofa Stühle und überall Nippes. Man muss sagen es ist wunderschön ausgebaut, aber für auf hohe See? Bis jetzt haben sie damit auch hauptsächlich Flüsse befahren. Wir schmeissen also den Anker neben Christina und legen noch eine Heckleine an Land.

Wettervorhersagen Mistral in den Böen bis 12 Beaufort. Am anderen Morgen bringen dann Rolf und Erni erst mal einen zweit Anker aus. Rolf schnorchelt im 11 Grad kalten Wasser rum, kontrollieren wie die Anker liegen. Nach ca 1 Stunde Arbeit sind sie der Meinung. dass das halten muss. In der Bucht herrscht fliegendes Wasser und Xantus legt sich in den Böen fast aufs Wasser. Mit einem Blick nach Christina, wird klar, das sie in Schwierigkeiten ist. Rolf schwimmt mal rüber, denn mit dem Beiboot wäre bei diesem Wind nichts mehr zu machen. Zweimal wird neu geankert, aber der Anker hält nicht. Beim schnorcheln stellt Rolf fest, dass der Anker von Christina so wie er gebaut ist gar nicht halten kann, er hängt einen zweiten kleinen Anker an den Hauptanker, so wie die Franzosen das oft tun. Nach einer Stunde an der Ankerwinch und 2 Stunden im kalten Wasser kommt Rolf ziemlich erschöpft zurück. Der Motor von Nikos Ankerwich läuft nicht, und Niko selbst hat's auf dem Herz. Also durfte Rolf kurbeln, und er meint, bei diesem Schiff bist du nach einmal Anker einnehmen tot.
Mieke und Nico haben erzählt, dass sie in der Nacht schon zweimal neu geankert haben, da haben sie morgens um zwei den Hafenmeister um Hilfe gebeten, na der wird sich ja gefreut haben. Vorallem weil wir hier vor Anker liegen und nichts bezahlen. Der Mistral hält dann auch mehrere Tage an, aber beide Schiffe liegen jetzt gut vor Anker.
In Cassis bleiben wir eine Woche, Erni und Rolf sind oft in Wanderschuhen unterwegs die Calanques hier sind wunderschön.

Auch
Cassis ist ein hübsches Städtchen,
etwa 3 Kilometer vom Ankerplatz entfernt. Die beiden habens dann auch
immer lustig wenn sie einkaufen gehen, es sind zwar nur 3 Kilometer,
aber dazwischen liegen schon ein paar Hügel, und genau hier
müssen Weinflaschen gebunkert werden.
Erni wollte eigentlich keinen Wein an Bord, sie meinte der wird doch nur durchgeschüttelt. Inzwischen hat sie begriffen das sowas in Frankreich gar nicht möglich ist. Wird man auf ein Schiff zum Apero eingeladen gibt's Wein, dann kommt die Gegeneinladung und alle wollen Wein trinken. Also latschen die zwei Zwergli über alle Bergli mit viel Weinflaschen in den Taschen. Na ja, ist ja bestimmt nicht anstrengender als in den Calanque rumklettern. In der Bucht fängt Rolf dann auch seine ersten zwei Fische, die sind so gross, dass sie eigentlich nicht mal für zwei Nasen reichen. Trotzdem laden sie die Holländer zu diesem Festmahl ein. Es gibt nicht gerade viel Fisch pro Nase, dafür hat's jetzt genug Wein. Bei diesem Anlass erzählt dann Mieke wieder von diesem "Horrible Storm", sie meint damit die Nacht in der Ihr Anker nicht gehalten hat. Sie meinen sie hätten nach diesem "Horrible Storm" nun auch die Nase voll vom Mittelmeer, sie seinen keine "Sea Heros" und wollen zurück in die Flüsse. Was sie ein paar Tage später dann auch tun. Wieder die 70 Meilen unter Motor zurück. Erni und Rolf meinen sie seien auch keine Sea Heros, aber sie fahren trotzdem weiter nach Porquerolle.

Die Insel liegt vor Hyères und steht unter Naturschutz. Es gibt hier fast keine Autos, Touristen können Fahrräder mieten. Es werden auch massig Touristen von Hyères herübergeschifft, diese stören aber nicht gross, da sie mit den gemieteten Velos nicht weit kommen. So sammelt sich die Masse dann am ersten Strand nach der Ortschaft. Es gibt aber viele schöne Strände und Ankermöglichkeiten für fast jede Windrichtung, diese haben wir dann sozusagen für uns alleine. Rolf geht zum ersten mal Surfen, Erni will nicht, grund: Kalt, Hammerböen, Wasser 14 Grad, das reicht doch oder. Von hier aus soll's beim richtigen Wind dann nach Korsika gehn, besser gesagt segeln.